Elon Musk führt mehrere Milliarden-Dollar-Unternehmen gleichzeitig — und offenbar mit einem gemeinsamen Posteingang. Ein US-Bundesgericht in Texas hat entschieden, dass Musk Dokumente aus seinen SpaceX- und Tesla-E-Mail-Accounts herausgeben muss, obwohl der Streit im Kern um die Unternehmen X Corp. und xAI geht. Der ausschlaggebende Beleg: Der CFO von xAI sandte Finanzinformationen direkt an Musks SpaceX-E-Mail-Adresse.
Hintergrund: Grok gegen ChatGPT im App Store
Musk hat Apple und OpenAI im Wettbewerbsrecht verklagt. Konkret wirft er beiden antikonkurrenzwidriges Verhalten vor: Apple habe eine exklusive Vereinbarung mit OpenAI getroffen, durch die ChatGPT tief in iOS, Siri und Apple Intelligence eingebunden wird — während Musks KI-Assistent Grok in den App-Store-Rankings gezielt schlechter gestellt werde. Das Verfahren läuft vor dem United States District Court im Northern District of Texas unter Richter Mark Pittman; Magistrat Hal R. Ray Jr. war für die erste Anordnung zuständig.
Warum das Gericht durch die Firmenstruktur hindurchsieht
Die Anwälte von X Corp. und xAI argumentierten, sie könnten die Herausgabe von Tesla- und SpaceX-E-Mails nicht veranlassen, da sie diese Firmen rechtlich nicht vertreten. Das Argument klingt formal korrekt — bis das Gericht einen konkreten Gegenbeleg präsentierte: Der CFO von xAI hatte Finanzinformationen an Musks SpaceX-E-Mail-Adresse geschickt. Magistrat Ray ordnete die Herausgabe daraufhin an; Richter Pittman lehnte den Einspruch von X und xAI ab. Einen verbindlichen Abgabetermin legte das Gericht dabei nicht fest.
Im Tagesgeschäft kenne ich das — Unternehmer mit mehreren Firmen schicken geschäftliche Dokumente regelmäßig ans falsche Postfach, weil das gerade das erreichbare war. Bei einer kleinen GmbH ist das lästig; bei einem Milliarden-Dollar-Konzern im laufenden Rechtsstreit wird daraus ein handfestes Argument gegen die eigene Prozessstrategie. Was Musk in seinen SpaceX- und Tesla-Konten über xAI- und X-Vorgänge kommuniziert hat, bleibt für das Verfahren vorerst offen. Ob die Klage gegen Apple und OpenAI am Ende auf belastbaren Beweisen steht oder hauptsächlich als Wettbewerbs-Statement gemeint war, lässt sich erst beurteilen, wenn die erzwungenen Dokumente tatsächlich vorliegen.


