Berlin (ots) – Wohnungsbau in Berlin soll maßgeblich durch die Aufstockung von Bestandsbauten realisiert werden. Das fordert Theresa Keilhacker, die im Mai gewählte neue Präsidentin der Berliner Architektenkammer, im Interview mit der Tageszeitung „nd.DerTag“ (Dienstagausgabe). Mit Holzkonstruktionen ließen sich beispielsweise Geschosswohnungsbauten aus den 1950er Jahren „mindestens um ein bis zwei Etagen aufstocken“, sagte Keilhacker. „Bereits 2010 wurde mit einem Gutachten belegt, dass die Bauten der Nachkriegszeit entgegen vielfacher Behauptungen der Immobilienwirtschaft zu tragbaren Kosten ertüchtigt werden können“, so die Architektin. Selbstverständlich müssten über Zuschüsse Wege gefunden werden, damit die Aufstockungen nicht überbordend teuer würden.

Aufstockungsvorhaben scheitern allerdings oft an Bedenken der Feuerwehr, im Brandfall die oberen Geschosse erreichen zu können. „Der Schlüssel dafür ist die Neuaufteilung des Straßenraums mit der Verkehrswende. Wir haben deshalb als Architektenkammer bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen einen erneuten Anlauf angeregt, damit sich alle Beteiligten – unter anderem Tiefbau-, Straßen- und Grünflächenämter, Ordnungsämter wegen der Parkraumbewirtschaftung und die Feuerwehr natürlich – an einen Tisch setzen, um eine gemeinsame Lösung für die Aufteilung zu finden“, so Keilhacker weiter. Dann müsste auch nicht bei jedem Lückenschluss-Neubau für 200 000 Euro ein zusätzliches Sicherheitstreppenhaus gebaut werden, erklärte die Architektin. „Doch bei den Parkplätzen fürchtet die Politik offenbar den Volkszorn.“

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