Hamburg (ots) –

Ein Jahr nach der Einführung des Deutschlandtickets ist der Erfolg des Angebots auch für die Angestellten deutscher Großstädte spürbar: 76 Prozent der Städte bieten ihnen das bundesweit geltende ÖPNV-Abo als vergünstigtes Jobticket an. Das zeigt eine Greenpeace-Abfrage (Link: https://act.gp/4b5XdNJ) unter den 100 größten deutschen Städten, an der sich 83 beteiligt haben. 63 der 83 bieten ihren Angestellten das Deutschlandticket bereits als Jobticket an, drei weitere werden es nach eigenen Angaben in den kommenden sechs Monaten einführen. 17 der 83 antwortenden Städte bieten es bisher nicht an und wollen dies kurzfristig auch nicht ändern. 18 Städte haben nicht geantwortet. „Für die meisten Beschäftigten der großen Städte gehört das Deutschlandticket heute zu einem selbstverständlichen Angebot ihrer Arbeitgeber – das ist eine großartige Erfolgsgeschichte, die sicher noch weitergeht“, sagt Marissa Reiserer, Greenpeace-Mobilitätsexpertin. „Jetzt muss das ÖPNV-Angebot genauso selbstverständlich besser werden. Es darf nicht sein, dass zum Pendeln gezwungene Menschen zusätzlich durch schlechten ÖPNV im Umland benachteiligt werden. Das D-Ticket muss ein attraktives Angebot für alle werden.“

Wie stark Städte das Ticket fördern, variiert deutlich. In Dresden, Köln oder Essen etwa kostet das D-Ticket Jobticket die Mitarbeitenden 34,30 Euro. Angestellte der Städte Mainz oder Freiburg zahlen für die deutschlandweite ÖPNV-Nutzung lediglich 9 Euro zu. Die Stadt München übernimmt die Kosten für ihre Angestellten sogar vollständig. Eine Mehrheit der befragten Städte (59 von 100) unterstützt ihre Angestellten zudem finanziell bei der Nutzung von Fahrrädern oder E-Bikes.

Fehlende Zusagen des Verkehrsministers lassen das Deutschlandticket wackeln

Die Abfrage unterstreicht die Gefahr der anhaltenden Debatte über Preis und Fortbestand des Deutschlandtickets. Gut 90 Prozent der antwortenden Städte (76 von 83) geben an, dass ein langfristig stabiler Preis „wichtig“ oder sogar „sehr wichtig“ in ihrer Entscheidung für das D-Ticket Jobticket sei. Die Finanzierung des inzwischen mehr als elf Millionen Mal verkauften Deutschlandtickets ist lediglich für dieses Jahr gesichert. Während die Länder bereit sind, mögliche Mehrkosten auch künftig zur Hälfte zu übernehmen, fehlt diese Zusage bislang von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP). „Das Deutschlandticket ist der größte Fortschritt für die Mobilitätswende, den Volker Wissing zustande gebracht hat, und nun lässt der Verkehrsminister dieses Ticket schon wieder wackeln“, so Reiserer. „Damit das Deutschlandticket sein Potenzial entfalten kann, braucht es jetzt verbindliche Zusagen durch Bund und Länder für die kommenden zehn Jahre.“

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