Freiburg/Río Grande do Sul (ots) –

Jahrhundertflut bedroht 1,5 Millionen Menschen – Caritas Brasilien ist mit Notfallteams unterwegs und verteilt Nothilfe – Obdachlose werden von der Kirche aufgenommen – Haushalte ohne Strom, schwierige Versorgungslage

Caritas international stellt 50.000 Euro für Nothilfe der Flutopfer in Brasilien bereit. „Dringend gebraucht werden jetzt vor allem Nahrungsmittel und sauberes Wasser, aber auch Kleider und Hygieneprodukte. Das Hab und Gut der Menschen ist schlicht im Hochwasser versunken, sie haben nun nichts mehr“, berichtet Manuel Brettschneider von Caritas international, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes. Der Brasilienreferent ist mit der Caritas in Brasilien in ständigem Austausch und über die Lage äußerst besorgt. „So etwas hat es seit mehr als 80 Jahren nicht mehr gegeben. Man kann von einer Jahrhundertüberschwemmung sprechen, das ist keine Übertreibung. Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort berichten Dramatisches, allein in São Leopoldo, der Wiege der deutschen Einwanderung in Brasilien, sind 40.000 Häuser zerstört.“

Die Caritas Brasilien ist mit Freiwilligen-Teams in den Überflutungsgebieten unterwegs, um den Betroffenen schnell zu helfen. Es werden Wasser, Hygieneartikel, Kleidung sowie Matratzen verteilt. Zahlreiche Kirchen und Gemeindeeinrichtungen haben ihre Türen geöffnet, um den akut Obdachlosen schnell ein Dach über dem Kopf zu bieten. „Wichtig sind jedoch auch monetäre Spenden, damit für Nothilfe wie für den langfristigen Wiederaufbau genügend Mittel bereitstehen“, appelliert Manuel Brettschneider.

Fast 80 Prozent der Gemeinden im Bundesstaates Rio Grande do Sul sind vom Hochwasser betroffen. 160.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, knapp 50.000 wurden in Notunterkünften untergebracht. „Im Katastrophengebiet spielen sich menschliche Tragödien ab“, so Brettschneider. Bislang sind über 100 Tote zu beklagen, 131 Menschen werden derzeit noch vermisst. Insgesamt sind im Bundesstaat Río Grande do Sul 1,5 Millionen Menschen von den Überflutungen betroffen.

Erschwerend wirken sich auch die Folgen der Stürme aus, die die Extremregenfälle begleitet und in der Region zu massiven Stromausfällen geführt haben. Eine halbe Million Haushalte sind gegenwärtig von der Versorgung mit Elektrizität abgeschnitten. Zudem sind auch Wasseraufbereitungsanlagen ausgefallen, was die Versorgung mit Trinkwasser sehr erschwert.

Die Häufung katastrophaler Überschwemmungen in Brasilien in jüngerer Zeit hängen mit klimatischen Veränderungen in den letzten Jahren zusammen. Es ist zu befürchten, dass sich dieser Trend mit dem Fortschreiten der Klimakrise weiter verschärfen wird.

Hinweis an die Redaktionen: Manuel Brettschneider steht für Interviews gerne zur Verfügung.

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