Berlin (ots) –

Misshandlungen von Tieren für Klicks und Reichweite sind in den sozialen Netzwerken zuhauf zu finden: Insbesondere Bilder oder Videos junger Affen, wie sie unter Einfluss von Drogen stehen, missbraucht oder – bis zum Tod – gequält werden, nehmen zu. Die Welttierschutzgesellschaft (WTG) kritisiert, dass der Entwurf für das neue Tierschutzgesetz, der noch in diesem Monat der Bundesregierung zum Beschluss vorgelegt werden soll, das Problem auf Seiten der sozialen Netzwerke nicht adressiert.

„Es ist enttäuschend, dass der Gesetzesentwurf im Gestern bleibt und dieses akute Tierschutzproblem nicht berücksichtigt“, sagt Wiebke Plasse, die bei der Welttierschutzgesellschaft die Kampagne „Stoppt Tierleid in den sozialen Netzwerken“ leitet. „Die Novellierung des Tierschutzgesetzes wäre eine große Chance, den immer extremeren Inhalten in sozialen Netzwerken, die Gewalttätigkeiten gegenüber Tieren verherrlichen und verharmlosen, endlich Einhalt zu gebieten. Denn ohne ein Eingreifen der Politik werden für Likes und Reichweite weiter Tiere gequält“, mahnt Plasse.

Das Beispiel der Affenquälerei ist dabei ein besonders verstörendes. Der neueste Bericht der Social Media Animal Cruelty Coalition (SMACC) – einem Verbund aus mehr als 20 Tierschutzorganisationen, darunter die Welttierschutzgesellschaft – konnte anhand von 1.266 Fotos und Videos bewussten psychischen sowie körperlichen Missbrauch von Makaken dokumentieren. „Unsere Analysen zeigen laufend, dass die Netzwerke das Problem von Tierleid-Inhalten nicht angehen und die Moderationsteams auch nach wiederholten Meldungen kaum etwas gegen die Tierqual unternehmen. Eine gesetzliche Verpflichtung ist deshalb dringend notwendig – zum Schutz der Tiere, aber auch der zum Teil sehr jungen Nutzer*innen, die diesen Inhalten ausgesetzt sind. Noch ist es nicht zu spät, diesen Aspekt in die Novellierung des Tierschutzgesetzes zu integrieren und die sozialen Netzwerke zu verpflichten, Tierleid-Inhalte wie Affenqual zu löschen und bei der Strafverfolgung der Taten Hilfe leisten zu müssen“, appelliert Plasse.

Weitere Informationen zum Thema – inklusive eines konkreten Vorschlags zur Anpassung des Tierschutzgesetzes hinsichtlich der geschilderten Problematik – stehen auf der Website der Welttierschutzgesellschaft bereit: https://welttierschutz.org/stoppttierleid-neues-tierschutzgesetz/

Eine Zusammenfassung des Themas „Tierleid in Social Media“, die auch die beschriebenen Affenqual-Inhalte darstellt, liefert eine aktuelle ARD-Doku aus der Reihe „Y-Kollektiv“ – entstanden unter Mitwirkung der Welttierschutzgesellschaft: https://youtu.be/ClT5V7CliXE

Pressekontakt:

Christoph May
Tel.: 030-92372260
cm@welttierschutz.org

Original-Content von: Welttierschutzgesellschaft e.V. übermittelt durch news aktuell

Quelle: Presseportal