Fünf von ursprünglich sieben geplanten Head-Mounted-Geräten hat Apple nach einem Bericht von Analyst Ming-Chi Kuo aus der Roadmap gestrichen. Was bleibt: eine displaylose KI-Brille für 2027 und eine AR-Brille mit optischen Wellenleitern für 2029. Den Schritt hat Apples neuer CEO John Ternus genehmigt — Kuo zufolge handelt es sich um eine umfassende Überholung des gesamten Spatial-Computing-Portfolios.
Was den Schnitt erklärbar macht
Der Hintergrund ist kein Geheimnis. Das Apple Vision Pro startete zu 3.499 Dollar und verkaufte sich in der Anfangsphase 2024 rund 390.000 Mal — dann brach die Nachfrage weg. IDC schätzte für das letzte Quartal 2025 noch rund 45.000 Einheiten; die Werbeausgaben für das Gerät sollen um über 95 Prozent eingebrochen sein, die Produktion wurde zwischenzeitlich gestoppt. Das M5 Vision Pro ist nach wie vor erhältlich, aber eine Massenware ist es nie geworden.
Das war der absehbare Preis für ein 3.500-Dollar-Gerät, das sich wie ein Entwickler-Prototyp anfühlt. Nicht wegen der Technologie — sondern weil Gewicht und Tragekomfort die Hauptgründe sind, warum Leute eine VR-Brille nach zwanzig Minuten wieder abnehmen.
Wohin Apple steuert — und der Schatten von Meta
Mit der displaylosen KI-Brille für 2027 und der AR-Brille mit Display für 2029 geht Apple einen anderen Weg: leichter, alltagstauglicher, wahrscheinlich günstiger. Das entspricht ungefähr dem, was Meta mit seinen Ray-Ban-Brillen seit Ende 2023 vorführt — ein einfaches Gerät für ein paar hundert Dollar, das Millionen Käufer trägt, weil es eben ein normales Brillengestell ist.
Mehrere meiner Kunden haben in den letzten Monaten gefragt, ob sich das Vision Pro für ihre Firma lohnt. Mein Rat war immer: Warten, bis die zweite Generation kommt. Die zweite Generation gibt es jetzt laut Kuo wahrscheinlich nicht — die Roadmap überspringt das vollständige Headset-Konzept und landet direkt bei einer Brille.
Einen Vorbehalt gibt es: Mark Gurman berichtete kurz vor Kuos Meldung von einem schlanken Vision-Pro-Nachfolger für 2028 oder 2029 — was Kuo direkt widerspricht. Entweder sind Kuos Informationen veraltet, oder das Projekt liegt noch in einem frühen Stadium, in dem beide gleichzeitig stimmen können. Apple selbst wird dazu schweigen, bis ein Produkt fertig ist. Für aktuelle M5-Vision-Pro-Nutzer bedeutet das vorerst nichts Schlechtes: Der Support läuft, visionOS 26 ist gerade erschienen.


