June 20, 2013

BITKOM fordert Nachbesserungen am IT-Sicherheitsgesetz

  • Meldepflichten für Hackerangriffe sollten klar definiert werden
  • Unsicherheit über die Auswirkungen der geplanten Regelungen
  • BITKOM veröffentlicht Stellungnahme zum Gesetzentwurf des BMI

Berlin, 3. April 2013 – Der Hightech-Verband BITKOM hat Nachbesserungen am geplanten IT-Sicherheitsgesetz der Bundesregierung gefordert. „Die ITK-Branche unterstützt das Ziel, Deutschland besser vor Cyberangriffen zu schützen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf zum Ende der Anhörungsfrist für Verbände. Es sei notwendig, ein einheitlich hohes Sicherheitsniveau bei den unterschiedlichen Betreibern Kritischer Infrastrukturen herzustellen. Allerdings müsse für die vorgesehenen Meldepflichten von IT-Sicherheitsvorfällen klar gestellt werden, welche Unternehmen betroffen sind und welche Ereignisse meldepflichtig sind. „Eine überzogene Ausweitung von Meldepflichten lehnen wir ab, weil sie hohen bürokratischen Aufwand und eine Flut kaum relevanter Meldungen verursacht“, sagte Kempf. Das widerspräche dem Ziel, ein möglichst gutes Bild über die Sicherheitslage im Internet zu bekommen. So werden die großen Betreiber von Internetdiensten täglich tausendfach angegriffen. Kempf: „Selbst erfolgreiche Angriffe führen nicht zu größeren Schäden, wenn sie frühzeitig erkannt werden oder sich der Schädling als harmlos erweist.“ Daher sollte im Gesetzestext klargestellt werden, was mit „erheblichen IT-Sicherheitsvorfällen“ gemeint ist.

Völlig unklar bleibt im Gesetzestext, welche Unternehmen in Zukunft als Betreiber Kritischer Infrastrukturen eingestuft werden und deshalb IT-Sicherheitsvorfälle bzw. Hacker-Angriffe melden müssen. Das soll erst später im Rahmen einer Verordnung konkretisiert werden. „Dieses Vorgehen ist intransparent und öffnet einer übertriebenen Ausweitung der Meldepflichten Tür und Tor“, sagte Kempf. Aus Sicht des BITKOM sollte sich das Gesetz bei der Festlegung an der Definition des Bundesinnenministeriums orientieren. Danach sind Kritische Infrastrukturen Organisationen und Einrichtungen, deren Ausfall „nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe“ oder „erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit“ zur Folge haben. Diese Gefahr besteht nur bei einer begrenzten Anzahl von Unternehmen. Eine Ausweitung der Meldepflichten auf andere ITK-Unternehmen z.B. Online-Shops, Cloud Service Provider oder soziale Netzwerke, wie sie die EU-Kommission plant, lehnt der BITKOM als unverhältnismäßig ab.

Außerdem dürfe es nicht zu einer Doppelregulierung kommen. Die Anbieter von Telekommunikationsdiensten sind bereits nach dem Telekommunikationsgesetz (§109 TKG) verpflichtet, erhebliche Sicherheitsvorfälle an die Bundesnetzagentur zu melden. Sind personenbezogene Daten betroffen, müssen auch die betroffenen Nutzer und damit die Öffentlichkeit informiert werden. „Eine weitere gesetzliche Regelung für die Anbieter von Telekommunikationsdiensten ist nicht notwendig“, sagte Kempf. Zumal die Unternehmen bereits jetzt verpflichtet sind, umfangreiche technische Vorkehrungen für den Schutz ihrer Übertragungsnetze und Datenverarbeitungssysteme zu treffen. Hier herrscht Unklarheit, inwieweit diese bereits vorhandenen Vorgaben berücksichtigt werden.

Der BITKOM setzt sich dagegen mit Nachdruck für die freiwillige Meldung von IT-Sicherheitsvorfällen ein. Ein entsprechendes Meldesystem hat die ITK-Branche in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik unter http://www.allianz-fuer-cybersicherheit.de/ bereits etabliert. „Deutschland ist mit der Einführung eines Meldesystems für IT-Sicherheitsvorfälle international Vorreiter“, sagte Kempf. Das System müsse jetzt in der Fläche bekannt gemacht werden, damit vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sensibilisiert werden. Gerade auf regionaler Ebene sei noch viel zu tun, um die Wirtschaft im Kampf gegen Cyberkriminalität zu unterstützen. Ein Ansatz hierzu bietet die Kooperation des BITKOM mit den Landeskriminalämtern. Kempf: „Die Sicherheitsbehörden müssen technologisch und personell in der Lage sein, Cyberangriffe abzuwehren und die Unternehmen in ihren eigenen Sicherheitsaktivitäten zu unterstützen.“

Die Stellungnahme des BITKOM zum Entwurf des IT-Sicherheitsgesetzes des Bundesinnenministeriums ist hier abrufbar: http://www.bitkom.org/60376.aspx?url=BITKOM_Stellungnahme_IT-Sicherheitsgesetz.pdf&mode=0&b=Presse&bc=Presse%7cPresseinformationen%7c2013. Die Anhörungsfrist der Verbände endet am 5. April.

43.000 offene Stellen für IT-Experten

43.000 offene Stellen für IT-Experten

  • Bedarf an IT-Fachkräften in Deutschland deutlich gestiegen
  • Gehälter im Branchenvergleich auf hohem Niveau
  • BITKOM begrüßt vereinfachtes Zuwanderungsrecht

Berlin, 30. Oktober 2012 – In Deutschland gibt es derzeit rund 43.000 offene Stellen für IT-Experten. Damit ist die Zahl der freien IT-Jobs im Vergleich zum Vorjahr um 5.000 angestiegen. Das entspricht einem Zuwachs um 13 Prozent. Innerhalb von drei Jahren hat sich damit die Zahl der unbesetzten Stellen um 23.000 mehr als verdoppelt. Das ist das Ergebnis einer Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte, die der Hightech-Verband BITKOM heute in Berlin vorgestellt hat. Bei der repräsentativen Umfrage wurden mehr als 1.500 Geschäftsführer und Personalverantwortliche von Unternehmen aller Branchen befragt. „Der Bedarf an IT-Fachkräften ist erneut kräftig gestiegen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. „Die etwas eingetrübten Wachstumsaussichten der Gesamtwirtschaft haben noch keine Auswirkungen auf den IT-Arbeitsmarkt.“ Nach Einschätzung der befragten Unternehmen bleibt der Fachkräftemangel ein gravierendes Problem. Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) gibt an, dass aktuell ein Mangel an IT-Spezialisten herrscht. Das sind zwar etwas weniger als im Vorjahr mit 58 Prozent, allerdings erwartet auch jedes zweite Unternehmen (50 Prozent), dass sich in Zukunft der Fachkräftemangel weiter verschärft. Nur acht Prozent der Unternehmen meinen, dass der Fachkräftemangel künftig eine geringere Rolle spielen wird.

