Berlin (ots) –

Im europäischen Jahr der Schiene untersucht der VCD Bahntest das Reisen mit der Bahn über Ländergrenzen hinweg. Am Beispiel von sechs Metropolen Europas erfahren Reisende, wie sie an günstige Tickets für gute Verbindungen kommen. Der Bahntest gibt Tipps zu Fahrgastrechten und Fahrradmitnahme und zeigt, was politisch getan werden muss, damit die Bahn eine echte Alternative zu Flugzeug und Auto wird.

Entspannt durch Amsterdam radeln, das Colosseum in Rom besichtigen oder zum Sightseeing nach Stockholm – was pandemiebedingt gerade nur eingeschränkt möglich ist, liegt oft nur eine Bahnfahrt entfernt. Und eins ist klar: Der nächste Urlaub kommt bestimmt. Reiselustige, die ihre Europa-Reise schon mal planen wollen, sind mit dem Bahntest des ökologischen Verkehrsclub VCD gut ausgestattet. Passend zum europäischen Jahr der Schiene liefert die Ausgabe „Europa per Bahn – Entspannt und preiswert in die schönsten Metropolen“ hilfreiche Tipps und Tricks für die Reiseplanung und beantwortet die wichtigsten Fragen: Wie lange bin ich unterwegs, wie komme ich an günstige Tickets und wieviel kosten diese?

Untersucht wurden sechs Strecken inklusive zweier Nachtzugverbindungen von den größten deutschen Bahnhöfen nach Rom, Marseille, Amsterdam, Budapest, Stockholm und Danzig. Das Marktforschungsinstitut Quotas hat im Auftrag des VCD Daten zu den sechs Reisezielen ausgewertet. Der VCD Bahntest zeigt: Auf vielen internationalen Strecken gibt es bereits gute Bahnverbindungen. So gelangt man nicht nur bequem, sondern auch klimafreundlich ans Ziel. Während eine Reise mit dem Fernzug nur 13 g CO2 pro Kilometer verursacht, liegt der Wert beim Auto bei 139 g und beim Flugzeug bei 246 g.

Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende, fordert: „Die Verlagerung vom Flugzeug auf die Schiene wird politisch oft beschworen. Bislang wird aber zu wenig dafür getan. Bahnverkehr in Europa muss länderübergreifend geplant werden. Während die Klimakrise keine nationalen Grenzen kennt, werden sie im Fernbahnverkehr umso deutlicher: Fehlende Verknüpfungen im Schienennetz und eine fehlende europäische Ticketplattform erschweren den Umstieg von Flugzeug und Auto auf die umweltfreundliche Bahn.“

„Bahnfahren muss einfacher werden – vor allem über Grenzen hinweg. Dank unserer umfangreichen Datenauswertung konnten wir die bequemsten und günstigsten Verbindungen zum Urlaubsziel ermitteln“, sagt Bastian Kettner, Bahn-Sprecher des VCD. „Aber Reisende scheitern oft schon an der ersten Hürde: Die Ticketbuchung ist kompliziert, unübersichtlich und zeitaufwendig. Wenn Klimaschutz an der Ticketbuchung scheitert, läuft etwas gehörig schief.“

Im Bahntest 2021/22 werden die besten Reise- und Buchungsoptionen für Familien und Alleinreisende vorgestellt. In vielen Fällen bieten einige Buchungsportale verschiedener Bahngesellschaften und privater Unternehmen praktische und günstige Reiseverbindungen, doch es wurden auch Schwierigkeiten beispielsweise bei der Ticketbuchung deutlich. Die EU-Fahrgastrechtnovelle soll ab 2023 das Bahnfahren in Europa einfacher machen. Allerdings gibt es aus Sicht des VCD hier noch erheblichen Nachbesserungsbedarf. Damit Bahnfahren in Europa aber wirklich komfortabel und kostengünstig wird, braucht es eine gesamteuropäische Mobilitätsplattform und einen Europatarif. Alle öffentlichen Verkehrsangebote für die gewünschte Reise sowie die Ticketpreise sollen übersichtlich dargestellt und Reiseketten mit wenigen Klicks durchgehend buchbar werden.

Ausbaubedarf besteht außerdem beim Angebot: Das angekündigte TEE 2.0-Netz darf nicht bloß eine vage Absichtserklärung bleiben. Es braucht stattdessen verbindliche Vereinbarungen, um es aufzubauen und zu finanzieren. Darüber hinaus muss das Nachtzugnetz weiter zügig wachsen. Der Bahntest zeigt, dass einige Verbindungen relativ schnell ausgebucht sind. Nicht nur das macht deutlich: Bahnfahren in Europa hat erhebliches Potenzial, das genutzt und gefördert werden muss. Denn für mehr Klimaschutz brauchen wir einen starken und attraktiven Bahnverkehr in Europa.

Der VCD Bahntest 2021/22 „Europa per Bahn“ zum Download: https://ots.de/eIDW3a

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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Quelle: Presseportal