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Logitech Signature Comfort Plus M850 L: das Polster ist neu, der Rest ist Aufholjagd

Logitech erweitert die Signature-Reihe um drei neue Office-Modelle. Die M850 L ist laut Hersteller die erste Logitech-Maus mit fest integrierter Handballenauflage – und füllt die Lücke zwischen M650 und MX-Serie. Eine Einordnung.

Logitech Signature Comfort Plus M850 L mit gepolsterter Handballenauflage auf einem Schreibtisch
Bild: Logitech

Logitech hat am 26. Mai 2026 die Signature-Comfort-Plus-Reihe vorgestellt. Drei neue Office-Mäuse und ein Tastatur-Maus-Set kommen ab Juni in den Handel. Aufhänger ist die M850 L – laut Hersteller die erste Logitech-Maus mit fest integrierter Handballenauflage. Bei genauerem Hinsehen ist genau dieses Polster die einzige echte Neuerung. Der Rest holt nach, was bei der Vorgängerin M650 schmerzte.

Das Polster ab Werk – Logitechs Antwort auf Memory-Schaum-Zubehör

Die Signature Comfort Plus M850 L bekommt eine gummierte Auflage am hinteren Mausrücken, dazu eine geformte Rechtshänder-Kontur und gummierte Seitengriffe. Das Schwestermodell M840 L bietet exakt dieselben technischen Daten, verzichtet aber auf die Polsterung – und kostet 5 Euro weniger. Bei der zugehörigen MK880-Tastatur ist die Handballenauflage aus Doppelschaumstoff fest verbaut, die Tastenreihen sind geschwungen, der Tippwinkel zwischen 0, 4 und 8 Grad einstellbar.

Das Konzept ist sinnvoll, aber inhaltlich nicht revolutionär. Memory-Schaum-Auflagen liegen als Zubehör seit Jahren auf jedem zweiten Schreibtisch. Logitech integriert das, was viele Nutzer bislang selbst zusammengestellt haben, ab Werk – mehr nicht. Der Hersteller selbst spricht von Produkten, die sich „bewusst zurücknehmen“. Treffender lässt sich das Angebot kaum beschreiben.

Detailaufnahme der Signature Comfort Plus M850 L mit gummiertem Seitengriff und Handballenauflage
Bild: Logitech

Easy-Switch und Akku – was der M650 fehlte

Wichtiger als das Polster ist eine Funktion, die in der Pressemitteilung untergeht: Easy-Switch für bis zu drei Geräte. Die Vorgängerin Signature M650 L ließ sich zwar via Bluetooth oder Logi-Bolt-Empfänger anbinden, ein Umschalten zwischen mehreren Geräten gehörte aber nicht zum Funktionsumfang. Genau das war einer der häufigsten Kritikpunkte in den Tests von 2022. Mit der M850 L wechselt man jetzt zwischen Arbeitsrechner, privatem Laptop und Tablet, die MK880 macht das gleiche Spiel für die Tastatur mit.

Die Batterielaufzeit gibt Logitech mit bis zu zwei Jahren für die Maus und bis zu drei Jahren für die Tastatur an. Beides sind Hersteller-Angaben – unabhängige Messungen im Dauerbetrieb stehen noch aus. In der Pressemitteilung spricht Logitech ausdrücklich von „Batteriewechseln“, nicht von Ladezyklen. Die Reihe arbeitet also mit auswechselbaren Batterien, keine fest verbauten USB-C-Akkus wie bei der MX-Serie.

Logi Options+ erlaubt Tastenbelegung, Smart Actions und einen „KI-Schnellzugriff“ auf Copilot, Gemini oder ChatGPT. Das ist ein konfigurierbarer Software-Knopf, der ein Chatfenster öffnet – kein eigener Chip, keine On-Device-Intelligenz. Über Logi Tune lassen sich zusätzlich Meeting-Funktionen für Zoom und Teams auf bestimmte Tasten legen.

Logitech MK880 Tastatur-Maus-Set mit gepolsterter Handballenauflage und geschwungenen Tastenreihen
Bild: Logitech

55 Euro – die Lücke zwischen M650 und MX Master 3S

Die UVPs liegen bei 54,99 Euro für die M850 L, 49,99 Euro für die M840 L ohne Polsterung und 109,99 Euro für das MK880-Set. Die Business-Varianten mit Logi-Bolt-USB-C-Empfänger und zentraler Verwaltung über Logitech Sync kosten 5 beziehungsweise 10 Euro Aufpreis.

Damit positioniert sich die M850 L genau in der Lücke zwischen Einsteigermodell und Premium-Linie. Die Vorgängerin Signature M650 L gibt es im Handel inzwischen für 28 bis 37 Euro. Wer mehr will, landet bei der Logitech MX Master 3S, die im Straßenpreis bei rund 76 Euro startet – mit aufladbarem Akku, 8000-DPI-Sensor, MagSpeed-Scrolling und USB-C. In den Büros, die ich betreue, ist die MX-Serie der inoffizielle Standard für alle, die mehr als acht Stunden täglich mit der Maus arbeiten; günstiger ausgestattete Arbeitsplätze bekommen üblicherweise eine M650 oder eine vergleichbare Office-Maus.

Die M850 L ist für genau diese mittlere Schicht gemacht: gepolsterter als die M650, ohne den Aufpreis und den USB-C-Akku der MX-Modelle. Ob das Polster die rund 20 Euro Differenz zur Vorgängerin wert ist, hängt davon ab, wie ernst es jemandem mit ergonomischen Details ist.

Wer als IT-Verantwortlicher ohnehin im Logitech-Ökosystem arbeitet und nach einer Office-Maus für den Schreibtisch ohne Vertikal-Form sucht, bekommt mit der M850 L eine solide Option mit kleineren Verbesserungen gegenüber der M650. Die Business-Variante mit Logi-Bolt und Sync-Anbindung dürfte für IT-Abteilungen interessanter sein als das Polster selbst – sie macht die Maus flottenfähig. Echte Begeisterung lösen aber weder Form noch Preis aus. Eher die Frage, warum es bei einem Hersteller mit dieser Produktbreite fast zwei Jahrzehnte gedauert hat, eine Maus mit fest verbauter Handballenauflage anzubieten.

◆ Über den Autor

Alexander Baumgärtner

Seit über 20 Jahren in der IT — mit allem, was dazugehört: abgestürzten Servern um zwei Uhr nachts, Migrationen, die laut Plan eine Stunde dauern sollten, und Kunden, die "schnell mal" eine neue Software brauchen. Hauptberuflich führe ich die ProMedia24, eine kleine IT-Firma in Wallenhorst bei Osnabrück. Auf Blogspan.net schreibe ich über IT-Themen, die mich interessieren oder wo ich glaube, dass jemand genauer hinschauen sollte: Server, Cloud, Sicherheit, KI, Hardware, gelegentlich auch Foto-Equipment oder Smarthome — wenn es technisch genug ist, landet es hier.Schreibstil: lieber konkret als geschwurbelt, gerne auch mal kritisch.