Ludwigshafen (ots) –

Gestern, 29.04.2024, wurden der Polizei insgesamt sechs Betrugsversuche gemeldet.

Von einer angeblichen Lottogesellschaft erhielt bereits am 21.04.2024 ein 76-Jähriger einen Anruf. Ihm sollte weisgemacht werden, der Senior habe in der Vergangenheit gespielt und ein Abonnement abgeschlossen. Nun habe er Schulden in Höhe von 3.000 Euro. Als der 76-Jährige angab, das Geld nicht zu zahlen, wurde ihm die Nummer eines angeblichen Staatsanwalts genannt. Der Senior durchschaute die betrügerische Absicht und ließ sich nicht darauf ein.

Mit einer ähnlichen Masche versuchten Betrüger am 24.04.2024 eine 66-Jährige zu täuschen. Ihr gegenüber wurde behauptet, sie habe ein Gewinnspiel gekündigt und man benötige für die Abwicklung nun einen Teil ihrer IBAN. Die 66-Jährige ließ sich davon nicht beeindrucken und legte auf, ohne die Daten zu übermitteln.

Eine 65-Jährige erhielt per Email eine angebliche Mahnung eines Anwaltsbüros wegen eines vermeintlichen Vertrags mit einer Lotto-Zentrale. Sie versuchte die Kanzlei daraufhin zu erreichen. Die angegebene Nummer war jedoch nicht vergeben. Es kam zu keinem Schaden.

Eine SMS, vermeintlich von seinem Telefonanbieter, erhielt ein 32-Jähriger. In dem Glauben durch diesen auf die echte Homepage zu gelangen, klickte er auf einen in der SMS übersandten Link. Dort gab er seine Anmeldedaten ein, konnte sich jedoch nicht einwählen. Erst am nächsten Tag fiel ihm der Betrug auf. Zu diesem Zeitpunkt wurden über seine Handynummer bei einem Bezahlportal Einkäufe im Wert von über 1.000 Euro getätigt und damit sein Vertrag belastet.

Bei einer 65-Jährigen und einem 52-Jährigen versuchten Betrüger außerdem mit der Masche „Falscher Microsoft-Mitarbeiter“ an Geld zu gelangen.
Der 52-Jährige erhielt einen Anruf in dem vorgegeben wurde, sein Laptop sei mit Viren infiziert und man wolle ihm helfen. Im Weiteren gestatte der Mann dem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter Fernzugriff auf seinen Rechner und übermittelte dabei auch seine Bankdaten. Im Anschluss wurden über 3.000 Euro von seinem Konto abgebucht.
Die 65-Jährige erhielt auf ihrem Computer eine Warnmeldung, die scheinbar von Microsoft stammte. Für die Behebung des Fehlers rief sie eine ihr angezeigte Telefonnummer an. Es meldete sich ein unbekannter Mann, der sich als Mitarbeiter
von Microsoft ausgab. In dem Gespräch bot dieser der 65-Jährigen verschiedene Sicherheitssysteme an, die sie über Google.Play-Karten bezahlen könne. Die 65-Jährige erkannte die betrügerische Absicht und legte auf. Nach derzeitigen Erkenntnissen entstand kein Schaden.

Die Polizei appelliert: Immer wieder versuchen Betrüger am Telefon Geld und Wertgegenstände zu erbeuten. Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise und informieren Sie Ihre Angehörigen! Insbesondere ältere Menschen werden durch die trickreichen Täter häufig getäuscht.

Hier gängige Maschen im Überblick:

Falsche Gewinnversprechen

Das Versprechen angeblich hoher Gewinne ist eine Masche, die Betrüger in den unterschiedlichsten Varianten anwenden. Die Methode ist immer die gleiche: Vor einer Gewinnübergabe werden die Opfer dazu aufgefordert, eine Gegenleistung zu erbringen, zum Beispiel „Gebühren“ zu bezahlen, kostenpflichtige Telefonnummern anzurufen oder an Veranstaltungen teilzunehmen, auf denen minderwertige Ware zu überhöhten Preisen angeboten wird. Die vorgetäuschten Szenarien werden von den Gaunern laufend verändert. Mehr zu diesen Betrugsmaschen – beispielhaft dargestellt – erfahren Sie hier: https://s.rlp.de/8G

