Bonn (ots) –

Am 8./9. Februar 2022 findet im Rahmen der internationalen „Santa Marta Gruppe“ erstmals eine Europa-Konferenz statt. Sie wird unter dem Thema „Sklaverei heute abschaffen – wie kann es gelingen? Menschenhandel und Arbeitsausbeutung in Europa“ stehen und gemeinsam von der Santa Marta Gruppe und der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz ausgerichtet. Die Santa Marta Gruppe ist eine Allianz hochrangiger Kirchenvertreter und Persönlichkeiten von Strafverfolgungsbehörden aus über 30 Ländern sowie weiterer staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen. Sie traf sich erstmals 2014 auf Einladung von Papst Franziskus, der die Bekämpfung der Sklaverei zu einer Priorität seines Pontifikats gemacht hat. Das Ziel der Gruppe, in der auch die Deutsche Bischofskonferenz mitarbeitet, besteht darin, gemeinsame und wirksame Strategien gegen Menschenhandel und Ausbeutung zu entwickeln.

Die Konferenz richtet den Blick auf Europa. Sie führt Partner aus dem ganzen Kontinent zusammen, um konkrete Handlungsschritte zur Verhinderung und Bekämpfung des Menschenhandels zu diskutieren und Empfehlungen für kirchliche Akteure und zivilgesellschaftliche Organisationen ebenso wie für die staatliche Legislative und Exekutive vorzustellen. Bereits im Dezember 2020 haben die Santa Marta Gruppe und die Deutsche Bischofskonferenz ein vorbereitendes Expertenseminar zu den Themen Opferschutz, Arbeitsausbeutung und Lieferketten, Finanzen und Strafverfolgung durchgeführt.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind herzlich zu zwei Pressegesprächen und dem Auftakt der Beratungen eingeladen. Derzeit sind geplant:

Dienstag, 8. Februar 2022

9.00 Uhr Pressegespräch zum Auftakt der Konferenz mit Kardinal Vincent Nichols (Erzbischof von Westminster, Vorsitzender der Bischofskonferenz von England und Wales und Vorsitzender der Santa Marta Gruppe), Erzbischof Dr. Stefan Heße (Erzbischof von Hamburg und Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz) und dem Apostolischen Administrator Weihbischof Rolf Steinhäuser (Erzbistum Köln)

10.00 Uhr bis 13.30 Uhr: Teilnahmemöglichkeit an der Auftaktveranstaltung

Eröffnung: Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), Apostolischer Administrator Weihbischof Rolf Steinhäuser (Köln), Oberbürgermeisterin Henriette Reker (Köln) Session 1: Warum wir im Kampf gegen den Menschenhandel bislang scheitern? – Kevin Hyland (OBE), Sonderberater der Santa Marta Gruppe und Mitglied von GRETA, Irland Session 2: Wie hat Covid-19 die Rahmenbedingungen verändert? – Transnationale organisierte Kriminalität in Zeiten der Pandemie – Dr. Judith Vorrath, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin Session 3: Herausforderungen der Arbeit gegen Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung: Aktivitäten der EU in diesem Bereich (Diane Schmitt, EU-Koordinatorin gegen Menschenhandel); Auftraggeber und Arbeitgeber – Rolle und Verantwortung der staatlichen Behörden (Elisabeth Moiron-Braud, interministerielle Arbeitsgruppe zum Schutz von Frauen vor Gewalt und zur Bekämpfung des Menschenhandels – MIPROF, Frankreich); Auftraggeber und Arbeitgeber – Rolle und Verantwortung der Kirche (Sr. Alessandra Smerilli, Sekretärin ad interim, Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen, Vatikan); Herausforderungen für Strafverfolgungsbehörden (Catherine De Bolle, Präsidentin Europol, tbc)

Mittwoch, 9. Februar 2022

17.15 Uhr Pressegespräch zum Abschluss der Beratungen mit Kardinal Vincent Nichols (Westminster), Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), Weihbischof Ansgar Puff (Köln, Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz in der Santa Marta Gruppe) und einer weiteren Teilnehmerin

Hintergrund

Papst Franziskus hat zum Tag gegen Menschenhandel 2021 betont, dass „eine Wirtschaft ohne Menschenhandel eine mutige Wirtschaft“ ist, die „des Mutes [bedarf], den rechtmäßigen Profit mit der Förderung der Beschäftigung und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen zu verbinden“. In der gegenwärtigen weltweiten Corona-Krise ist Ausbeutung in vielen Arbeitsbereichen auch in Europa sichtbarer geworden. Gleichzeitig werden mehr Menschen aus Not Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung, denn, wie Papst Franziskus feststellt, „in der Krise wuchert der Menschenhandel“. Die Folgen der Krise und die Auswirkungen auf die Lage der Opfer von Menschenhandel sind daher auch Themen der Tagung.

Ursprünglich sollte die Tagung auf Einladung des Erzbistums Köln in der Domstadt stattfinden. Aufgrund der Pandemie muss sie jedoch als Videokonferenz durchgeführt werden.

Hinweise:

Das aktuelle Programm der Veranstaltung ist als pdf-Datei unter www.dbk.de zu finden.

Medienvertreter sind gebeten, sich mit einer formlosen E-Mail an pressestelle@dbk.de anzumelden. Sie erhalten dann unmittelbar vor dem Termin einen Link. Die Konferenzsprache – auch in den Pressegesprächen – ist Deutsch und Englisch. Eine Übersetzung wird angeboten.

Pressekontakt:

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz
Pressestelle/Öffentlichkeitsarbeit
Kaiserstraße 161
53113 Bonn
Postanschrift
Postfach 29 62
53019 Bonn
Tel: 0228/103-214
Fax: 0228/103-254
E-Mail: pressestelle@dbk.de
Home: www.dbk.de

Original-Content von: Deutsche Bischofskonferenz übermittelt durch news aktuell

Quelle: Presseportal