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MSI Claw 8 EX AI+: Intels neuer Handheld-Chip kommt am 23. Juni – und der Preis ist der Haken

Am 23. Juni bringt MSI mit dem Claw 8 EX AI+ den ersten Handheld mit Intels Arc G3 Extreme – starke Datenblätter, aber ein happiger Preis im denkbar schlechtesten Speichermoment.

MSI Claw 8 EX AI+ Gaming-Handheld in der Farbe Void Purple, Frontansicht mit 8-Zoll-Display und Controller-Griffen
Bild: MSI

Intel will im Handheld-Markt nicht länger Zaungast sein. Mit dem Arc G3 Extreme schickt der Hersteller erstmals ein SoC ins Rennen, das nicht aus einer Notebook-Reihe abgeleitet, sondern von Grund auf für tragbare Spiele-PCs entworfen wurde – und MSI ist mit dem Claw 8 EX AI+ einer der ersten Partner am Start. Marktstart soll der 23. Juni sein. Die technischen Daten lesen sich stark. Der erwartete Preis weniger.

Der Chip ist die eigentliche Neuerung

Zwei Jahre lang führte im Premium-Segment kaum ein Weg an AMDs Ryzen Z2 Extreme vorbei – ROG Xbox Ally X, Lenovo Legion Go, auch MSIs eigener Claw A8 setzten auf Team Red. Der Arc G3 Extreme ist Intels direkte Antwort: gefertigt im 18A-Prozess auf Panther-Lake-Basis, mit 14 CPU-Kernen (zwei P-, acht E- und vier LP-E-Cores) und einer integrierten Arc-B390-Grafik mit zwölf Xe3-Kernen. Dazu bis zu 4,7 GHz Takt, LPDDR5X-8533, 25 Watt Grundlast und bis zu 80 Watt im Turbo.

MSI Claw 8 EX AI+ mit eingeblendetem Intel-Arc-G3-Extreme-Branding, Produktansicht des Windows-11-Handhelds
Bild: MSI

Was das in Bildern pro Sekunde bedeutet, ist noch offen. In einer Hands-on-Demo zur Computex soll der Handheld Forza Horizon 6 im Akkubetrieb mit rund 80 fps gestemmt haben – allerdings mit zugeschaltetem XeSS 3 und Multi-Frame-Generation, und das ist ein vom Hersteller gezeigter Wert, kein unabhängig gemessener. Bis belastbare Tests vorliegen, bleibt der „Angriff auf AMD“ eine Ankündigung.

Drumherum bleibt vieles beim Alten

So neu der Chip ist, so vertraut wirkt der Rest. Das 8-Zoll-Display löst weiter mit 1.920 × 1.200 Pixeln auf, 120 Hz, VRR, 100 Prozent sRGB, 500 Nits – dieselbe IPS-Einheit wie im Claw 8 AI+. Auch der 80-Wh-Akku, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 und zwei Thunderbolt-4-Ports kennt man bereits. Sichtbar geändert hat sich vor allem das Gehäuse: ausladendere Griffe im Stil des ROG Xbox Ally X, ein tiefer sitzendes Panel, neu platzierte Lautsprecher. MSI nennt das Ergebnis „peak ergonomics, peak performance, peak software“ – Marketing-Vokabular, das man getrost überlesen darf.

MSI Claw 8 EX AI+ aus seitlicher Perspektive, Detailansicht der ergonomischen Griffe und Bedienelemente
Bild: MSI

Ein praktisches Detail abseits der Hochglanz-Folien: Die 1-TB-SSD steckt diesmal in einem regulären M.2-2280-Slot statt im kompakteren 2230-Format. Standardgröße heißt im Klartext, dass sich der Speicher später mit handelsüblichen, bezahlbaren Modulen aufrüsten lässt – kein Spezialteil nötig. Angeboten wird der Handheld in einer neuen Farbvariante namens „Void Purple“.

Der Preis trifft auf den denkbar schlechtesten Moment

Genau hier wird es unangenehm. Einen offiziellen Preis nennt MSI auf seiner Produktseite noch nicht – dort gibt es bislang nur einen „Benachrichtigen“-Button. Die auf der Messe gezeigte Konfiguration kursiert mit rund 1.500 US-Dollar, ein früheres Händlerlisting aus Italien nannte 1.599 Euro für die Variante mit 32 GB und 1 TB. Das wären etwa 200 Euro mehr als für das Lunar-Lake-Modell – und das in einer Phase, in der die seit Herbst 2025 anhaltende Speicherkrise bei DRAM und NAND ohnehin jeden Handheld verteuert.

Wie sehr, zeigt die Konkurrenz: Valve hat das Steam Deck OLED mit 1 TB gerade auf 919 Euro angehoben, das ROG Xbox Ally X liegt bei rund 899 Euro. Mich überzeugt der Aufpreis für den MSI in diesem Umfeld noch nicht – 1.600 Euro sind Notebook-Geld, und der erste Handheld mit einem brandneuen Chip ist erfahrungsgemäß selten der ausgereifteste. Wer es nicht eilig hat, wartet zumindest ab, was Acers Predator Atlas 8 mit demselben Arc G3 Extreme im Oktober kostet.

Spannender als das Spitzenmodell könnte ohnehin die kleinere Liga werden: Intel hat neben dem Extreme auch einen regulären Arc G3 mit schwächerer B370-Grafik im Programm, und genau daraus dürften die Geräte entstehen, die nicht gleich vierstellig starten. Für MSI ist der Claw 8 EX AI+ das Schaufenster-Stück – die Frage ist, ob die Kundschaft im aktuellen Preisklima überhaupt Lust auf das Schaufenster hat.

◆ Über den Autor

Alexander Baumgärtner

Seit über 20 Jahren in der IT — mit allem, was dazugehört: abgestürzten Servern um zwei Uhr nachts, Migrationen, die laut Plan eine Stunde dauern sollten, und Kunden, die "schnell mal" eine neue Software brauchen. Hauptberuflich führe ich die ProMedia24, eine kleine IT-Firma in Wallenhorst bei Osnabrück. Auf Blogspan.net schreibe ich über IT-Themen, die mich interessieren oder wo ich glaube, dass jemand genauer hinschauen sollte: Server, Cloud, Sicherheit, KI, Hardware, gelegentlich auch Foto-Equipment oder Smarthome — wenn es technisch genug ist, landet es hier.Schreibstil: lieber konkret als geschwurbelt, gerne auch mal kritisch.