Berlin (ots) –

Die Folgen des Klimawandels betreffen alle Generationen, wenn auch in unterschiedlicher Weise. Der Deutsche Alterssurvey befragte Menschen ab 43 Jahren nach ihrem Bedrohungsempfinden. Etwa jede/r Vierte schätzte die Bedrohung durch die Klimakrise eher hoch ein. Während es keine Altersunterschiede gab, zeigten sich signifikante Unterschiede insbesondere zwischen Frauen und Männern.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus: „Angst um die Zukunft unseres Planeten hat nicht nur die junge Generation. Auch ältere Menschen sorgen sich um den Klimawandel. Das belegen die Daten des Deutschen Alterssurveys, der nun auch die Einstellung älterer Menschen zum Klimawandel erhoben hat. Dass Älteren das Thema egal ist, entpuppt sich dabei als Vorurteil. Das ist eine wichtige Erkenntnis, die Generationen stärker zusammenrücken lässt und unser Miteinander fördern kann. Halten wir uns an Tatsachen und realistische Altersbilder. Dafür setze ich mich ein.“

Im Deutschen Alterssurvey wurde die Frage gestellt „Bei der folgenden Frage geht es darum, wie sich die Klima-Krise auf Sie persönlich und Ihr Umfeld auswirkt und wie Sie diese erleben. Inwiefern empfinden Sie die Klima-Krise als Bedrohung?“. Der Grad der Bedrohung konnte auf einer Skala von 1 (überhaupt keine Bedrohung) bis 10 (extreme Bedrohung) angegeben werden.

Untersucht wurden Altersgruppen, also wie sich zum Beispiel Personen in der Mitte des Lebens (43 bis 55 Jahre) von denen im höheren Alter (76 bis 90 Jahre) unterscheiden. In dieser höheren Altersgruppe wäre einerseits zu vermuten, dass etwa gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Hitzeperioden die wahrgenommene Bedrohung verstärken. Andererseits werden die vollen Auswirkungen des Klimawandels erst in Zukunft sichtbar werden und ältere Menschen werden diese nicht mehr in vollem Maße miterleben, sodass sie sich deshalb möglicherweise weniger sorgen. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen sind aber genauso wenig signifikant (Mittelwerte zwischen 5,62 und 5,86) wie die nach Einkommen (Mittelwerte zwischen 5,55 und 5,96).

Anders sieht es bei der Betrachtung der Geschlechterunterschiede aus: Frauen empfinden mit einem Mittelwert von 6,03 die Klimakrise in stärkerem Maße als Bedrohung als Männer (5,57). Dieser Befund steht im Einklang mit anderen Studien.

Dr. Mareike Bünning ordnet diesen Unterschied ein: „Als mögliche Erklärungen werden in der Forschung beispielsweise Unterschiede in der Sozialisation oder in der politischen Orientierung angenommen. Das heißt, Mädchen werden eher dazu sozialisiert, das Gemeinwohl im Blick zu haben, bzw. verorten sich Frauen im Durchschnitt weiter links im politischen Spektrum als Männer und Klimapolitik wird oft als linke Politik angesehen.“ Männer hingegen nutzten zum Beispiel häufiger Fahrzeuge, die viel CO2 ausstoßen und bevorzugten eher Nahrungsmittel, deren Produktion mit erhöhtem CO2-Ausstoß hergestellt werden.

Die detaillierten Ergebnisse sind nachzulesen in: Bünning, M., Hagen, C. & Simonson, J. (2024). Wahrgenommene Bedrohung durch den Klimawandel in der zweiten Lebenshälfte [DZA Aktuell 01/2024]. Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen. [DZA Aktuell 01/2024]. Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen. Online: https://ots.de/iiE614

Eine Pressegrafik wird zur Verfügung gestellt unter: https://www.dza.de/presse/download-pressegrafiken

Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte. Im Rahmen der Studie werden seit mehr als zwei Jahrzehnten Menschen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter regelmäßig befragt. Der Deutsche Alterssurvey wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

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Stefanie Hartmann
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