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OpenAI auf Amazon Bedrock: GPT-5.5 und Codex jetzt auch auf AWS

OpenAI stellt GPT-5.5, GPT-5.4 und Codex über Amazon Bedrock bereit — mit AWS-Sicherheitsrahmen und ohne separaten Vertrag für bestehende AWS-Kunden. Verfügbar zunächst in US-Regionen, inklusive GovCloud.

OpenAI GPT-5.5 und Codex auf Amazon Bedrock — offizielle Ankündigung AWS
Bild: Amazon Web Services

Amazon Bedrock sammelt: Anthropic mit Claude, Meta mit Llama, Mistral — und ab jetzt OpenAI. GPT-5.5, GPT-5.4 und der Code-Agent Codex sind auf AWS allgemein verfügbar, inklusive US-GovCloud für Behörden und regulierte Branchen.

Was auf Bedrock läuft — und was Compliance-Teams konkret interessiert

GPT-5.5 und GPT-5.4 laufen über Bedrocks Inferenz-Layer, Codex kommt als pay-per-Token-Modell ohne Seat-Lizenzen. Preislich gilt OpenAIs Standardtarif ohne AWS-Aufschlag; Nutzungskosten werden gegen bestehende AWS-Commitments angerechnet. Die AWS-Sicherheitsarchitektur greift vollständig: IAM-Berechtigungen, VPC- und PrivateLink-Isolation, KMS-Verschlüsselung und CloudTrail-Audit-Logging. Ein Punkt, den AWS explizit hervorhebt: Prompts und Antworten werden nicht zum Modelltraining verwendet und nicht mit OpenAI geteilt. Genau das wollen Enterprise-Compliance-Abteilungen schriftlich sehen.

Für Firmen mit laufenden AWS Enterprise-Agreements bedeutet das: kein separater OpenAI-API-Vertrag, kein zweiter Datenschutzrahmen, Kosten über eine Rechnungsstelle. Manche meiner KMU-Kunden führen heute genau diese Paralleldopplung — AWS hier, OpenAI-API da. Für die ist das eine echte Vereinfachung.

Die Verfügbarkeit ist zunächst auf US-Regionen beschränkt. Wann Europa folgt, ist nicht angekündigt.

Was das für die KI-Cloudstrategie bedeutet

OpenAI und Microsoft verbindet eine milliardenschwere Investitionsbeteiligung — Azure war die primäre Plattform, über die GPT-Modelle in Unternehmensumgebungen ausgerollt wurden. Dass OpenAI jetzt auch AWS bedient, markiert den Schritt zur Plattformneutralität: Die Modelle sollen überall laufen, nicht nur im Microsoft-Ökosystem.

AWS Bedrock hat sich als der Marktplatz positioniert, auf dem die relevanten KI-Anbieter präsent sein wollen. Anthropic war früh dabei, Meta und Mistral folgten. OpenAI war das auffälligste Loch in der Auswahl — das schließt sich jetzt. Für Entwicklerteams, die ihren gesamten Stack in AWS betreiben, ist das eine sinnvolle Konsolidierung: ein Sicherheitsmodell, ein Billing-Stream, keine externe API-Abhängigkeit mehr.

Wer Bedrock schon produktiv nutzt, hat GPT-5.5 ohne Extraaufwand dabei — das ist pragmatisch gut gelöst. Was fehlt, ist eine Perspektive für europäische Regionen. US-only plus GovCloud ist für internationale Kunden erst der halbe Weg.

◆ Über den Autor

Alexander Baumgärtner

Seit über 20 Jahren in der IT — mit allem, was dazugehört: abgestürzten Servern um zwei Uhr nachts, Migrationen, die laut Plan eine Stunde dauern sollten, und Kunden, die "schnell mal" eine neue Software brauchen. Hauptberuflich führe ich die ProMedia24, eine kleine IT-Firma in Wallenhorst bei Osnabrück. Auf Blogspan.net schreibe ich über IT-Themen, die mich interessieren oder wo ich glaube, dass jemand genauer hinschauen sollte: Server, Cloud, Sicherheit, KI, Hardware, gelegentlich auch Foto-Equipment oder Smarthome — wenn es technisch genug ist, landet es hier.Schreibstil: lieber konkret als geschwurbelt, gerne auch mal kritisch.