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Tote Apps im Play Store: Googles überfällige Warnung steckt vorerst nur im Code

Der Play Store soll künftig melden, wenn eine installierte App aus dem Store entfernt wurde und keine Updates mehr bekommt. Noch steckt die Funktion nur im Code – das eigentliche Thema dahinter ist die Sicherheit veralteter Apps.

Android-Smartphone mit zahlreichen bunten App-Icons auf dem Startbildschirm

Auf jedem Android-Gerät sammeln sich über die Jahre Apps an, die irgendwann sang- und klanglos aus dem Play Store verschwinden – installiert bleiben sie trotzdem. Aufgefallen ist das bisher meist erst beim Gerätewechsel oder wenn Updates ausblieben. Genau diese Lücke will Google offenbar schließen: Der Play Store soll künftig melden, wenn eine installierte App aus dem Store geflogen ist. Offiziell angekündigt ist das allerdings noch nicht.

Was Google plant – und warum Play Protect das bisher nicht abdeckt

Heute meldet sich Play Protect nur, wenn eine App als schädlich eingestuft oder wegen gravierender Verstöße gesperrt wird. Eine App, die ein Entwickler freiwillig zurückzieht oder die wegen kleinerer Richtlinienverstöße aus dem Angebot fliegt, verschwindet dagegen lautlos – auf dem Gerät bleibt sie liegen. Hier würde die neue Funktion ansetzen: Der Store erkennt, dass eine installierte App nicht mehr gelistet ist, und weist darauf hin, dass es keine Updates mehr geben wird.

Den gefundenen Textbausteinen zufolge gibt es die Meldung in drei Varianten – je nachdem, ob eine, zwei oder mehrere Apps betroffen sind. Mehrere Entfernungen fasst der Store also in einer Benachrichtigung zusammen, statt für jedes Programm einzeln zu nerven.

Noch ist es ein Leak, kein Release

Entdeckt wurde die Funktion bei einem APK-Teardown der Play-Store-Version 51.4.19 – also durch das Auseinandernehmen der App-Datei, das Hinweise auf noch nicht freigeschaltete Funktionen liefert. Die Code-Schnipsel fand der bekannte Leaker AssembleDebug, gemeldet hat sie Android Authority. Google selbst hat sich nicht geäußert, einen Termin gibt es nicht.

Und wie so oft bei Teardown-Funden gilt: Was im Code steckt, muss nicht zwangsläufig in einem Release landen. Schon 2024 tauchten ähnliche Hinweise auf Qualitätswarnungen im Store auf – nicht alles davon ist am Ende sichtbar geworden.

Das eigentliche Thema heißt Updates

Wichtiger als die reine Aufräum-Hilfe ist der Sicherheitsaspekt. Eine App, die keine Updates mehr bekommt, sammelt mit der Zeit ungepatchte Lücken – und gerade ältere Programme mit Zugriff auf Konten, Kontakte oder Standort sind dann ein Risiko, das niemand mehr auf dem Schirm hat. Auf den Geschäftsgeräten, die ich betreue, ist genau das ein Dauerthema: irgendeine vor Jahren installierte App, die keiner mehr anfasst und die längst aus dem Store geflogen ist. Bisher fällt das nur auf, wenn man aktiv nachsieht – und bei rund zwei Millionen Apps im Store macht das von Hand niemand.

Damit passt die Funktion ins Bild einer Plattform, die Google seit einer Weile gezielt ausmistet: strengere Mindestanforderungen an Funktion und Stabilität, das Aussortieren von Apps, die außer Speicherplatz nichts belegen. Eine Warnung bei toten Apps ist die logische Ergänzung dazu – und ehrlich gesagt überfällig.

Ob und wann die Meldungen auf den Geräten ankommen, ist offen. Dass der Code bereits hinterlegt ist, spricht zumindest dafür, dass Google die Sache ernsthaft testet. Die interessantere Frage ist, ob die Warnung am Ende nur informiert oder gleich eine bequeme Deinstallation mitliefert – denn der Hinweis allein räumt noch kein einziges totes Programm vom Telefon.

◆ Über den Autor

Alexander Baumgärtner

Seit über 20 Jahren in der IT — mit allem, was dazugehört: abgestürzten Servern um zwei Uhr nachts, Migrationen, die laut Plan eine Stunde dauern sollten, und Kunden, die "schnell mal" eine neue Software brauchen. Hauptberuflich führe ich die ProMedia24, eine kleine IT-Firma in Wallenhorst bei Osnabrück. Auf Blogspan.net schreibe ich über IT-Themen, die mich interessieren oder wo ich glaube, dass jemand genauer hinschauen sollte: Server, Cloud, Sicherheit, KI, Hardware, gelegentlich auch Foto-Equipment oder Smarthome — wenn es technisch genug ist, landet es hier. Schreibstil: lieber konkret als geschwurbelt, gerne auch mal kritisch.