Rund 18.000 der unbesetzten Stellen gibt es in der ITK-Branche selbst, 15.000 davon bei den Anbietern von Software und IT-Dienstleistungen. Weitere 2.400 IT-Experten werden von Hardwareherstellern und Produzenten von Unterhaltungselektronik gesucht, 600 von Anbietern von TK-Dienstleistungen. Diese Verteilung spiegelt sich auch in den gesuchten Qualifikationsprofilen wieder. Drei Viertel (75 Prozent) der ITK-Unternehmen, die freie Stellen haben, suchen Softwareentwickler. Mit deutlichem Abstand folgen IT-Berater (24 Prozent), Marketing- und Vertriebsspezialisten (23 Prozent), Anwendungsbetreuer und Administratoren (20 Prozent). Ebenfalls häufig gesucht werden Projektmanager (8 Prozent) und IT-Sicherheits-Experten (7 Prozent). Erstmals wurde in der Umfrage untersucht, für welche Aufgabenbereiche die IT-Spezialisten benötigt werden. Ganz oben stehen mit 31 Prozent betriebswirtschaftliche Anwendungen. Dicht dahinter folgen IT-Sicherheit mit 28 Prozent und Cloud Computing mit 27 Prozent. Ebenfalls eine kräftige Nachfrage gibt es bei den Themen Social Media mit 13 Prozent sowie Programmierung von mobilen Webseiten und Apps mit 12 Prozent. Der Boom bei Tablets und die Absatzrekorde bei Smartphones schlagen hier unmittelbar auf den Arbeitsmarkt durch.

Weitere 25.000 unbesetzte Stellen gibt es bei den Anwendern von ITK-Lösungen in den übrigen Branchen. Fast acht von zehn Unternehmen (79 Prozent), die freie IT-Stellen haben, suchen Administratoren und Anwendungsbetreuer. Mit deutlichem Abstand folgen IT-Berater mit 24 Prozent sowie Software-Entwickler mit 11 Prozent. Auch bei den Anwendern wurde erstmals gefragt, für welche Aufgabenbereiche IT-Spezialisten gesucht werden. 62 Prozent suchen IT-Experten für betriebswirtschaftliche Anwendungen. Mit großem Abstand folgen die Themen IT-Sicherheit (30 Prozent) und Cloud Computing (12 Prozent).

Die Gehälter in der ITK-Branche sind im Branchenvergleich außerordentlich gut, wie eine Auswertung von Daten des Statistischen Bundesamtes zeigt. Im Jahr 2011 erhielten Vollzeitbeschäftigte in der ITK-Wirtschaft ein Bruttojahresgehalt von durchschnittlich rund 59.000 Euro. Damit liegt die Hightech-Branche rund 5.000 Euro vor dem Fahrzeugbau, 6.000 Euro vor der chemischen Industrie und sogar etwa 8.000 Euro vor dem Maschinenbau. Nur in der Energieversorgung, die allerdings anders als die mittelständisch geprägte ITK-Branche von großen Konzernen dominiert wird, wird mit 60.850 Euro etwas mehr gezahlt.

„Unsere Untersuchung belegt, wie dynamisch der IT-Arbeitsmarkt in Deutschland ist und welche Bedeutung er für Wachstum und Wohlstand hat“, sagte BITKOM-Präsident Kempf. „Die Beschäftigtenzahl in der Branche könnte noch viel höher sein, wenn mehr Fachkräfte vorhanden wären, um den Bedarf der Unternehmen zu decken.“ Der BITKOM hat deshalb eine Drei-Säulen-Strategie vorgeschlagen. Sie besteht aus einer Reform des Bildungssystems, einer Qualifizierungsoffensive, mit der unter anderem mehr weibliche Fachkräfte gewonnen werden können, und verstärkter Zuwanderung.

Der BITKOM begrüßt, dass seit 1. August freie Stellen leichter durch hochqualifizierte Ausländer aus Nicht-EU-Ländern besetzt werden können. Die Bundesregierung hat dazu die „Blaue Karte EU“ in deutsches Recht umgesetzt und so unter anderem die Verdienstgrenzen gesenkt. „Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen ist das von entscheidender Bedeutung“, sagte Kempf. Die Politik hat damit auf die Kritik der Wirtschaft reagiert. Auf Basis des alten Zuwanderungsrechts lag die Zahl der IT-Spezialisten, die zuletzt aus Ländern außerhalb der EU nach Deutschland kamen, bei weniger als 2.500 pro Jahr.

Neben einer verstärkten Zuwanderung muss aus BITKOM-Sicht das Interesse an technischen Berufen und der Informatik bereits in der Schule geweckt werden. Kempf fordert deshalb ein Pflichtfach Informatik in der Sekundarstufe I. Dabei sei von entscheidender Bedeutung deutlich zu machen, dass Informatik mehr ist als Programmieren. IT sei eine Querschnittstechnologie, die alle Lebensbereiche berührt. Es gehe bei der Arbeit mit Computern um Kreativität, Gestaltung und den Kontakt mit Menschen.

An den Hochschulen haben im vergangenen Jahr zwar 48.000 Studenten ein Studium der Informatik begonnen, aber bei einer Abbrecherquote von rund 50 Prozent werden in einigen Jahren nur 20.000 bis 25.000 Absolventen übrig bleiben. Der BITKOM fordert deshalb eine ausreichende Mittelausstattung an den Hochschulen, und parallel dazu eine Anpassung der Lehre an das veränderte Lernverhalten der Studenten. Intelligente Bildungsnetze seien eine Möglichkeit, Ressourcen zu teilen und effizient einzusetzen.

Methodik: Im Auftrag des BITKOM hat das Meinungsforschungs¬institut Aris 1.500 Geschäftsführer und Personalleiter von Unternehmen unterschiedlicher Branchen befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

Die Deutsche Industrie setzt auf IT

  • IT-Ausgaben der Industrie steigen um 2,8 Prozent auf 27 Milliarden Euro
  • Kräftiges Wachstum von 6 Prozent im Markt für Embedded Systems
  • Umfrage: Unternehmen haben Nachholbedarf bei IT-Sicherheit
  • Digitalisierung der Wirtschaft und Infrastrukturen politisch flankieren

Hannover, 23. April 2012 – Die deutsche Industrie setzt verstärkt auf Informations- und Kommunikationstechnologien. Das berichtet der Hightech-Verband BITKOM. Nach Prognosen des Marktforschungsunternehmens Techconsult für den BITKOM steigen die Ausgaben der Industrie für Informations- und Kommunikationstechnologien im Jahr 2012 um 2,8 Prozent auf 27,3 Milliarden Euro. Damit entfällt etwa ein Viertel der gesamten ITK-Nachfrage von Geschäftskunden in Deutschland auf die verarbeitende Industrie. Darin enthalten sind Ausgaben für Hardware, Software und IT-Services sowie für Telekommunikations- und Internetdienste. „Die IT ist der Turbo der Industrie“, sagte BITKOM-Vizepräsident Volker Smid zum Auftakt der Industriemesse in Hannover. „Intelligente Steuerungen von Maschinen oder Assistenzsysteme in Fahrzeugen sind heute die Grundlage für den Erfolg von ‚Made in Germany‘.“ Aus Sicht des BITKOM müsse die Digitalisierung der Wirtschaft und der Aufbau intelligenter Netze durch eine moderne Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik flankiert werden.

