Köln (ots) – Hilflose Seniorinnen und Senioren sollen in einem Pflegeheim in Bayern verhungert und verdurstet sein. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln. Die Rede ist von falschen Medikamenten, mangelnder Hygiene und nicht versorgten Wunden. Ehemalige Heimbewohner, Angehörige und Pflegefachkräfte berichten von Gewalt und Psychoterror. Für das ARD radiofeature haben Claudia Gürkov, Christiane Hawranek und Melanie Katharina Marks den Fall detailliert aufgearbeitet.

Im Juli 2020 erreicht eine E-Mail einer anonymen Informantin die Redaktion von BR Recherche. Sie berichtet von unhaltbaren Zuständen in einem Seniorenheim. Es ist der Auftakt zu monatelangen Recherchen in einem Kriminalfall, der die Autorinnen im Verlauf ihrer Arbeit immer wieder überrascht und erschüttert hat. „Das Horrorheim – Ein Feature über profitorientierte Pflege auf Kosten der Betroffenen“ heißt das neue ARD radiofeature, das ab Mittwoch, 24. März 2021, in acht Wort- und Kulturwellen der ARD zu hören und im Internet unter www.ardaudiothek.de als Podcast verfügbar ist.

Im Laufe ihrer Arbeit sichten die Autorinnen Dokumente, die zeigen, dass über Jahre hinweg desolate Zustände in dem Heim geherrscht haben. Die Aufsichtsbehörden wurden immer wieder informiert, offenbar gingen sie aber nicht jeder Beschwerde konsequent nach. Bis heute ist das Heim nicht geschlossen worden.

Die Spuren führen auch ins europäische Ausland. Mittlerweile ermitteln in drei Ländern Staatsanwaltschaften zu Heimen des Betreibers. Dieser selbst wiegelt ab und spielt mit den Aufsichtsbehörden teils Katz und Maus. Ein Missstand fällt auf, man gelobt Besserung – doch dann kommt es anders.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt immer noch. Ob es zu einem Prozess kommt und jemand verurteilt wird, ist derzeit unklar. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung. Die Informantin, die sich im Laufe des Features zu erkennen gibt, sagt indes: „Es ist für mich einfach nicht nachvollziehbar, wie so ein Heim in Deutschland überhaupt existieren darf.“

Claudia Gürkov ist Investigativ-Reporterin bei BR Recherche/BR Data, Redakteurin und Moderatorin. Schwerpunkte ihrer Arbeit für den BR und die ARD sind Privatisierung, Nationalismus sowie Schwarzarbeit und Korruption, vor allem in den Bereichen Bau und Gesundheitswesen. Sie wurde mit dem Journalistenpreis „Evidenzbasierte Medizin in den Medien“ ausgezeichnet.

Christiane Hawranek ist Reporterin bei BR Recherche und Autorin von Reportagen, Podcasts und Dokumentationen für den BR und die ARD/das Erste. Sie beschäftigt sich mit Menschen, denen Unrecht geschieht und mit Behördenversagen. Themenschwerpunkte sind dabei Medizin, Justiz und Soziales. Ihre Recherche für „Blackbox Heim“ über systematisch eingesperrte Heimkinder führte zur Änderung eines Bundesgesetzes. Sie gewann unter anderem den Axel-Springer-Preis und den Robert Geisendörfer Preis.

Melanie Katharina Marks studierte Wirtschafts-, Medien- und Kommunikationswissenschaften in Köln, Paris und München und wurde an der Deutschen Journalistenschule ausgebildet. Gemeinsam mit ihrer Abschlussklasse erhielt sie den Otto Brenner Preis in der Kategorie Newcomer für eine Recherche zu den Anfängen der AfD. Praktische Erfahrungen sammelte sie unter anderem beim ZDF Paris, der F.A.Z. in Brüssel und der Tagesschau. Seit 2018 arbeitet sie beim Radiosender B5 aktuell, seit 2020 als multimediale BR-Korrespondentin.

Journalist*innen mit Zugang zur WDR-Presselounge können das ARD radiofeature ab sofort im dortigen Vorführraum hören.

Sendetermine:

SWR 2 Mittwoch, 24. März 2021, 22:03 Uhr

MDR Kultur Mittwoch, 24. März 2021, 22:00 Uhr

BR 2 Samstag, 27. März 2021, 13:05 Uhr

SR 2 KulturRadio Samstag, 27. März 2021, 17:04 Uhr

Bremen Zwei (RB) Samstag, 27. März 2021, 18:05 Uhr

NDR Info Sonntag, 28. März 2021, 11:05 Uhr

WDR 5 Sonntag, 28. März 2021, 13:04 Uhr

hr2-kultur Sonntag, 28. März 2021, 18:04 Uhr

Redaktion: Verena Nierle, Till Ottlitz, Johannes Berthoud (BR)

Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks für das ARD radiofeature 2021.

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Telefon 0221/220-7100
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Quelle: Presseportal