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Apple Developer Center Berlin: Das erste in Europa — und Brüssel liest mit

Apple kündigt sein erstes europäisches Developer Center in Berlin-Mitte an — das fünfte weltweit. Die Einrichtung soll Entwicklern Workshops und persönliche Apple-Beratung bieten; einen Eröffnungstermin gibt es noch nicht.

MacBook auf einem hellen Tisch — symbolisch für Apple-App-Entwicklung

Berlin bekommt Apples erstes Developer Center auf dem europäischen Kontinent. Der Konzern hat die Einrichtung in Berlin-Mitte angekündigt, die noch in diesem Jahr öffnen soll — einen konkreten Termin hat Apple bislang nicht kommuniziert. Weltweit ist es das fünfte Zentrum dieser Art, nach Standorten in Cupertino, Shanghai, Singapur und Bengaluru.

Was das Developer Center bieten soll

Das Zentrum soll Entwicklern direkten Zugang zu Apple-Tools, Workshops und persönlicher Beratung geben — ausdrücklich für alle Erfahrungsstufen und Unternehmensgrößen. Einzelentwickler, kleine Studios, größere Häuser: Apple beschreibt das Angebot bewusst offen.

Einzuordnen ist das in Apples bestehendes Developer-Support-Netz: 19 Developer Academies weltweit bieten längerfristige, intensivere Programme für ausgewählte Teilnehmer. Das Berlin-Zentrum setzt kürzer und niedrigschwelliger an — kein Bewerbungsverfahren, direkter Zugang, projektbezogene Sessions. Wer ein konkretes Problem mit seiner iOS- oder macOS-App hat, soll dort vorbeikommen können.

Warum Berlin, warum jetzt

Die Ankündigung fällt kurz vor der WWDC und in eine Phase, in der Apples Verhältnis zur EU angespannter kaum sein könnte. Der Digital Markets Act hat den Konzern zu Öffnungen gezwungen, die Apple aktiv und zäh bekämpft hat: alternative App-Stores, alternative Browser-Engines, Interoperabilitätspflichten für iMessage. Ein Developer Center, das Entwicklerfreundlichkeit signalisiert, ist in diesem Kontext auch Kommunikation nach Brüssel — ob das dort als solches gelesen wird, steht auf einem anderen Blatt.

Apples Review-Prozesse, die Gebührenstruktur für bestimmte In-App-Käufe und die Bedingungen für alternative Stores sind strukturelle Streitpunkte, die kein Workshop-Raum in Berlin-Mitte auflöst. Als Geste der Zugänglichkeit ist das Zentrum das Minimum, das ein Konzern unter regulatorischem Druck zeigen kann — mehr nicht.

Warum Berlin? Die Stadt bietet eine der dichtesten App-Entwickler-Communitys in der EU, ist aus dem deutschsprachigen Raum gut erreichbar und hat eine Startup-Kultur, in der Apple bereits viele der produktivsten App-Teams findet. London scheidet nach dem Brexit als EU-Standort aus; Paris hat keinen vergleichbaren Schwerpunkt im Consumer-App-Bereich.

Was Entwickler davon erwarten können — und was nicht

Für die meisten App-Entwickler in meinem Umfeld — Solo-Entwickler, kleine Agenturen, IT-Dienstleister mit App-Projekten — liegt der eigentliche Engpass selten im Fehlen einer physischen Anlaufstelle. Es sind Unklarheiten im Review-Prozess, unvorhersehbare Ablehnungen und Dokumentation, die selten konkret genug ist. Da kann ein Developer Center helfen, wenn Apple die Sessions substanziell gestaltet und nicht als verlängerte Marketing-Veranstaltung versteht.

Susan Prescott, Apples VP für Worldwide Developer Relations, sagt, man habe schon immer geglaubt, dass Entwickler mit den richtigen Tools für ihre beste Arbeit Außergewöhnliches vollbrächten. Das stimmt — die größten Hürden für europäische Entwickler liegen aber in der Plattformkontrolle, nicht im Workshop-Angebot. Beides sind separate Gespräche.

Einen konkreten Termin hat Apple noch nicht genannt — nur das vage Versprechen, noch in diesem Jahr zu öffnen. Was das Zentrum dann für den Alltag europäischer Entwickler bedeutet, beantwortet die Ankündigung nicht.

◆ Über den Autor

Alexander Baumgärtner

Seit über 20 Jahren in der IT — mit allem, was dazugehört: abgestürzten Servern um zwei Uhr nachts, Migrationen, die laut Plan eine Stunde dauern sollten, und Kunden, die "schnell mal" eine neue Software brauchen. Hauptberuflich führe ich die ProMedia24, eine kleine IT-Firma in Wallenhorst bei Osnabrück. Auf Blogspan.net schreibe ich über IT-Themen, die mich interessieren oder wo ich glaube, dass jemand genauer hinschauen sollte: Server, Cloud, Sicherheit, KI, Hardware, gelegentlich auch Foto-Equipment oder Smarthome — wenn es technisch genug ist, landet es hier. Schreibstil: lieber konkret als geschwurbelt, gerne auch mal kritisch.