Den Prognosen zufolge wachsen die Ausgaben der Industrie für IT-Produkte (IT-Hardware, Software, IT-Dienstleistungen) im Jahr 2012 um 3,8 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Den größten Anteil machen mit 58 Prozent IT-Services aus, die Beratungsleistungen, Wartung und Outsourcing-Dienste umfassen. Dagegen sinken die Ausgaben für Telekommunikation um 0,5 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Der Grund sind sinkende Preise für Sprach- und Datendienste, was im produzierenden Gewerbe zu einer Entlastung von rund 85 Millionen Euro führt.

„Den Innovationsbeitrag der Informationstechnologie zum Erfolg der deutschen Industrie lässt sich am Boom eingebetteter Systeme ablesen“, sagte Smid. Eingebettete Systeme sind Mikrocomputer, die meist unsichtbar in Geräte, Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge integriert werden. Typische Beispiele sind der Airbag im Auto, der bei einem Aufprall ausgelöst wird, oder eine Maschine mit IT-Steuerung. Nach BITKOM-Prognosen wächst der Markt für eingebettete Systeme im Jahr 2012 in Deutschland um 6 Prozent auf 21 Milliarden Euro. In der deutschen Industrie arbeiten aktuell rund 265.000 Hard- und Software-Entwickler direkt an Embedded Systems. Hinzu kommen rund 45.000 Beschäftigte bei spezialisierten Anbietern in der ITK-Branche. Smid: „Eingebettete Systeme haben eine herausragende Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland.“

Aus Sicht des BITKOM wird sich die Digitalisierung noch einmal beschleunigen, was die deutsche Industrie vor neue Herausforderungen stellt. Der nächste Schritt sind so genannte Cyber Physical Systems. „Bisher autonom funktionierende eingebettete Systeme werden vernetzt und in die Cloud eingebunden“, sagte Smid. Das eröffne völlig neue Anwendungen zum Beispiel bei der Entwicklung digitaler Fabriken, in der Medizintechnik oder im Energiesektor. Zentrale Voraussetzung dafür sind moderne Infrastrukturen in den Bereichen Verkehr, Energie, Gesundheit, Bildung und öffentliche Verwaltung. „Der Aufbau intelligenter Netze muss politisch stärker flankiert werden“, sagte Smid. „Der Staat muss seine Rolle als Wegbereiter des digitalen Wandels aktiver wahrnehmen.“ Dazu zählen zum Beispiel die beschleunigte Einführung zusätzlicher Anwendungen der neuen Gesundheitskarte (u.a. elektronische Patientenakte), die Förderung von Investitionen in Smart Grids oder die Öffnung der Mautinfrastruktur für Mehrwertdienste. Der BITKOM hat seine Vorschläge in einem industriepolitischen Grundsatzpapier zusammengefasst, das im Internet abrufbar ist unter: http://www.bitkom.org/de/publikationen/38338_71972.aspx.

Ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz neuer, digitaler Anwendungen in der Wirtschaft ist die Sicherheit der Systeme. „Mit der Anbindung bisher autonom agierender Systeme ans Internet entstehen neue Angriffspunkte. Sicherheit und Datenschutz müssen daher einen noch größeren Stellenwert in der Industrie bekommen“, sagte Smid. Laut einer repräsentativen Umfrage unter 506 Unternehmen aller Branchen betrachten 57 Prozent der Befragten Angriffe auf Ihre IT-Systeme von Hackern, Konkurrenten, Kriminellen oder ausländischen Geheimdiensten als reale Gefahr. Diese Befürchtungen sind nicht unbegründet, denn bei 39 Prozent der Unternehmen gab es bereits Angriffe oder ähnlich gravierende IT-Sicherheitsvorfälle. Die Folge: Fast die Hälfte (47 Prozent) der Unternehmen verzichtet aus Sicherheitsgründen auf bestimmte Transaktionen im Netz wie den Versand vertraulicher Dokumente per E-Mail oder Online-Bestellungen. Ein Drittel der Firmen räumt ein, dass sie beim Thema IT-Sicherheit noch Nachholbedarf haben und ein Viertel beim Datenschutz. „IT-Sicherheit ist zum Standortfaktor geworden“, sagte Smid. „Darin liegt auch eine Chance: Sicherheit und Datenschutz können zu einem Markenzeichen werden.“

IT-Sicherheitsdienstleistungen aus der Cloud

  • Umfrage zur Akzeptanz von Security-as-a-Service in Unternehmen
  • Jedes sechste Unternehmen nutzt bereits diese Services

Der Trend zu Cloud Computing verändert zunehmend auch die Art und Weise, wie Unternehmen ihre IT- und Internet-Sicherheit verbessern. Bereits jedes sechste Unternehmen bezieht Sicherheitsservices wie Virenbekämpfung oder Benutzerauthentifizierung aus der Cloud. Mittelfristig wird jedes vierte Unternehmen das so genannte Security-as-a-Service nutzen. Das ergab eine aktuelle Online-Umfrage der Universität Regensburg und des Hightech-Verbands BITKOM. Rund 200 Unternehmen unterschiedlicher Größe und quer durch alle Branchen nahmen teil. „Security-as-a-Service eröffnet allen Unternehmen den günstigen, einfachen und maßgeschneiderten Zugang zu Sicherheitstechnologien“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. „Dank Security-as-a-Service können Unternehmen ihre Ressourcen besser auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.“Cloud Computing ist eine Form des bedarfsorientierten Bezugs von IT-Leistungen. Diese werden durch unabhängige Leistungserbringer über standardisierte Internetschnittstellen angeboten. Die Abrechnung erfolgt flexibel anhand der tatsächlichen Nutzung. Der Bezug von Anwendungssoftware aus der Cloud wird als Software-as-a-Service (SaaS) bezeichnet. Security-as-a-Service (SECaaS) ist ein Bereich von SaaS und beschreibt den Bezug von IT-Sicherheitsfunktionalitäten gemäß dieser Prinzipien.

