Am 13. Juli läuft bei Microsoft Office für Mac ein Lizenzzertifikat ab — und damit beginnt für einen Teil der Nutzer ein unfreiwilliger Lesemodus. Betroffen sind in erster Linie Office 2019 für Mac sowie Microsoft-365-Installationen auf macOS-Versionen älter als Monterey (12.0). Was ab dem Stichtag noch funktioniert: Dokumente öffnen, lesen, drucken. Was nicht mehr: bearbeiten, speichern, neue Dateien anlegen.
Was der „Reduced Functionality Mode“ konkret sperrt
Der Begriff klingt nach vorübergehender Einschränkung — tatsächlich ist es eine Kernfunktions-Sperre. Im Lesemodus öffnet Office vorhandene Dateien noch, jede Bearbeitung ist aber blockiert. Office 2021 für Mac soll laut heise online noch ein Zertifikats-Update erhalten; Office 2019 ist am Ende seiner Lebensdauer und bekommt keins mehr.
Besonders ungünstig für Nutzer älterer Mac-Modelle: Wer kein Upgrade auf macOS 12 (Monterey) installieren kann — weil die Hardware zu alt ist —, dem ist auch der Weg zu einer aktuellen Office-Version versperrt. Das macOS-Update scheidet hardware-seitig aus, das Office-Update setzt das neue macOS voraus — damit ist für diese Nutzergruppe schlicht kein regulärer Update-Pfad vorhanden.
Microsoft sagt selbst: kein Sicherheitsproblem
Das Unternehmen stellt ausdrücklich klar: Das Zertifikat diene „ausschließlich der Lizenzprüfung“, und es handele sich „nicht um ein Sicherheitsproblem“. Wer eine Kauflizenz für Office 2019 erworben hat, verliert die Editierfunktion, weil Microsoft ein Lizenzzertifikat bewusst nicht verlängert. Das ist keine technische Notwendigkeit, sondern eine Geschäftsentscheidung.
Für Nutzer ohne Update-Pfad ist LibreOffice die naheliegendste Alternative: läuft auf macOS 11 aufwärts, liest und schreibt Office-Formate, kennt keine ablaufenden Lizenzzertifikate. Bei meinen KMU-Kunden laufen noch einige ältere Macs auf genau diesem Stand — da wandert der 13. Juli jetzt in den Kalender, bevor er sich als stiller Funktionsverlust im laufenden Betrieb bemerkbar macht.


