Frankfurt (ots) –

Neben einer Attraktivitätssteigerung von Studium und Ausbildung im Fachbereich IT, der Erleichterung von Quereinsteiger*innen und der Gewinnung von Expert*innen aus dem Ausland kann dem Fachkräftemangel in der IT-Branche mit einer systematischen familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik entgegengesteuert werden. Die berufundfamilie Service GmbH, Dienstleister und Think Tank im gleichnamigen Themenfeld, rät dazu, dabei auch zwei Zielgruppen in den Blick zu nehmen, die bislang vernachlässigt wurden: Frauen und lebensältere Beschäftigte.

Laut Berechnungen des Branchenverbands Bitkom wird sich der Mangel an IT-Fachkräften bis 2040 vervierfachen: 663.000 IT-Expert*innen werden in der Wirtschaft fehlen. Mehr als ein Zehntel – nämlich 68.500 – IT-Stellen könnten jedoch abgedeckt werden, wenn ältere Beschäftigte länger den IT-Unternehmen erhalten blieben. Damit das gelingt sind nicht nur finanzielle Anreize für die Arbeitgeber und die lebensälteren Mitarbeitenden zu schaffen, sondern auch attraktive Arbeitsbedingungen zu gestalten. Ein zentraler Baustein sind dabei alters- und alternsgerechte Vereinbarkeitsangebote. Die berufundfamilie empfiehlt Organisationen, die sich aktiv dem Thema „Arbeit und Alter“ widmen möchten, dieses systematisch im Rahmen ihrer familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik zu verfolgen. Das Tätigkeitsportfolio in der IT bietet älteren Mitarbeitenden gute Voraussetzungen, lange aktiv im Job zu sein. Flankiert werden müsste dies nach Ansicht der berufundfamilie mit Angeboten, die mehrere der folgenden Ziele verfolgen: die Zeitflexibilität erhöhen, die Arbeit altersgerecht bzw. alternsgerecht organisieren, das Miteinander der Generationen fördern, Personal altersgerecht gewinnen und entwickeln, Gesundheit erhalten, Rentner*innen einbinden und beschäftigen, Beruf und Pflege vereinbaren sowie Ehrenamt unterstützen.

Konkrete Lösungen für lebensältere Erwerbstätige sind beispielsweise eine altersgerechte Schichtplanung, ergonomische bzw. altersentsprechende Gestaltung des Arbeitsplatzes, die Beschäftigung von Senior-Azubis oder -Trainees, gezielte Personalgewinnung älterer Fachkräfte und Weiterbeschäftigung nach dem Renteneintritt (ggf. in Teilzeit).

Vereinbarkeit fördern bedeutet auch Vielfalt stärken

Silke Güttler, Leitung Corporate Communications der berufundfamilie Service GmbH, erörtert: „Derzeit sind nur 0,9 Prozent der Beschäftigten in der IT 65 Jahre oder älter. Weniger als 20 Prozent sind weiblich. Die Potenziale von Frauen und alternden und älteren Erwerbstätigen zu heben, ist ein wichtiger Hebel für die IT-Branche im Kampf gegen den Personalmangel. Es braucht daher jetzt umfassende und vorausschauende betriebliche Angebote, um diese Gruppen zu halten und zu gewinnen. Dies sind vor allem Lösungen zur Förderung der Work-Life-Balance. Mit ihnen können Arbeitgeber auch eine weitere Chance nutzen, die Vielfalt der Beschäftigten zu stärken und aus ihr zu schöpfen – und Biases wie Ageism zu durchbrechen sowie die Chancengerechtigkeit zu fördern. Denn auch ältere Beschäftigte sind leistungsfähig und zahlreiche Frauen zeigen eine hohe Affinität zu MINT-Berufen. Das kann als starkes Signal über die Branche hinauswirken.“

Beispielhaft: IT-Arbeitgeber mit Zertifikat zum audit berufundfamilie

Spezielle Angebote für Frauen und Senior Workers sind nach Ansicht der berufundfamilie allerdings nicht zwingend. Eine strategische betriebliche Vereinbarkeitspolitik bedeutet, Lösungen zu bieten, von denen alle Beschäftigten – und damit sowohl ältere als auch weibliche Mitarbeitende profitieren können. Dazu zählen Arbeitszeitkonten, flexible Arbeitszeitmodelle, Job-Sharing und Tandemmodelle, Gesundheitscoaching sowie Unterstützung bei der Notfallbetreuung von Kindern bzw. Pflegebedürftigen.

Zahlreiche Unternehmen, Institutionen und Hochschulen, die vereinbarkeitsfördernde Arbeits- und/ oder Studienbedingungen mit Unterstützung des audit berufundfamilie oder audit familiengerechte hochschule gestalten, gehen mit gutem Beispiel voran. Zu ihnen zählen auch IT-Unternehmen, die sich mit ihrem Portfolio an Lösungen zur Steigerung der Work-Life-Balance u.a. für weibliche und lebensältere Beschäftigte attraktiv aufstellen. So haben einige von ihnen Übergangsmodelle von der Erwerbstätigkeit in den Ruhestand implementiert. Als Angebot werden auch jährlich zwölf Tage für Weiterbildung und die Kostenübernahme von Gesundheitscheckups benannt. Einige IT-Unternehmen ermöglichen die Teilung von Arbeitsplätzen – auch für Führungskräfte. Das Engagement in bestehenden Frauennetzwerken oder die Gründung und Pflege eigener Women’s Circle tragen zur Sichtbarkeit und Förderung von weiblichen IT-Mitarbeitenden bei. Eltern – und damit Mütter und Väter – erhalten Unterstützung z.T. Zuschüsse für die Kinderbetreuung. Für die Notfallbetreuung gibt es bei einem IT-Unternehmen sogar einen Spielplatz auf dem Firmengelände und einen Spielcontainer.

Die berufundfamilie Service GmbH ist Dienstleister und Think Tank im Themengebiet Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben. Sie begleitet erfolgreich Unternehmen, Institutionen und Hochschulen bei der Umsetzung einer nachhaltigen familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik und der Gestaltung familiengerechter Arbeits-, Forschungs- und Studienbedingungen. Ihr zentrales Angebot ist das audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule, das von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung initiiert wurde. Das audit ist das strategische Managementinstrument, welches Arbeitgeber dazu nutzen, ihre Personalpolitik familien- und lebensphasenbewusst aufzustellen und ihre Arbeitgeberattraktivität zu stärken. Seit 1998 wurden nahezu 2.000 Organisationen mit dem Zertifikat zum audit ausgezeichnet. Bundesfamilienministerin Lisa Paus MdB trägt die Schirmherrschaft für das audit. www.berufundfamilie.de

Pressekontakt:

Silke Güttler
Leitung Corporate Communications
berufundfamilie Service GmbH
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E-Mail: s.guettler@berufundfamilie.de

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Quelle: Presseportal