Deutsche Unternehmen haben bislang Cloud Computing im weltweiten Vergleich eher verhalten eingesetzt. Die verhältnismäßig hohe Akzeptanz von Security-as-a-Service ist daher umso bemerkenswerter. Laut Umfrage sind die Vorreiter beim Einsatz von Security-as-a-Service Finanz- und IT-Dienstleister, die traditionell eine hohe Affinität zu IT-Innovationen besitzen: Fast jedes dritte Unternehmen aus diesen Branchen nutzt Sicherheitsservices aus der Cloud.
Nur jedes fünfte befragte Unternehmen schließt den Bezug von Sicherheitsdienstleistungen aus der Cloud auch langfristig aus. Viele Unternehmen fürchten eine mögliche Abhängigkeit von seinem Dienstleister. Dabei begrenzt das SECaaS-Modell gerade eine solche Gefahr.

Auch Privatnutzer beziehen IT- und Internet-Sicherheit immer häufiger als Service aus dem Netz. Schon jeder dritte User setzt ein Sicherheitspaket seines Internet-Dienstleisters ein. Das hatte eine repräsentative Umfrage im Auftrag des BITKOM im Frühjahr ergeben. Die Service-Provider bieten solche Dienste an, je nach Produkt gegen einen kleinen Aufpreis. IT-Anbieter integrieren zudem Sicherheits-Features direkt in bestehende Produkte. So werden Virenschutz und Firewall bei neuen Betriebssystemen kostenlos mit angeboten. Das nimmt jeder dritte Kunde an. „Cloud-Services machen bislang selten genutzte Sicherheitstechnologien wie Datenverschlüsselung massenmarkttauglich“, sagte Kempf. Derzeit verschlüsselt nur jeder siebte Privatanwender seine Daten.

Die Studie von der Universität Regensburg und BITKOM kann abgerufen werden unter http://www.bitkom.org/de/themen/54742_69685.aspx.

Zur Datenquelle: Die Online-Befragung lief von Mitte Februar bis Mitte April. 202 Unternehmen u.a. aus den Branchen IT, Industrie, Finanzdienstleistungen, Handel, Öffentliche Verwaltung und Öffentliche Dienstleister nahmen teil. Die repräsentative Umfrage unter Privatnutzern wurde im Januar 2011 durchgeführt, dabei befragte das Institut Aris im BITKOM-Auftrag 1000 Personen zu Internet- und IT-Sicherheit.

Hightech-Firmen werden für Kreditgeber attraktiv

  • Dank guter Marktlage verbessern die Firmen ihre Finanzkennziffern
  • Unternehmen verlassen sich nicht nur auf Banken
  • Investitionstätigkeit bleibt auf hohem Niveau

Die Finanzierungslage der Anbieter von Informationstechnologie und Telekommunikation (ITK) hat sich weiter verbessert. Das berichtet der Hightech-Verband BITKOM auf Basis einer Branchenauswertung der KfW-Unternehmensbefragung 2011. „Dank der guten Marktentwicklung konnten die ITK-Unternehmen ihre Kreditwürdigkeit deutlich verbessern“, sagte BITKOM-Vizepräsident Heinz Paul Bonn. Nur 15 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass für sie der Zugang zu Krediten schwieriger geworden ist. Im Vorjahr waren es noch 32 Prozent. „Die Banken prüfen ihre Kreditengagements sehr genau und richten die Vergabe noch strenger als früher an der Bonität der Kreditnehmer aus“, sagte Bonn. Dabei komme den ITK-Unternehmen zugute, dass sie wichtige Kreditkennziffern verbessert haben. So gaben 47 Prozent der Unternehmen an, dass sie ihre Umsatzrendite steigern konnten, bei weiteren 38 Prozent blieb sie stabil. 55 Prozent konnten ihre Eigenkapitalquote verbessern, bei 34 Prozent lag sie auf Vorjahresniveau.

Positiv wirkt sich bei der Finanzierung aus, dass ITK-Unternehmen nicht auf Bankkredite fokussiert sind. „Die weitaus wichtigste Finanzierungsquelle für die ITK-Firmen bleibt die Innenfinanzierung aus eigenen Betriebseinnahmen“, sagte Bonn. „Die Unternehmen verlassen sich bei der Finanzierung größtenteils auf sich selbst.“ Daneben haben Leasing und Beteiligungskapital an Bedeutung gewonnen. Nicht zuletzt greifen viele Unternehmen auch auf öffentliche Förderungen, insbesondere Darlehen der KfW zurück.

Laut Umfrage blieb die Investitionstätigkeit in der ITK-Industrie stabil. 70 Prozent der ITK-Unternehmen investierte in neue Produkte und Dienste. „Die Investitionen der ITK-Unternehmen liegen im Vergleich zur Gesamtwirtschaft auf einem hohen Niveau“, sagte Bonn. „Viele Firmen befinden sich auf Wachstumskurs.“ Die Erweiterung des Geschäfts werde als das wichtigste Motiv für steigende Investitionen genannt. Dabei konnte die ITK-Industrie von einer deutlich gestiegenen Nachfrage in den Anwenderbranchen profitieren.

Nach den Ergebnissen der Umfrage sind die Budgets für Forschung und Entwicklung pro Unternehmen leicht angestiegen. Allerdings gaben nur noch 56 Prozent der Unternehmen an, eigene Forschung und Entwicklung zu betreiben. Dies bedeutet einen Rückgang von 4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Um zusätzliche Forschungsaktivitäten der Unternehmen zu stimulieren, fordert der BITKOM eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung. In einer Reihe anderer Industrienationen, darunter Frankreich, Japan und die USA, hat sich die steuerliche FuE-Förderung bereits als erfolgreiches Mittel der Innovationspolitik etabliert. Eine steuerliche Förderung könnte bei den Personalausgaben für Forscher, bei Abschreibungen auf Geräte und Gebäude sowie bei Ausgaben für FuE-Aufträge an Forschungseinrichtungen ansetzen und dazu beitragen, diese Kosten zu verringern.

Die Finanzierungsumfrage ist im Internet unter folgender Adresse verfügbar: http://www.bitkom.org/de/themen/54641_66767.aspx

Deutscher Markt für Server wächst um vier Prozent

Deutscher Markt für Server wächst um vier Prozent

  • Umsatz steigt auf fast 2,1 Milliarden Euro
  • Nachgefragt werden vor allem Standard-Server und Großrechner
  • Trend zu serviceorientier IT und Flexibilität

Der deutsche Markt für Server wächst wieder stark. Der Umsatz mit den Großrechnern soll im laufenden Jahr um rund 4 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro steigen. Die verkaufte Stückzahl erhöht sich um 5 Prozent auf knapp 390.000 Rechner. Das gab der Hightech-Verband heute bekannt. „Hauptgrund für das Wachstum auf dem Server-Markt ist die Auflösung des Investitionsstaus. Aufgrund der guten Konjunkturlage investieren Unternehmen wieder in die Modernisierung ihrer Hightech-Systeme“, sagt BITKOM-Vizepräsident Volker Smid. Zudem gewinne die verstärkte Nutzung von serviceorientierter IT an Bedeutung. Diese erfordere neue Architekturkonzepte und mehr Flexibilität. Der Trend zu mehr Cloud-Betriebsmodellen und die wachsende Virtualisierung steigern den Bedarf nach leistungsstarken und gut ausgestatteten Rechenzentren.

