Frankfurter Rundschau (ots) – Zwei Jahrzehnte lang hat sich kaum jemand für Afghanistan interessiert. Plötzlich aber sind Deutschlands Biertische voller Afghanistanexperten. Es sei doch „klar gewesen“, was da passieren würde, heißt es. Wieder mal hätten die Regierungen verkannt, was jedem normalen Menschen von vornherein einleuchten müsste. Sogar die Einheimischen stehen in Wirklichkeit vor einem Rätsel. Warum verzichteten Hunderttausende Soldaten der afghanischen Armee darauf, die Waffen zu erheben, als die Taliban kamen? Verdächtig schnell wurde stattdessen Präsident Aschraf Ghani außer Landes gebracht. Am Ende wunderten sich sogar die Taliban selbst über das Tempo, mit dem sie in den Präsidentenpalast eindringen konnten. Welche geheimen Deals hat es da gegeben? Wie weit ging die Infiltration von Armee und Polizei? Die Klärungen werden dauern. Eins aber steht fest: Das afghanische Rätsel wird man nicht lösen durch billige parteipolitische Schuldzuweisungen innerhalb der Hauptstädte des Westens.

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