Heilbad Heiligenstadt/Bonn (ots) –

In der Sendung „phoenix persönlich“ spricht Inga Kühn mit Werner Henning, CDU, Landrat im Landkreis Eichsfeld, über die Angriffe auf Politikerinnen und Politiker, die Herausforderungen der Kommunen bei der Aufnahme von Flüchtlingen, seine Erfahrungen mit der Bezahlkarte und den Umgang mit der AfD und den Linken.

„Mit großem Kopfschütteln, mit Aufregung, mit tiefer Ablehnung“ werde in seinem Landkreis Eichsfeld über die zunehmende Verrohung diskutiert, sagt Werner Henning, CDU, dienstältester Landrat Deutschlands mit Blick auf die jüngsten Angriffe auf Politikerinnen und Politiker. „Es ist richtig, dass der Staat mit der Macht, die ihm zur Verfügung steht, gegen solche Tätlichkeiten vorgeht“, so Henning weiter.

Henning würde es bedauern, wenn durch solche Bedrohungen das politische Engagement für die Gemeinde verlorenginge. „Wir brauchen das Engagement von engagierten, guten, hochmotivierten Demokraten im Sinne von einem anständigen, ehrbaren Verhalten, um das Alltagsleben bei uns selbst auch weiter in der Hand zu behalten.“

Mit Blick auf die Zahl der Flüchtlinge in seinem Landkreis, erklärt Werner Henning: „Ich war immer an einer Belastungsgrenze.“ Er habe sich bei 300 Flüchtlingen nicht vorstellen können, 500 unterzubringen. „Heute habe ich 2500. Ich habe schlaflose Nächte, weil ich nicht weiß, wie es weitergeht, und dennoch gibt es immer wieder auch Phasen, wo man dann gewisse Erleichterungen verspürt.“

Bei der Unterbringung von Flüchtlingen habe er immer versucht, sich nicht gegen die eigene Bevölkerung zu stellen, sagt Henning. „Aber ich habe auch in der eigenen Bevölkerung immer wieder dazu animiert, dass es um unser Selbstbildnis geht. Also, dass man dem Fremden so begegnet, wie wir selbst aufgenommen sein wollen. Das ist ein hoher Anspruch und bei vielen praktischen Erlebnissen, die wir haben, tut man sich selber schwer, diesen hohen Anspruch durchzuhalten. Aber ganzheitlich war es immer noch möglich.“

Zum Umgang mit der AfD auf kommunaler Ebene erklärt Landrat Henning, man müsse den Begriff „Zusammenarbeit“ definieren: „Wenn Zusammenarbeit bedeuten würde, man würde Absprachen treffen und man würde gemeinsam strategisch irgendetwas entwickeln, dann gibt es eine solche Zusammenarbeit bei mir nicht, die hat es nie gegeben. Ich kann es aber nun einmal nicht ändern, dass auch Herr Höcke im Kreistag sitzt. Der Wähler hat ihn in den Kreistag entsandt, und ich glaube, wir tun gut daran, damit korrekt umzugehen.“

Für eine Zusammenarbeit mit der Linken sei er immer offen gewesen, so Henning, das würde nicht bedeuten, dass er alle inhaltlichen Positionen teile oder ein „Linker in einem parteipolitischen Bekenntnis“ sei. „Wenn ich die letzte Legislaturperiode im Thüringer Landtag überschaue, sind wir mit Bodo Ramelow gut gefahren. Das würden nicht alle meine Kollegen so unterschreiben.“ Doch allein vom Menschenbild sei er mit den Linken auf der Ebene des Landtags „im Großen und Ganzen gut zurechtgekommen. Und das gilt in besonderer Weise für Bodo Ramelow.“

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