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AMD auf der Computex: 5800X3D-Comeback, neuer 7700X3D — und AM5 bis 2029

AMD kündigt auf der Computex drei Gaming-CPU-Moves an: Der Ryzen 7 5800X3D kehrt als Anniversary Edition für AM4 zurück, der neue 7700X3D komplettiert das AM5-Lineup — und die Plattform läuft nun bis mindestens 2029.

CPU-Prozessor Nahaufnahme — passend zu AMD Ryzen 7 5800X3D und 7700X3D

Auf der Computex in Taipeh hat AMD heute gleich drei Ankündigungen rund um Gaming-CPUs gemacht, die alle zusammenhängen: Der Ryzen 7 5800X3D kehrt als „10th Anniversary Edition“ für die AM4-Plattform zurück, der neue Ryzen 7 7700X3D tritt im unteren AM5-Preissegment an — und AMD verlängert die AM5-Plattform-Unterstützung von 2027 auf mindestens Ende 2029.

5800X3D für AM4: das Comeback zum günstigeren Preis

Die Kernspezifikationen bleiben unverändert: acht Zen-3-Kerne, 96 MB L3-Cache per 3D-V-Cache-Technologie, Boost-Takt 4,5 GHz, TDP 105 Watt. Was sich ändert, ist das Thermal Pad — statt Standard-Wärmeleitpaste setzt AMD nun auf ein Material mit Kohlenstoff-Nanoröhren. An der Architektur dreht AMD nichts.

Wer auf einem AM4-System sitzt — B550-Board, DDR4-RAM, vielleicht ein Ryzen 5 5600X oder 5800X verbaut — und mehr Gaming-Performance braucht, hatte bisher wenig Optionen: entweder auf AM5 umsteigen und Mainboard plus RAM neu kaufen, oder beim alten Prozessor bleiben. Der 5800X3D war seit fast einem Jahr nicht mehr regulär im Handel.

Preis: rund 360 Euro, verfügbar ab 25. Juni. Das liegt deutlich unter dem Launch-Preis von April 2022 (damals rund 489 Euro). AMD bewirbt den Chip mit „16 Prozent mehr Gaming-Performance gegenüber dem Ryzen 7 5800X“ — das entspricht dem bekannten 3D-V-Cache-Vorteil und ist nachvollziehbar. Ein zweiter Claim, „47 Prozent mehr als der Ryzen 7 3700X“, vergleicht mit einem Modell aus dem Jahr 2019 — das ist Marketing-Slide, keine nützliche Einordnung.

7700X3D für AM5: der günstigere Einstieg in die 3D-Cache-Liga

Für AM5 kommt der Ryzen 7 7700X3D — acht Zen-4-Kerne, 3D-V-Cache, 4,5 GHz Boost, 4,0 GHz Base, 120 Watt TDP, rund 300 Euro. Er positioniert sich zwischen dem Ryzen 5 7500X3D (etwa 210 Euro) und dem Ryzen 7 7800X3D, dem derzeit schnellsten Modell dieser Klasse auf AM5, das bei rund 335 Euro liegt.

35 Euro Unterschied zum 7800X3D ist kein großes Delta. Wer nicht am Budget-Limit ist, sollte das obere Modell zumindest durchrechnen — vor allem, weil der 7800X3D schneller taktet und die praktische Differenz zum 7700X3D noch ungetestet ist. AMDs eigene Zahlen sind Ausgangspunkt, kein unabhängiges Urteil.

AM5 bis 2029 — die eigentliche Aussage

Bislang galt AMDs Plattform-Versprechen für AM5 bis 2027. Das ist jetzt auf mindestens Ende 2029 verlängert worden. Für Käufer bedeutet das: ein AM5-System heute bedeutet noch mindestens zwei weitere CPU-Generationen durch einfachen Prozessor-Tausch, ohne Mainboard-Wechsel.

Intel hat mit dem Schritt auf LGA1851 für Arrow Lake erneut eine Socket-Grenze gezogen — wer noch LGA1700 betreibt, ist raus. AMD nennt Plattform-Kontinuität explizit als Kaufargument; das ist selten so direkt kommuniziert und richtet sich an Käufer, die schon einmal eine Plattform wechseln mussten.

Dazu kommt ein neues „EXPO Ultra Low Latency“-DDR5-Profil, das automatisches Speicher-Overclocking vereinfachen soll. AMD beziffert den Gewinn auf etwa vier Prozent bessere Spielbildraten — knapp wahrnehmbar, aber die Kompatibilitätsbasis wird breiter.

Der 5800X3D zu 360 Euro ist ein sinnvolles Upgrade für AM4-Nutzer, die nicht neu aufbauen wollen — als Basis für einen Neukauf taugt die Plattform aber nicht mehr. Wer heute neu kauft, nimmt AM5. Und für die ist die verlängerte Plattform-Garantie bis 2029 das stärkste Argument des Tages — stärker als jede neue Taktrate.

◆ Über den Autor

Alexander Baumgärtner

Seit über 20 Jahren in der IT — mit allem, was dazugehört: abgestürzten Servern um zwei Uhr nachts, Migrationen, die laut Plan eine Stunde dauern sollten, und Kunden, die "schnell mal" eine neue Software brauchen. Hauptberuflich führe ich die ProMedia24, eine kleine IT-Firma in Wallenhorst bei Osnabrück. Auf Blogspan.net schreibe ich über IT-Themen, die mich interessieren oder wo ich glaube, dass jemand genauer hinschauen sollte: Server, Cloud, Sicherheit, KI, Hardware, gelegentlich auch Foto-Equipment oder Smarthome — wenn es technisch genug ist, landet es hier.Schreibstil: lieber konkret als geschwurbelt, gerne auch mal kritisch.