Regensburg (ots) – Natürlich ist Fritz Keller auf der Position des DFB-Präsidenten nicht mehr tragbar. Eine solche Entgleisung, wie er sie sich gegenüber seinem „Vize“ Rainer Koch erlaubt hat, lässt sich mit einer Entschuldigung nicht aus der Welt schaffen. Sollte ihm tatsächlich die Einsicht fehlen, müssen ihm eben andere im Verband schleunigst die Augen öffnen. Fritz Keller ist nur noch ein Präsident auf Abruf.

Der als Hoffnungsträger von außen geholte Winzer hat die in ihn gesetzten Erwartungen ohnehin nie erfüllt. Statt wie vollmundig verheißen beim größten Sportfachverband der Welt mal ordentlich durchzulüften, rieb er sich in Grabenkämpfen auf und legte sich in Rekordzeit jene Bunkermentalität zu, wie sie in der Frankfurter Zentrale seit langem herrscht. Keller ist zugute zu halten, dass der DFB in seiner derzeitigen Struktur wohl gar nicht mehr reformierbar ist. Zu groß, ja mittlerweile unüberbrückbar sind die Interessenunterschiede zwischen dem Profi- und dem Amateurlager, als dessen Fürsprecher sich Koch profiliert hat. Das Flaggschiff Nationalmannschaft schwebt derweil längst in einem eigenen Orbit. An der Aufgabe, diese Gegensätze unter einen Hut zu bringen, muss ein Präsident fast zwangsläufig scheitern. Im Tollhaus DFB müsste ein Neuanfang auf allen Ebenen her. Höchst fraglich ist allerdings, ob dafür die Kraft und der Wille vorhanden sind. Ob sich noch einmal eine geeignete Persönlichkeit findet, die sich den Präsidentenjob antun will, steht sowieso dahin.

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