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DuckDuckGo: Knapp 30 Prozent mehr Nutzer — und eine neue Extension gegen Googles KI

Knapp 30 Prozent mehr Web-Besuche im Wochenvergleich, iOS-App-Downloads mit 69,9 Prozent Spitzenwert — DuckDuckGo profitiert direkt von Googles AI-Overviews-Rollout. Jetzt folgt eine Chrome/Firefox-Extension, die KI-freie Suche automatisch als Standard setzt.

Lupe liegt auf einem aufgeklappten Laptop — Symbol für KI-freie Suche mit DuckDuckGo

DuckDuckGo schreibt sich regelmäßig Wachstum auf die Fahnen — diesmal kommen konkrete Zahlen dazu: knapp 30 Prozent mehr Web-Besuche im Wochenvergleich, 18,1 Prozent mehr App-Downloads in den USA, bei iOS-Apps sogar ein Spitzenwert von 69,9 Prozent Zuwachs, laut eigenen Angaben. Das Timing spricht für sich. Google rollt AI Overviews gerade massiv aus — die KI-generierten Zusammenfassungen ganz oben in den Ergebnissen, bevor überhaupt ein Link kommt — und ein offensichtlich wachsender Teil der Nutzer sucht aktiv nach dem Ausgang.

Was DuckDuckGo jetzt nachlegt

Zur Wachstumsmeldung liefert DuckDuckGo eine neue Extension mit: verfügbar für Chrome und Firefox, setzt noai.duckduckgo.com automatisch als Standard-Suchmaschine — also die Variante ohne KI-generierte Antwortblöcke. Wer DuckDuckGos eigenen Browser nutzt, behält diese Einstellung auch nach dem Löschen des Browserverlaufs — bisher ein häufiger Rückfallpunkt für Nutzer, die auf traditionelle Suchergebnisse umgestiegen waren. Geplant ist außerdem ein Update der Privacy-Essentials-Erweiterungen, das mehr Kontrolle über KI-Sucheinstellungen gibt.

Für meine KMU-Kunden ist DuckDuckGo seit Jahren ein Standard-Tipp, wenn Google-Ergebnisse zu sehr nach Anzeigenoptimierung riechen und Kunden schlicht saubere Treffer wollen. Das Interesse war immer da — die Nutzungszahlen folgen jetzt offenbar breiter.

Der Gegentrend ist größer als eine Extension

Das ist nicht isoliert. Das EU-Parlament hat diese Woche Qwant als Standard-Suchmaschine eingeführt — aus Datenschutz- und Souveränitätsgründen, aber auch als klares Statement gegen Google-Abhängigkeit. Brave Search wächst ebenfalls: eigener Index, kein Google-Tracking, KI optional statt verpflichtend. Das KI-freie oder KI-kontrollierbare Suchsegment ist nach wie vor eine Nische — aber die Dynamik hat sich gedreht.

Früher wechselten Nutzer zu Alternativen, weil sie Google misstrauten. Jetzt wechseln sie, weil Google sein Produkt aktiv verändert hat — und das nicht zu ihren Gunsten. AI Overviews liefern bei simplen Fragen schnelle Antworten, produzieren bei komplexeren Suchanfragen aber oft halbgares Destillat. Gleichzeitig nehmen sie Webseiten Traffic weg, was das Quellen-Ökosystem langfristig untergräbt — denn weniger Klicks bedeuten weniger Ressourcen für Redaktionen und Fachautoren, deren Inhalte die KI dann zusammenfasst.

Googles eigentliches Problem ist nicht DuckDuckGo als Konkurrent. Es ist, dass ein wachsender Teil der eigenen Stammnutzer die KI-Integration als objektive Verschlechterung erlebt. 30 Prozent Wochenwachstum klingen dramatisch — ob sie sich in dauerhafter Bindung niederschlagen, steht auf einem anderen Blatt. Erfahrungsgemäß kehren Nutzer bei spezifischen lokalen Anfragen zurück, weil die Treffqualität dort schwächer ist. Eine Extension, die den Wechsel reibungsloser macht, ist ein sinnvoller Schritt. Ausreichen wird das allein nicht.

◆ Über den Autor

Alexander Baumgärtner

Seit über 20 Jahren in der IT — mit allem, was dazugehört: abgestürzten Servern um zwei Uhr nachts, Migrationen, die laut Plan eine Stunde dauern sollten, und Kunden, die "schnell mal" eine neue Software brauchen. Hauptberuflich führe ich die ProMedia24, eine kleine IT-Firma in Wallenhorst bei Osnabrück. Auf Blogspan.net schreibe ich über IT-Themen, die mich interessieren oder wo ich glaube, dass jemand genauer hinschauen sollte: Server, Cloud, Sicherheit, KI, Hardware, gelegentlich auch Foto-Equipment oder Smarthome — wenn es technisch genug ist, landet es hier. Schreibstil: lieber konkret als geschwurbelt, gerne auch mal kritisch.