In Deutschland werden aufgrund ihrer geringen Anschaffungskosten vor allem Standard-Server nachgefragt. Ein weiterer wesentlicher Wachstumstreiber ist das Geschäft mit so genannten Mainframe- und Blade-Servern. Grund sind die niedrigen Betriebskosten. Mainframe-Server sind komplexe Großrechner, deren Leistung weit über die typischer Server hinaus geht. Blade-Server nennt man eine Baugruppe unabhängiger Computersysteme, die modular in einem Gestell eingesetzt werden und die darin eingebauten Netzteile gemeinsam nutzen. Dies ist besonders effizient und ressourcenschonend.

Europaweit wird der Servermarkt sogar um 6,5 Prozent auf etwa 8,7 Milliarden Euro steigen. Der Absatz wird sich um 4,5 Prozent auf 1,8 Millionen Stück erhöhen. In Europa werden vor allem Mittelklasse- und High-End-Server stark nachgefragt. Für 2012 geht BITKOM für Deutschland und die EU von einem stabilen Markt aus.

Hinweis zur Datenquelle: Das European Information Technology Observatory (www.eito.com) liefert aktuelle Daten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. EITO ist ein Projekt der Bitkom Research GmbH. Das EITO arbeitet mit den Marktforschungsinstituten PAC, IDATE, IDC und GfK zusammen.

Hightech Update – Neu im Jahr 2011

Die wichtigsten Neuerungen in den Bereichen IT, Telekommunikation und neue Medien im Überblick

  • Telekommunikation
    Preissenkungen bei Handy-Gesprächen in der EU
    :

    Im Sommer 2011 tritt die nächste Preissenkungsrunde bei Handy-Gesprächen im europäischen Ausland in Kraft. Grundlage ist die Roaming-Verordnung der EU-Kommission. Die Tarife sinken von derzeit maximal 39 Cent auf 35 Cent pro Minute für abgehende und von 15 Cent auf 11 Cent pro Minute für eingehende Anrufe (plus Mehrwertsteuer). Der BITKOM sieht die Preisvorgaben der EU-Kommission kritisch, da den Unternehmen damit Geld entzogen wird, das für den Breitbandausbau benötigt wird.

  • Umwelt
    EU-Verordnung zur Energiekennzeichnung von Fernsehgeräten in Kraft
    :

    Bereits am 20. Dezember 2010 ist die EU-Verordnung zur Kennzeichnung des Energieverbrauchs von Fernsehgeräten in Kraft getreten. Allerdings dauert es noch eine Weile, bis alle neuen Fernseher ein Energielabel tragen müssen: Die Kennzeichnungspflicht gilt ab dem 30. November 2011. Die Hersteller müssen die Fernsehgeräte dann nach ihrer Energieeffizienz in eine Skala von A bis G einstufen, ähnlich wie heute schon bei Kühlschränken oder Waschmaschinen der Fall. Den Stromverbrauch der Geräte verdeutlichen Farbbalken: Grün steht für eine hohe, rot für eine geringe Energieeffizienz.

  • E-Government
    Elektronische Gesundheitskarte kommt
    :

    Nach umfangreichen Tests in mehreren Modellregionen wird die elektronische Gesundheitskarte nun in der Fläche eingeführt. Zehn Prozent der gesetzlich Krankenversicherten, das sind rund sieben Millionen Menschen, sollen 2011 die neue Gesundheitskarte erhalten. Grundlage dafür ist eine Regelung im Finanzierungsgesetz der Gesetzlichen Krankenversicherung, die im Januar in Kraft tritt. Die elektronische Gesundheitskarte hat zunächst die Funktion der bislang gültigen Krankenversichertenkarte, ist aber deutlich sicherer. Unter anderem erschwert ein Lichtbild den Missbrauch von medizinischen Leistungen. Schrittweise sollen weitere Funktionen, zum Beispiel die Speicherung von Notfalldaten oder ein elektronischer Arztbrief, zugeschaltet werden.

  • Verkehrstelematik
    Lkw-Maut auch auf Bundesstraßen
    :

    Ab Mitte 2011 soll die Lkw-Maut auf bestimmte Bundesstraßen ausgeweitet werden. Davon werden voraussichtlich rund 2.000 der knapp 41.000 Kilometer Bundesstraßen in Deutschland betroffen sein, allerdings nur Straßen, die über mindestens zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung verfügen. Damit soll verhindert werden, dass Lkw-Fahrer gut ausgebaute Bundesstraßen nutzen, um mautpflichtige Autobahnen zu umgehen. Bei der automatischen Ermittlung der Lkw-Maut wird die gebührenpflichtige Strecke einer Fahrt per Satellitennavigation ermittelt und per Mobilfunk an die Abrechnungsstelle des Betreibers übermittelt.

  • Zuwanderung
    Umsetzung der „EU Blue Card“
    :

    Im kommenden Jahr wird die europäische „Blue Card“ eingeführt. Nach dem Vorbild der Greencard sollen hochqualifizierte Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten leichter eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis in der EU erhalten. Die Bundesregierung muss die entsprechende Richtlinie bis zum 19. Juni 2011 in deutsches Recht umsetzen. Die Blue Card kann das deutsche Zuwanderungsrecht zwar nicht aushebeln, eröffnet aber die Chance, die bestehenden restriktiven Regelungen zu lockern. Dazu zählt zum Beispiel die Senkung der Mindestverdienstgrenzen in Höhe von 66.000 Euro pro Jahr für den Erhalt einer Niederlassungserlaubnis oder der Wegfall der Vorrangprüfung.  

  • BITKOM intern
    Offensive für Bildung und Zuwanderung
    :

    Im Jahr 2011 startet der BITKOM mehrere Bildungsprojekte. Ziel des „BITKOM-Management-Club“ ist es, junge Führungskräfte in der ITK-Wirtschaft zu fördern. Zwei Jahre lang werden 17 Nachwuchsmanager von 17 Mentoren begleitet. Das Projekt „Junge IT-Unternehmen starten durch“ wird junge Firmen, die drei bis fünf Jahre am Markt sind, in der Wachstumsphase unterstützen. Mit „Work and Study in Germany“ baut der BITKOM ein zentrales Online-Portal auf, das mehrsprachig über Arbeits- und Studienmöglichkeiten in Deutschland informiert. Die Plattform wird eine Online-Jobbörse und Informationen für IT-Spezialisten aus der ganzen Welt enthalten. Start des Portals wird Mitte 2011 sein.

