Leipzig (ots) –

Wer auf den Rollstuhl angewiesen oder sehbehindert ist, den bremsen oft fehlende Rampen oder kaputte Aufzüge. Auch anderswo schließen Barrieren Menschen von der Teilhabe aus. Deutschland komme seinen Verpflichtungen nicht nach, kritisieren sogar die Vereinten Nationen. Barrierefreiheit: Warum geht es kaum vorwärts? Darüber diskutiert die „Fakt ist!“-Runde aus Magdeburg am Montag, 29.04.2024, ab 20.30 Uhr im Livestream auf mdr.de/tv, auf dem MDR-YouTube-Kanal sowie um 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen und im Anschluss in der ARD Mediathek.

Ungefähr 13 Millionen Menschen mit einer Beeinträchtigung leben in Deutschland und rund acht Millionen von ihnen sind schwerbehindert. Café-Besuche, mit der Bahn verreisen, ins Fußballstadion gehen: Dafür müssen sie oft Umwege auf sich nehmen. Barrierefreiheit ist jedoch kein Luxuswunsch, sondern verbrieftes Recht gemäß der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Die UN haben Deutschland erst im Herbst in einem Bericht für Versäumnisse bei der Teilhabe behinderter Menschen sowie der Inklusion kritisiert.

Barrierefreiheit ist zudem nicht nur für Menschen mit Behinderungen wichtig. Stufenlose Zugänge oder niedrige Einstiege in die Straßenbahn nützen auch Familien mit Kinderwagen oder Senioren mit Rollator. Doch etliche Rathäuser in Sachsen-Anhalt sind für Rollstuhlfahrer versperrt und für hör- und sehbehinderte Menschen gibt es noch häufiger Hürden: Das haben MDR SACHSEN-ANHALT und das Medienhaus CORRECTIV bei ihrem derzeit laufenden Projekt „Stopp! Wo kommst du nicht voran?“ recherchiert.

Barrierefreiheit heißt auch: Fahrkartenautomaten sollten für Sehbehinderte bedienbar sein und Behördenformulare in einfacher Sprache vorliegen. Warum gibt es hier weiter Defizite? In den USA sind sogar Privatunternehmen zur Barrierefreiheit verpflichtet. Gibt es in Deutschland keine ausreichenden Sanktionen? Sollte Barrierefreiheit zum Gütesiegel im Wohnungsbau werden? Fehlt es an Quoten, Vorschriften – oder auch an gesellschaftlicher Sensibilität? Wie könnte Barrierefreiheit der gesamten Gesellschaft nützen – oder ist sie einfach zu teuer?

Über diese und andere Fragen diskutiert Moderatorin Anja Heyde mit ihren Gästen:

Kerstin Römer vom Rolli-Club Halberstadt Dr. Klaus Renziehausen, Vorstand beim Verein „Bewusst Autistisch“ in Halle Nicole Anger (DIE LINKE), Landtagsabgeordnete in Sachsen-Anhalt und zuständig unter anderem für Politik für Menschen mit Behinderung Daniel Szarrata (CDU), Oberbürgermeister von Halberstadt Dr. Christian Walbrach, Beauftragter der Landesregierung Sachsen-Anhalt für die Belange der Menschen mit Behinderungen.

Zudem können im „Fakt ist!“-Bürgertalk die Gäste im Studio ihre Fragen an die Talkrunde stellen.

Die Sendung wird auch in Gebärdensprache gedolmetscht.

Pressekontakt:

Thomas Ahrens, MDR-Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. (0391) 539 21 21.

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Quelle: Presseportal