Wiesbaden. (ots) –

„Das Kalifat ist die Lösung“, stand vor zwei Wochen auf den Plakaten. Aber eigentlich nur für muslimische Staaten, stellten die Teilnehmer nach der Islamisten-Demo vor zwei Wochen in Hamburg klar. Von Deutschland habe man doch gar nicht geredet. Nun, zwei Wochen später, gab es die nächste Versammlung in Hamburg. Diesmal konnte die Gruppierung „Muslim Interaktiv“ nicht mehr nur „mehr als 1000 Teilnehmer“ mobilisieren, sondern es gingen bereits 2300 Menschen auf die Straße und der Instagram-Account der Gruppe wuchs in der gleichen Zeit von knapp 5000 auf knapp 6.000 Follower. Eigentlich scheint es für die Gruppe also gut zu laufen.

Denn „Muslim Interaktiv“ macht das, was man als Extremist so macht: Aufmerksamkeit durch bewusste Provokation und das Brechen von Tabus generieren, sich danach als Opfer darstellen – und das Ganze nutzen, um neue Anhänger zu finden. Möglichst unter Abgehängten und Frustrierten, die sich ebenfalls oft falsch verstanden fühlen. Bei aller Durchschaubarkeit ist das brandgefährlich – und deshalb verstärkter Beobachtung wert.

Daher ist es richtig, dass die Behörden einer Wiederholung der Veranstaltung von vor zwei Wochen vorgebeugt haben. Die Forderung nach einem Kalifat in Deutschland war diesmal in Wort, Bild oder Schrift verboten. Eine Geschlechtertrennung der Teilnehmer wurde ebenfalls untersagt. Nicht vergessen sollte man aber: Die Versammlungen in Hamburg sind vor allem Beschleuniger für ein Anwachsen der Gemeinschaft auf den Social Media-Kanälen. Auch da genau hinzuschauen – und Radikalisierungen zu verhindern, ist die schwierigere Aufgabe. Vor allem vor dem Hintergrund des blutigen Gaza-Krieges. Denn dieser sorgt nicht nur, aber insbesondere in der muslimischen Community für ein Rumoren, was auch der ESC in Schweden am Wochenende wieder gezeigt hat.

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