Hightech-Branche startet enge Partnerschaft mit Türkei

Hightech-Branche startet enge Partnerschaft mit Türkei

  • Kooperationsabkommen in Istanbul unterzeichnet
  • Türkei: Attraktiver Markt für deutsche IT- und Telekommunikationsfirmen
  • Deutsch-Türkischer ITK-Gipfel am 1. März 2011 auf der CeBIT

Berlin/Istanbul, 8. Oktober 2010 – Die deutsche IT- und Telekommunikationsbranche erwartet von einer stärkeren Zusammenarbeit mit der Türkei wichtige Impulse. Das Land ist 2011 offizieller Partner des Bundesverbandes BITKOM und der weltgrößten Hightech-Messe CeBIT. „Deutschland ist seit vielen Jahren der wichtigste Handelspartner der Türkei“, sagte BITKOM-Vizepräsident Heinz Paul Bonn. „Mit ihrer Erfahrung in Europa und Asien sind türkische Unternehmen hoch interessante Kooperationspartner. Von einem stärkeren Austausch werden deutsche Firmen profitieren.“

Der BITKOM und die CeBIT haben gestern in Istanbul offiziell die enge Kooperation mit ihren türkischen Partnern gestartet. BITKOM-Vizepräsident Bonn und der Präsident des türkischen Verbands TÜBISAD, Turgut Gürsoy, unterzeichneten ein umfassendes Kooperationsabkommen. Parallel dazu haben die Deutsche Messe AG und die Handelskammer Istanbul (ITO) eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Highlight des Programms ist der Deutsch-Türkische ITK-Gipfel am 1. März 2011 in Hannover. Seit mehr als 20 Jahren sind türkische Aussteller auf der CeBIT vertreten. 1996 hat die Deutsche Messe AG in Istanbul eine eigene Tochtergesellschaft gegründet. Seit elf Jahren veranstalten die Hannoveraner dort sehr erfolgreich die wichtigste ITK-Messe für den gesamten eurasischen Raum, die CeBIT Bilisim.

Deutschland präsentiert sich als attraktiver Partner für die türkische Wirtschaft: Mit einem Volumen von rund 140 Milliarden Euro ist der deutsche ITK-Markt 2010 der größte Europas. IT-Services sind das wachstumsstärkste Segment.

Der türkische Markt für IT und Telekommunikation legt derzeit stark zu. Für 2010 rechnet das Marktforschungsinstitut EITO mit einem Wachstum um sieben Prozent auf 21,6 Milliarden Euro. Damit wächst die Türkei stärker als die meisten EU-Länder. 2009 stieg das Umsatzvolumen trotz Wirtschaftskrise um acht Prozent auf 20,2 Milliarden Euro. IT-Outsourcing und Infrastruktur-Investitionen sind die wichtigsten Wachstumstreiber. „Mit der Türkei haben wir eine der wachstumsstärksten Nationen Europas auf der CeBIT 2011 in Hannover zu Gast“, sagte Ernst Raue, CeBIT-Vorstand der Deutschen Messe AG.

Der ITK-Außenhandel zwischen Deutschland und der Türkei hatte zuletzt ein Volumen von 852 Millionen Euro. Deutsche Unternehmen lieferten im Jahr 2009 ITK-Dienstleistungen für 98 Millionen Euro in die Türkei. Türkische Anbieter exportierten umgekehrt Services für 85 Millionen Euro, wie aus Daten der Deutschen Bundesbank hervorgeht. Der Außenhandel mit Hardware ist umfangreicher: Deutsche Anbieter exportierten im vergangenen Jahr ITK-Geräte und  Systeme für 422 Millionen Euro in die Türkei. Türkische Firmen exportierten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Hardware für 247 Millionen Euro nach Deutschland.

Zum Deutsch-Türkischen ITK-Gipfel am Eröffnungstag der CeBIT 2011 werden hochrangige Regierungsmitglieder aus der Türkei und Deutschland erwartet. „Die CeBIT ist eine hervorragende Möglichkeit, um mit Politikern beider Länder über die Informationsgesellschaft von morgen zu sprechen“, so BITKOM-Vizepräsident Bonn. „Eine international abgestimmte Technologie-Politik wird immer wichtiger.“ TÜBISAD-Präsident Gürsoy ergänzte: „Der Vertrag, den wir mit BITKOM unterzeichnet haben, wird die strategische Bedeutung der ITK-Branche in der türkischen Wirtschaft weiter hervorheben. Deutschland ist seit vielen Jahren der wichtigste Handelspartner der Türkei. Das Handelsvolumen der beiden Länder beträgt  27,6 Milliarden Euro, von denen bislang nur ein kleiner Teil der ITK zugeschrieben wird. Den Erfolg beider Länder aus  Branchen wie Automobil, Chemie, Maschinenbau und Textilhandel möchten wir auch in der IT-Branche erreichen – und das vorhandene Potenzial effizient nutzen.”

Auf den Deutsch-Türkischen ITK-Gipfel folgen Experten-Workshops. „Die CeBIT bietet die beste Gelegenheit, um Kunden und Kooperationspartner anzusprechen. Wir wollen auch mittelständischen Unternehmen helfen, ihre internationalen Aktivitäten erfolgreich auszubauen“, erklärt Bonn.

Hinweis zur Datenquelle: Das European Information Technology Observatory (www.eito.com) liefert aktuelle Marktdaten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. EITO ist ein Projekt der Bitkom Research GmbH. Das EITO arbeitet mit den Marktforschungsinstituten PAC, IDATE, IDC und GfK zusammen.

Gesundheitswesen investiert in IT

Bis 2014 sollen die Investitionen in moderne Informationstechnologien im deutschen Gesundheitswesen von 4,2 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 5 Milliarden Euro steigen. Hauptgrund ist der Druck zu mehr Effizienz, wie der Hightech-Verband BITKOM unter Berufung auf eine aktuelle Studie des Münchener Marktforschungsinstituts Pierre Audoin Consultants (PAC) berichtet. „Die kontinuierlich steigenden Kosten im deutschen Gesundheitssystem können durch IT-Lösungen deutlich begrenzt oder sogar zurückgefahren werden“, sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. „Eine moderne IT hilft gleichzeitig, die medizinische Versorgung zu verbessern und sie entlastet Ärzte und Pflegepersonal von bürokratischen Aufgaben.“ [Read more...]

