München (ots) –

-  56% der internationalen Restrukturierungsexperten geben an, dass ihre Kunden sich besser durch die Covid19-Pandemie manövriert haben als durch die Finanzkrise. 
-  Trotz vorhandener Liquidität und niedrigen Zinsen glauben 96% der Restrukturierungsexperten, dass die Auswirkungen der Pandemie ihre Kunden 2021 in Bedrängnis bringen wird. 
-  Aufgrund höherer Restrukturierungsaktivitäten und staatlicher Hilfsprogramme schätzen die Befragten die Lage in Deutschland insgesamt besser ein als im globalen Vergleich. 
-  Dennoch werden die deutschen Unternehmen (exkl. Finanzsektor) ca. 60 Milliarden Euro für den Wiederaufbau des Nettoumlaufvermögens benötigen.  

München (ots) – Mehr als die Hälfte der Restrukturierungsexperten aus den USA und Europa (56%) geben in der diesjährigen Turnaround- und Restrukturierungsstudie des globalen Beratungsunternehmen AlixPartners an, dass ihre Kunden die Auswirkungen der Pandemie besser überstanden haben als die der letzten Finanzkrise. Die Mehrheit (80%) verweist darauf, dass die Unternehmen im vergangenen Jahr einen besseren Zugang zu Liquidität hatten. Mehr als zwei Drittel der Restrukturierungsexperten in ganz Europa (71%) und fast die Hälfte (47%) in den USA geben zudem an, dass sie in den kommenden Monaten erwarten, dass das Zinsenniveau niedrig bleibt.

Die Umfrage wurde im April 2021 durchgeführt und besteht aus den Antworten von mehr als 500 Restrukturierungsexperten von Finanzberatungsunternehmen, Banken und Anwaltskanzleien sowie Unternehmensexperten aus verschiedenen Branchen in den USA, Großbritannien, Deutschland, Schweiz, Frankreich und Italien.

Doch trotz der vorhandenen Liquidität und der niedrigen Zinsen glauben 96% der befragten Restrukturierungsexperten, dass die Pandemie ihre Kunden in diesem Jahr in Bedrängnis bringen wird. Mehr als jeder Dritte (35%) geht sogar davon aus, dass über die Hälfte ihrer Kunden, die sich 2020 eine Finanzierung gesichert haben, zum Ende des Jahres 2021 wieder in finanzielle Not geraten werden.

Positivere Stimmung in Deutschland

Im Vergleich zum globalen Durchschnitt wird die Lage in Deutschland insgesamt besser eingeschätzt, auch wenn in der DACH-Region in den nächsten Jahren mehr wesentliche Restrukturierungsaktivitäten als auf globaler Ebene erwartet werden. Ohne diese operativen Restrukturierungen gibt es in Deutschland kaum präventive Liquiditätsspritzen. „Das Risiko einer Zombie-Blase schätze ich gering ein. Viele Unternehmen haben sich parallel zur Finanzierung an die Lösung der grundlegenden Probleme gemacht.“, sagt Dr. Axel Schulte, Managing Director und Global Co-Head für den Bereich Turnaround und Restrukturierung bei AlixPartners.

Zudem hat die Bundesregierung eine Reihe von Programmen umgesetzt, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise abzumildern. In Deutschland werden diese Maßnahmen gut angenommen, was sich laut AlixPartners positiv auf die Lage vieler Unternehmen auswirkt. Auch neue Liquiditätszusagen kommen im Gegensatz zu privaten Investoren vermehrt von staatlichen Institutionen. Die Studie verdeutlicht, dass privatwirtschaftliche Verhandlungen und Lösungen (bspw. Anpassung bestehender Finanzierungen, Bilanz-Restrukturierungen) in der DACH-Region von geringerer Bedeutung sind als im globalen Durchschnitt.

Trotz der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen hinterlässt die Krise Spuren in den Bilanzen deutscher Unternehmen. Die aggregierte Verschuldung aller deutscher Unternehmen (exkl. Finanzsektor) hat sich laut weiterführender AlixPartners Analysen bis Q3/ 2020 auf knapp 2,15 Billionen Euro erhöht (+5% gegenüber Q4/ 2019).

Finanzierungsbedarf und Lösungsansätze

Neben der bereits gestiegenen Verschuldung (ca. 200 Milliarden Euro) werden die deutschen Unternehmen (exkl. Finanzsektor) nach AlixPartners Analysen ca. 60 Milliarden Euro für den Wiederaufbau des Working Capitals (Nettoumlaufvermögens) benötigen. Daraus entsteht ein doppelter Handlungsdruck: Die Unternehmen müssen die bereits gestiegene Verschuldung zurückführen. Gleichzeitig erhöhen steigende Umsätze auch den Bedarf, das Working Capital wieder aufzubauen, was wiederum Liquidität erfordert. „Somit steigt der Druck, neben der Erhöhung der Profitabilität durch Ergebnis-verbessernde Maßnahmen auch die Kapitalproduktivität weiter zu steigern. Dieses wird aber nicht immer ausreichen, sodass auch strukturelle Maßnahmen wie die Verschlankung des Produkt-Portfolios oder die Anpassung der Wertschöpfungstiefe und darüber hinaus Transaktionen zum Verkauf von Assets zur Liquiditätsgenerierung eingesetzt werden“, sagt Dr. Karsten Lafrenz, Managing Director bei AlixPartners.

Über die „AlixPartners Turnaround- & Restrukturierungsstudie 2021“

Die jährliche „AlixPartners Turnaround- & Restrukturierungsstudie“ befragt bereits zum 16. Mal führende Restrukturierungs- und Transformationsexperten in mehreren Ländern nach ihrer Einschätzung der Weltwirtschaft. Dabei geht es um deren Meinung zur Entwicklung der globalen Wirtschaft sowie um branchentypische Tendenzen und Trends. Zudem werden, sowohl gesamtwirtschaftlich als auch in unterschiedlichen Branchen, dringende Notwendigkeiten für Veränderungen und Umstrukturierungen diskutiert.

Über AlixPartners

Die global agierende Beratung AlixPartners steht für die ergebnisorientierte Unterstützung namhafter Mandanten bei zeitkritischen und komplexen Transformations- und Ertragssteigerungsprogrammen. Tiefgreifende Branchenexpertise und funktionale Kompetenz sowie die Kenntnis der Hebel erfolgreicher Restrukturierungen ermöglichen es AlixPartners, den Wandel von groß- und mittelständischen Unternehmen zielgerichtet zu begleiten.

Vom „manager magazin“ und der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Management & Beratung (WGMB) wurde AlixPartners 2021 wiederholt als eines der besten Beratungsunternehmen im Bereich Restrukturierung ausgezeichnet. Mit etwa 1.600 Mitarbeitern ist AlixPartners weltweit in mehr als 25 Büros vertreten. AlixPartners-Berater arbeiten an herausfordernden Projekten, die die Zukunft von Unternehmen maßgeblich beeinflussen, oft in kritischen Situationen, bei denen viel auf dem Spiel steht – when it really matters.

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Quelle: Presseportal