Posted by Web Internet on
August 13, 2008
Daddeln für lau? - Games zunehmend Opfer von Raubkopierern
Daddeln für lau? - Games zunehmend Opfer von Raubkopierern
1,7 Millionen Spielkonsolen kauften die Deutschen nach Angaben des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien im ersten Halbjahr. Xbox, Playstation, Wii & Co. stehen auch bei Raubkopierern hoch im Kurs. Dies zeigen Fälle der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU): Bereits im Frühjahr wurde ein 32-Jähriger in Bayern zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil er mehrere hundert Xbox- und Playstation-2-Spiele illegal heruntergeladen hat. Etwa 200 gebrannte Wii-Spiele mit Covern beschlagnahmten Polizisten Ende Mai bei einem anderen Verdächtigen im Raum Flensburg.
“Unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke in 357 Fällen in Tateinheit mit Computerbetrug”, lautete der Schuldspruch des Amtsgerichts Augsburg Ende März dieses Jahres. Der Angeklagte hatte einen fremden Internetanschluss gekapert und knapp 200 Gigabyte Daten heruntergeladen, darunter über 160 Xbox-Spiele und knapp 200 Games für die Playstation 2. Hinweise auf einen gewerbsmäßigen Handel ergaben sich nicht. Trotzdem und obwohl sich der Student vor Gericht verpflichtete, die Rechnungen für die Downloads zu zahlen, kam eine Bewährungsstrafe nicht in Frage. Denn der Täter war schon mehrfach einschlägig vorbestraft.
Unerwartet, aber nicht ungewöhnlich war der Fund der zahlreichen Wii-Raubkopien im Flensburger Fall. Anlass der Durchsuchung bildeten Indizien auf Mitgliedschaft in einer Release-Gruppe mit Spezialisierung auf Film-Raubkopien. Bekannt war auch, dass der Verdächtige für Download-Kontingente auf einem FTP-Server Geld gezahlt hatte. Auf der Suche nach Beweisen für Upload-Tätigkeiten des Mitte 20-Jährigen stießen die Beamten am 28. Mai nicht nur auf mehrere Rechner, Festplatten und die Raubkopien, sondern auch auf eine Wii-Konsole und ganze drei Original Wii Spiele. Ob der Täter die semiprofessionell aufgemachten illegalen Kopien weiter verbreiten wollte, ist noch nicht geklärt. Die GVU wertet die Asservate aus. Auch die Ermittlungen zu dem Ausgangsverdacht, der Mann habe noch nicht im Handel befindliche Kinofilme illegal beschafft und als erste auf verdeckte Internetserver eingestellt, dauern an. ©GVU
Posted by Web Internet on
July 11, 2008
Niederlande kein sicherer Hafen mehr für Raubkopierer - Gericht entscheidet: Hosting-Provider muss torrent.to vom Netz nehmen
Niederlande kein sicherer Hafen mehr für Raubkopierer - Gericht entscheidet: Hosting-Provider muss torrent.to vom Netz nehmen
Hamburg, 11. Juli 2008. Der niederländische Internetprovider Euroaccess muss die Raubkopien-Portalseite torrent.to vom Netz nehmen und die persönlichen Daten der Seiten-Administratoren herausgeben. Dies entschied das Gericht in Amsterdam am 8. Juli per einstweiliger Verfügung. Bereits vergangene Woche hatte der Hosting-Anbieter Leaseweb zwei weitere stark frequentierte Seiten mit Links zu deutschsprachigen Film- und TV-Serien-Raubkopien heruntergefahren. Ein dritter niederländischer Provider schaltete eine Streaming-Site mit Unmengen an illegal eingestellten Filmen ab. Damit verliert das nordwestliche Nachbarland Deutschlands seinen Status als Rückzugsort für deutsche Portalseiten zu illegalen Angeboten.
Das in den Niederlanden gehostete Portal Torrent.to gilt als eine der bekanntesten Seiten zu illegalen Download-Angeboten. Indizien, wie etwa deren schwerpunktmäßige Ausrichtung auf den deutschsprachigen Markt, weisen auf einen Betrieb durch deutsche Staatsbürger hin. Infolgedessen hatte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) ein Strafverfahren initiiert und die niederländische Schwesterorganisation BREIN um Unterstützung gebeten. Eine wenig kooperative Haltung des Hosting-Providers Euroaccess erschwerte weitere Ermittlungen jedoch erheblich. Daher startete BREIN durch Abmahnung das nun erfolgreiche zivilrechtliche Verfahren gegen das Unternehmen.
Von der GVU durch wesentliche Informationen unterstützt, gelang BREIN der Nachweis des offensichtlich illegalen und äußerst umfangreichen Angebots an aktuellen Filmen, Entertainmentsoftware und Musikdateien auf torrent.to. Auf dieser Grundlage begründete der Vorsitzende des Gerichts, dass die rechtswidrige Art der Seite auch für den Provider absolut klar gewesen sein muss - nicht zuletzt da der Hosting-Anbieter von den Anti-Piraterie-Organisationen davon in Kenntnis gesetzt worden war. Euroaccess ermögliche durch seine Rolle als Webhost in diesem Fall die Begehung umfangreicher Urheberrechtsverletzungen durch Internetnutzer. Das Unternehmen trage “eine eigene Verantwortung”, argumentierte der Richter, und habe auch die Kosten der Rechtsstreitigkeit zu tragen.
Jan Scharringhausen, Leiter der GVU-Rechtsabteilung kommentiert die Entscheidung: “Wir begrüßen diese einstweilige Verfügung und hoffen, dass dank der zu erwartenden Informationen von Euraccess die Verantwortlichen von torrent.to nun zur Verantwortung gezogen werden können. Die GVU und ihre Mitgliedsunternehmen werden diese neuerliche Präzedenz-Entscheidung zum Anlass nehmen, gemeinsam mit BREIN alle verbleibenden Portalseiten in den Niederlanden anzugehen. Dazu gehört auch kino.to.”
Alle Angaben: ©GVU PR