Bonität von Hightech-Unternehmen verbessert sich

Bonität von Hightech-Unternehmen verbessert sich

  • IT-Firmen steigern Eigenkapitalquote und erhalten bessere Ratings
  • Finanzierungssituation der Unternehmen bleibt aber angespannt
  • Lage in der IT-Branche besser als in der Gesamtwirtschaft

Berlin, 2. September 2010 – Die Bonität der mittelständischen Hightech-Firmen hat sich wieder verbessert. Das zeigt eine Sonderauswertung der „KfW-Unternehmensbefragung 2010“ durch den BITKOM. Danach hat sich die durchschnittliche Eigenkapitalquote der IT-Firmen im ersten Quartal 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6 Punkte auf 40 Prozent erhöht. Zudem erhielten 29 Prozent der befragten IT-Unternehmen eine bessere Ratingnote von ihrer Bank als vor einem Jahr. Bei 17 Prozent verschlechterte sich das Rating, während im Jahr 2009 noch 28 Prozent einen Rückgang ihrer Bewertung zu verzeichnen hatten. „Die Bonität der ITK-Unternehmen hat sich nach der Wirtschaftskrise überraschend schnell wieder erholt“, sagte BITKOM-Vizepräsident Heinz-Paul Bonn. „Viele Betriebe stärken ihre Finanzkraft, indem sie Gewinne im Unternehmen belassen. Damit reagieren sie auf die anhaltend schwierigen Finanzierungsbedingungen.“

Nach den Ergebnissen der Umfrage bleiben die Hürden für die Aufnahme neuer Kredite hoch. Ein Drittel der IT-Unternehmen gibt an, dass sich die Finanzierungsbedingungen im Vergleich zum Krisenjahr 2009 weiter verschlechtert haben. 11 Prozent hatten Probleme, überhaupt einen Kredit zu bekommen (Vorjahr: 18 Prozent). „Die bessere Bonität vieler IT-Unternehmen scheint sich noch nicht bei allen Banken herumgesprochen zu haben“, sagte Bonn. Immerhin haben IT-Firmen deutlich weniger Probleme bei der Finanzierung als andere Branchen. In der deutschen Wirtschaft insgesamt berichten 43 Prozent der Unternehmen über erschwerte Finanzierungsbedingungen. Fast die Hälfte (46 Prozent) aller Betriebe hatte Probleme, überhaupt noch einen Kredit zu bekommen.

Die erschwerte Kreditvergabe führen die Unternehmen auf die gestiegenen Anforderungen der Banken zurück. Der Hälfte der befragten IT-Firmen stoßen auf Schwierigkeiten bei der geforderten umfangreichen Dokumentation ihrer geplanten Projekte. 45 Prozent der Unternehmen beklagen, dass die Banken höhere Kreditsicherheiten fordern. 39 Prozent sehen die Offenlegung interner Geschäftszahlen als Hindernis, aber nur ein Drittel höhere Zinsen. Bonn: „Wir haben Verständnis dafür, dass die Banken ihre Kreditrisiken reduzieren wollen. Wenn sie aber sämtliche Risiken komplett auszuschalten versuchen, werden sie ihrer Finanzierungsfunktion für die Wirtschaft nicht mehr gerecht.“

Noch keine spürbaren Impulse kommen aus der Investitionstätigkeit der IT-Unternehmen. Zwar blieb der Anteil der investierenden Firmen mit 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabil. Die pro Unternehmen investierten Summen gingen jedoch zurück. Auch sparten viele ITK-Unternehmen bei Forschung und Entwicklung. Der Anteil der Unternehmen mit eigenen F&E-Aktivitäten sank von 65 Prozent auf 60 Prozent im Jahr 2010. „Die schwächere Investitionstätigkeit und insbesondere der Rückgang der F&E-Aktivitäten macht uns große Sorgen“, sagte Bonn. „Hier wären zusätzliche Impulse in Form einer steuerlichen Förderung von F&E-Ausgaben dringend notwendig.“ Immerhin planen 38 Prozent der ITK-Unternehmen für das laufende Jahr wieder eine Ausweitung ihrer Investitionstätigkeit. Das ist ein deutlich höherer Anteil als im Durchschnitt aller Unternehmen in Deutschland mit 28 Prozent.

Die Finanzierungs-Umfrage ist im Internet unter folgender Adresse verfügbar: http://www.bitkom.org/de/themen/54641_62197.aspx

Türkei wird Partnerland 2011 von BITKOM und CeBIT

Türkei wird Partnerland 2011 von BITKOM und CeBIT

  • Deutsch-Türkischer ITK-Gipfel am 1. März 2011 in Hannover
  • Sehr dynamischer Markt für IT- und Telekommunikationsdienste

Berlin/Hannover, 26. Mai 2010 Die Türkei ist ein attraktiver, aufstrebender Markt für Unternehmen aus der Hightech-Industrie. Die deutsche IT- und Telekom-Branche und die CeBIT machen das Land am Bosporus nun zum offiziellen Partnerland 2011. „Deutschland ist seit vielen Jahren der wichtigste Handelspartner der Türkei“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. „Mit ihrer Erfahrung in Europa und Asien sind türkische Unternehmen hoch interessante Kooperationspartner. Von einem stärkeren Austausch werden deutsche Firmen profitieren.“ Die Kooperation soll auch Mittelständlern helfen, international aktiv zu werden. [Read more...]

Strategiegespräch zu Cloud Computing

Strategiegespräch zu Cloud Computing

  • Treffen von Anbietern, Anwendern, Forschung und Politik
  • BITKOM stellt Aktionskonzept vor
  • Cloud Computing wird IT grundlegend verändern

Berlin, 12. März 2010 – Mit Cloud Computing zeichnet sich in der Informationstechnologie eine grundlegende Veränderung ab. Diese Entwicklung sollte aus Sicht des Hightech-Verbands BITKOM von der deutschen und europäischen Wirtschafts- und Technologiepolitik stärker aufgegriffen werden. Der BITKOM hat dazu mit einem Netzwerk von Partnern ein Aktionskonzept entwickelt und stellt dies heute im Bundeswirtschaftsministerium vor. [Read more...]

Stimmung in der ITK-Branche hellt sich deutlich auf

Stimmung in der ITK-Branche hellt sich deutlich auf

  • 59 Prozent der Firmen rechnen mit Umsatzplus im ersten Quartal
  • Nach dem Krisenjahr wieder Umsatzwachstum in der Informationstechnik
  • BITKOM-Präsident Scheer fordert bessere Koordination der Internetpolitik

Foto: Positive Signale aus der Hightech-BrancheHannover, 1. März 2010 - Die Stimmung im Hightech-Sektor hellt sich deutlich auf 59 Prozent der IT- und Telekommunikations-Unternehmen in Deutschland erwarten im ersten Quartal 2010 ein Umsatzplus. Der BITKOM-Branchenindex macht gegenüber dem Vorquartal einen Sprung um 41 Punkte auf plus 35 Zähler [Read more...]

Neuer Leitfaden zu IT-Sicherheitsstandards

Neuer Leitfaden zu IT-Sicherheitsstandards

  • „Kompass der IT-Sicherheitsstandards“ von BITKOM und DIN
  • Nachschlagewerk und Hilfe für IT-Anwender

Viele Geschäftsführer und IT-Verantwortliche stellen sich die Frage, welches Sicherheitsniveau für ihr Unternehmen angemessen ist und wie viel sie in die IT-Sicherheit investieren müssen. Die Nutzung gängiger IT-Sicherheitsstandards bietet eine Lösung für diese Aufgaben. Der Hightech-Verband BITKOM und das „DIN Deutsches Institut für Normung e.V.“ haben in einer gemeinsamen Publikation die verschiedenen Standards für IT-Sicherheit dargestellt und bewertet. „IT-Sicherheitsstandards verbessern das Sicherheitsniveau [Read more...]

