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DLSS 4.5 Ray Reconstruction: neues Transformer-Modell, gleiche Performance-Kosten

Der DLSS-Denoiser für Raytracing-Spiele bekommt im August eine zweite Transformer-Generation: 20 Prozent mehr Parameter, laut Hersteller 35 Prozent mehr Rechenleistung — bei identischen Performance-Kosten. Kompatibel mit allen GeForce-RTX-Karten ab Turing, 27 Spiele beim Start.

DLSS Ray Reconstruction im Vergleich: Artefakte der ersten Transformer-Generation gegenüber dem verbesserten Modell
Bild: Nvidia

Auf dem Computex hat Nvidia den letzten Baustein von DLSS 4.5 gezeigt: Ray Reconstruction 4.5, den KI-Denoiser der Plattform, jetzt mit einer zweiten Transformer-Generation. Das neue Modell bringt 20 Prozent mehr Parameter und — laut Nvidia — 35 Prozent höhere Rechenleistung, bei identischen Performance-Kosten wie die Vorgängerversion. Verfügbar ab August, kostenlos, für alle GeForce-RTX-Karten.

DLSS 4.5 umfasst mehrere Komponenten — Upscaling und Frame Generation wurden bereits ausgerollt; Ray Reconstruction vervollständigt jetzt das Set.

Was sich im Modell ändert

Ray Reconstruction ist kein Upscaler, sondern ein dedizierter Denoiser für Raytracing-Szenen: Statt klassischer Algorithmen zieht das neuronale Netz Bewegungs-, Tiefen- und Beleuchtungsdaten direkt aus der Engine und berechnet daraus stabilere Pixel — weniger Ghosting, weniger Artefakte in Szenen mit schnell wechselnden Lichtverhältnissen.

Die zweite Transformer-Generation verbessert dabei die Auswertung zeitlicher Daten aus vorherigen Frames. Nvidias Versprechen — 35 Prozent mehr Rechenleistung bei gleichen FPS-Kosten — ist eine Hersteller-Angabe ohne unabhängige Verifikation; der Vergleich gilt gegen DLSS 4.0 Ray Reconstruction, nicht gegen einen externen Benchmark. Praxistests liegen erst ab dem August-Release vor.

Drei Spiele, drei bekannte Fehlerbilder

Nvidia wählt die Demo-Szenen nicht zufällig — die gezeigten Artefakte aus DLSS 4.0 sind gut dokumentiert:

  • Indiana Jones and the Great Circle: Schnee- und Partikeleffekte streakten hinter Objekten. Das überarbeitete Modell hält Konturen stabiler.
  • Alan Wake 2: Auf In-Game-Bildschirmen entstanden flimmernde Flächenmuster. In 4.5 behoben.
  • Pragmata: Abgeschaltete Laser hinterließen Geisterbilder — eine klassische Schwäche von Temporal-Denoisern. Die überarbeitete Temporal-Auswertung adressiert das.

Bis August bleibt das Demo-Versprechen. Dass die Problemstellen real sind, ist allerdings unstrittig.

Ab August, 27 Titel, alle RTX-Karten — ohne Gegner in dieser Nische

27 Spiele sollen zum August-Start dabei sein, darunter Cyberpunk 2077, Star Wars Outlaws, Avatar: Frontiers of Pandora, Hogwarts Legacy, Half-Life 2 RTX und Call of Duty: Black Ops 7. Kompatibel mit allen GeForce RTX ab der Turing-Generation — also auch noch mit RTX-2000-Modellen aus dem Jahr 2018.

DLSS Ray Reconstruction steht in dieser Spezial-Kategorie ohne direkten Wettbewerber da: AMD FSR 4 ist ein Upscaler, kein KI-Denoiser für Raytracing-Frames; Intel XeSS ebenfalls. Wer für Raytracing-intensive Titel auf eine RTX-Karte setzt, bekommt im August eine kostenlose Verbesserung — und hat dabei in dieser Disziplin schlicht keine Wahl, was den Denoiser angeht. Das ist Nvidias komfortabler Marktvorteil, und er dürfte noch eine Weile bestehen.

◆ Über den Autor

Alexander Baumgärtner

Seit über 20 Jahren in der IT — mit allem, was dazugehört: abgestürzten Servern um zwei Uhr nachts, Migrationen, die laut Plan eine Stunde dauern sollten, und Kunden, die "schnell mal" eine neue Software brauchen. Hauptberuflich führe ich die ProMedia24, eine kleine IT-Firma in Wallenhorst bei Osnabrück. Auf Blogspan.net schreibe ich über IT-Themen, die mich interessieren oder wo ich glaube, dass jemand genauer hinschauen sollte: Server, Cloud, Sicherheit, KI, Hardware, gelegentlich auch Foto-Equipment oder Smarthome — wenn es technisch genug ist, landet es hier.Schreibstil: lieber konkret als geschwurbelt, gerne auch mal kritisch.