Falsche Microsoft-Mitarbeitende

Die Masche ist immer ähnlich: Die angeblichen – häufig nur Englisch oder gebrochen Deutsch sprechenden – Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass der Rechner des Angerufenen Fehler aufweise, von Viren befallen oder gehackt worden sei oder ein neues Sicherheitszertifikat benötige und bieten ihre Hilfe an. Dazu sollen ihre Opfer auf ihren Geräten eine Fernwartungssoftware installieren mit der die angeblichen Probleme gelöst werden können. Das Problem: Sobald die Betrüger Zugriff auf die Rechner ihrer Opfer haben und können sie sensible Daten, beispielsweise Passwörter für das Online-Banking ausspähen. Darüber hinaus verlangen sie für ihre vermeintliche Service-Leistung eine Gebühr. Manchmal fordern sie für das Erneuern einer angeblich abgelaufenen Lizenz ebenfalls Geld oder sie überreden ihre Opfer dazu, einen kostenpflichtigen Wartungsvertrag einzugehen.

Messenger-Betrug:

Weit verbreitet ist inzwischen auch die Betrugsmasche per Messenger-Dienst. Dabei geben sich die Täter als Verwandte oder Bekannte aus und behaupten, dass die angezeigte Rufnummer die neue Erreichbarkeit sei. Im Anschluss wird um die Überweisung von Geldbeträgen gebeten, da man sich in einer Notlage befinde oder aktuell selbst keine Überweisungen vornehmen könne. Meist beginnt die Textnachrichten der Betrüger mit: „Hallo Mama/ hallo Papa, mein Handy ist kaputtgegangen. Hier meine neue Nummer. Die alte Nummer kannst du löschen.“ Das im Laufe des Gesprächs geforderte Geld, meist einige tausend Euro, landet auf einem Konto der Betrüger.

Phishing

Cyberkriminelle verschicken betrügerische Nachrichten per E-Mail, über Messenger oder über soziale Netzwerke und fordern Nutzerinnen und Nutzer dazu auf, vertrauliche Informationen wie Passwörter, PINs/TANs Zugangsdaten oder Kreditkartennummern preiszugeben. Angeschriebene sollen auf einen Link klicken.

Die Gefahr: Die angegebenen Links führen auf gefälschte Internetseiten, auf denen die Daten abgegriffen werden. Die Nachrichten wirken täuschend echt, die Absender seriös. Viele Empfänger schöpfen daher keinen Verdacht und geben ihre Daten den Kriminellen preis. Durch KI-basierte Textübersetzung sind die Zeiten vorbei, in denen man Phishing an falscher Grammatik und Tippfehlern erkennen kann.

Seien Sie skeptisch bei E-Mails unbekannter Absender. Ihre Bank, Diensteanbieter oder Behörden bitten niemals per E-Mail darum, persönliche Daten wie Passwörter über einen Link zu ändern. Öffnen Sie keine Anhänge. Empfehlenswert ist es außerdem, Accounts zusätzlich mittels Zwei-Faktor-Authentisierung zu schützen. Durch die zweite Stufe der Identifizierung können Kriminelle selbst dann nicht auf Ihre Daten zugreifen, wenn sie bereits Ihr Passwort erbeutet haben.

Wir raten:

   - Legen Sie den Hörer auf! Das ist nicht unhöflich.
   - Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotrufnummer 110 
     an.
   - Übergeben Sie nie Geld oder Wertsachen an Unbekannte!
   - Die Polizei wird Sie niemals dazu auffordern, Geld oder 
     Wertsachen herauszugeben.
   - Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon mit den 
     Worten "Rate mal, wer hier spricht!" meldet, ohne sich selbst 
     namentlich vorzustellen.
   - Nutzen Sie nicht die Rückwahltaste! Geben Sie bei Rückfragen an 
     die Polizei die Telefonnummer der örtlichen Dienststelle selbst 
     über die Tasten ein.
   - Halten Sie in allen Fällen telefonische Rücksprache zu Ihren 
     Angehörigen oder kontaktieren Sie diese unter der Ihnen 
     bekannten Nummer.

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Rheinpfalz
Pressestelle
Hannah Berens
Telefon: 0621-963-1500
E-Mail: pprheinpfalz.presse@polizei.rlp.de
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