Hightech Update: Neu im Jahr 2010

Hightech Update: Neu im Jahr 2010

  • Die wichtigsten Neuerungen in den Bereichen IT, Telekommunikation und neue Medien im Überblick


  • Telekommunikation

Neue Transparenz- und Schutzvorschriften beim Datenroaming: Ab März 2010 müssen Mobilfunkanbieter ihren Kunden anbieten, Roaming-Datenverbindungen im europäischen Ausland ab einem bestimmten monatlichen Betrag zu unterbrechen. Damit sollen allzu hohe Rechnungen vermieden werden. Es sind verschiedene Obergrenzen möglich, wobei auf jeden Fall ein Limit in Höhe von 50 Euro plus Mehrwertsteuer im Angebot sein muss. Ab Juli 2010 gilt diese Grenze automatisch für alle Kunden, die sich nicht für einen bestimmten Wert entschieden haben.

Preissenkungen bei Handy-Gesprächen in der EU: Im Sommer 2010 tritt die nächste Preissenkungsrunde bei Handy-Gesprächen im europäischen Ausland in Kraft. Grundlage ist die Roaming-Verordnung der EU-Kommission. Die Tarife sinken von maximal 43 Cent auf 39 Cent pro Minute für abgehende und von 19 Cent auf 15 Cent pro Minute für eingehende Anrufe (plus Mehrwertsteuer). Eine weitere Reduzierung wird im Sommer 2011 stattfinden. Der BITKOM sieht die Preisvorgaben der EU-Kommission kritisch, da den Unternehmen damit Geld entzogen wird, das für den Breitbandausbau benötigt wird.

Änderung der Preisangaben für 0180-Rufnummern: Die Preisangaben für 0180-Servicerufnummern werden transparenter und verständlicher. Nach der Neufassung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) müssen die Anbieter neben der Preisangabe für Anrufe aus dem Festnetz künftig auch den Höchstpreis für Gespräche aus dem Mobilfunknetz angeben. Die Informationen erscheinen zum Beispiel bei Gewinnspielen im Fernsehen oder in Werbematerial von Unternehmen. Die Höchstsätze für 0180-Nummern dürfen laut TKG bei Gesprächen aus dem Festnetz bei höchstens 14 Cent pro Minute oder 20 Cent pro Anruf liegen. Bei Gesprächen aus den Mobilfunknetzen dürfen die Preise maximal 42 Cent pro Minute oder 60 Cent pro Anruf betragen.

  • Umwelt

Einbaupflicht für intelligente Stromzähler: Die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes führt zu einer Modernsierung bei der Strommessung. Ab Januar 2010 müssen in Neubauten und bei grundlegenden Renovierungen intelligente Stromzähler installiert (Smart Meter) werden. Die elektronischen Stromzähler können von den Energieversorgern tagesaktuell ausgelesen und der Verbrauch z.B. monatlich abgerechnet werden. Intelligente Stromzähler bringen jedem Einzelnen mehr Transparenz über seinen Stromverbrauch. Die Energieversorger erwarten mittelfristig eine bessere Auslastung ihrer Kraftwerkskapazitäten und der Stromnetze. 

Geringerer Stromverbrauch im Standby-Betrieb: Die Vorgaben der Ökodesign-Richtlinie der EU werden verschärft. Ab 7. Januar 2010 darf der Stromverbrauch neuer Haushalts- und Bürogeräte im Bereitschaftsbetrieb (Stand-by-Modus) generell zwei Watt nicht überschreiten. Sind sie komplett ausgeschaltet, ziehen aber dennoch Strom aus der Steckdose, muss dieser Wert unter einem Watt liegen. Die Werte werden 2013 nochmals auf ein und 0,5 Watt abgesenkt.

  • E-Government

ELENA kommt: Am 1. Januar 2010 startet das elektronische Verfahren zur Meldung von Arbeitnehmerdaten ELENA (Elektronischer Entgeltnachweis). Das ELENA-Verfahren verpflichtet die Arbeitgeber, bestimmte Daten ihrer Beschäftigten wie Gehalt sowie Arbeits- und Krankheitszeiten monatlich auf elektronischem Weg an die Zentrale Speicherstelle bei der Deutschen Rentenversicherung (ZSS) zu melden. Ziel ist es, den Meldeaufwand der Arbeitgeber zu reduzieren und die Beantragung sozialrechtlicher Leistungen wie Elterngeld, Arbeitslosengeld oder Wohngeld zu vereinfachen. Die Daten werden bei der ZSS in verschlüsselter Form gespeichert und dürfen von Behörden nur mit Einwilligung des Bürgers abgerufen werden. Die bundesweite Anwendung des Verfahrens beginnt im Jahr 2012.

Elektronischer Personalausweis startet: Ab November 2010 wird der neue Personalausweis im Scheckkartenformat den bisherigen Personalausweis ablösen. Der neue Ausweis ist besonders sicher. Neben einem digitalen Foto können auf freiwilliger Basis zwei Fingerabdrücke gespeichert werden. Der elektronische Personalausweis ist mit der Funktion des elektronischen Identitätsnachweises ausgerüstet. Damit können im Internet Prozesse wie Log-in, Adressverifikation und Altersnachweis wirtschaftlicher und schneller realisiert werden. Zudem können die Ausweisinhaber eine elektronische Signatur auf ihren Personalausweis laden, die im E-Government oder beim Abschluss von Verträgen eingesetzt wird.

  • Steuern

Entlastungen für den Mittelstand: Zum 1. Januar ändern sich mit Inkrafttreten des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes u.a. die Abschreibungsregeln für geringwertige Wirtschaftsgüter. Für kleine und mittelständische Firmen ist das vor allem beim Kauf von Geräten für die Bürokommunikation von Bedeutung. Berücksichtigt werden Gegenstände bis zu einem Netto-Anschaffungspreis von 410 Euro. Zahlt ein Unternehmer also zum Beispiel für ein Notebook oder ein Smartphone nicht mehr als 410 Euro netto, kann der Kaufpreis bereits im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben werden und dadurch die Steuerlast entsprechend senken.

  • BITKOM intern

BITKOM startet Jobbörse: Auch in der Krise bleibt der ITK-Arbeitsmarkt dynamisch. Fach- und Führungskräfte sind nach wie vor gefragt. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen haben aber mitunter Schwierigkeiten, bei potenziellen Bewerbern Aufmerksamkeit zu erzeugen. Den Jobsuchenden wiederum fehlt es an einer auf ITK-Fachkräfte spezialisierten Stellenbörse. Der BITKOM bietet daher in Kooperation mit StepStone ab 2010 einen eigenen Online-Stellenmarkt an. Weitere Informationen unter www.bitkom-service.de/stepstone.