May 26, 2013

BITKOM zum aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs

  • BGH: Internet für privaten Alltag wichtig wie Auto
  • Schadensersatz für Nicht-Nutzung zugesprochen

Berlin, 24. Januar 2013 – Der Bundesgerichtshof hat heute einem Privatmann einen Anspruch auf Schadensersatz zuerkannt. Dieser hatte geklagt, weil er seinen Internet-Zugang über einen längeren Zeitraum nicht nutzen konnte. Der BGH stellte fest, das Internet habe mittlerweile für die private Lebensführung eine ähnlich wichtige Bedeutung wie das Auto.

Zu diesem Urteil sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder: „Wir begrüßen sehr, dass nunmehr auch von höchstrichterlicher Stelle die herausragende Bedeutung des Internets für die private Lebensführung jedes Einzelnen anerkannt wurde. BITKOM weist darauf schon seit Jahren hin. Was die Haftung der Internetdienstleister und Telekommunikationsanbieter angeht, darf man dabei nicht über das Ziel hinausschießen. Internetanschlüsse können nur deshalb so preiswert und für jeden erschwinglich angeboten werden, weil Haftungsrisiken bislang klar beschränkt waren. Daher muss – wie bei den anderen Gütern mit herausragender Bedeutung für die private Lebensführung wie Auto oder Wohnung – der Schadenersatz auf einen Anteil an der monatlichen Nutzungsgebühr begrenzt werden.

Der konkrete Fall stammt aus dem Jahr 2008. In den vergangenen Jahren hat sich die Netzqualität enorm verbessert. Der technische komplexe Anbieterwechsel funktioniert heute in aller Regel sehr viel besser. Das neue Telekommunikationsgesetz hat zudem klare Vorgaben gesetzt: Bei einem Anbieterwechsel darf die Telefon- bzw. Internetverbindung nur einen einzigen Tag unterbrochen werden. Falls der neue Anbieter doch länger brauchen sollte, so wird der Anschluss in der Zwischenzeit automatisch auf den bisherigen Anbieter umgestellt.“

BITKOM zum neuen Meldegesetzzum neuen Meldegesetz

BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder kommentiert die Neuregelung des Meldegesetzes wie folgt:

„Nach Acta dürfte dies innerhalb kürzester Zeit der zweite Fall werden, wo der Druck der Straße ein Gesetz kippt. Aus den jüngsten Diskussionen um Themen rund um den Datenschutz in der digitalen Welt hätte der Bundestag gelernt haben sollen. Die Zeiten sind vorbei, in denen einschlägige Gesetzesvorhaben im Hauruck-Verfahren durch das Parlament getrieben werden können. Solche Projekte müssen mit der Öffentlichkeit diskutiert, transparent gemacht und im Dialog zwischen Politik und Bürgern vermittelt werden.“

„Die Diskussion braucht vor allem mehr Sachlichkeit. Uns erstaunt, dass das Gesetz in der aktuellen Form auch von jenen scharf kritisiert wird, die in ihrem eigenen Verantwortungsbereich zum Beispiel in den Bundesländern seit Jahren kritiklos ähnliche Verfahren praktizieren.“

„Nüchtern betrachtet ist zunächst zu begrüßen, dass künftig in Meldefragen bundesweit einheitliches Recht gilt. Dies fördert die Transparenz und den Bürokratieabbau.“

„Ebenfalls zu begrüßen ist, dass alle Meldestellen künftig verpflichtet sind, Verbraucher aktiv auf das Widerspruchsrecht hinzuweisen. Dies ist heute nicht durchgängig der Fall und stellt eine Verbesserung gegenüber der bisherigen Praxis dar.“

„Zum dritten sollte darauf hingewiesen werden, dass von der Meldestelle auch künftig nur ein rudimentärer Datensatz herausgegeben wird: Name, Anschrift, ggfs. Todesdatum. In Telefonbüchern oder auf Internet-Seiten finden sich über die meisten Bundesbürger Informationen, die weit darüber hinausgehen.“

„Anstelle die Debatte anzuheizen, sollte im Sinne der Sachlichkeit der Kern des Spannungsverhältnisses bei der Bewertung solcher Auskunftsersuchen erklärt werden: Einerseits muss die Privatsphäre jedes Einzelnen zuverlässig geschützt werden. Andererseits müssen für Privatverbraucher wie für Unternehmen Möglichkeiten geschaffen werden, zum Beispiel säumigen Schuldnern ohne großen Rechercheaufwand Schriftstücke an die offizielle Meldeadresse zuzustellen. Auch kann es im Interesse der Verbraucher sein, von Herstellern, Händlern und Dienstleistern Informationen zu erhalten – und sei es in Form von Werbung. Diese unterschiedlichen Interessen sollte der Gesetzgeber bei den weiteren Diskussionen im Sinne einer vernünftigen Güterabwägung berücksichtigen.“

In einer repräsentativen BITKOM-Umfrage haben 61 Prozent der Befragten erklärt, Werbung erhalten zu wollen. 70 Prozent der Bundesbürger, sind der Meinung: „Werbung muss sein, weil sonst die Wirtschaft nicht funktioniert.“

BITKOM zu Schufa-Forschungsplänen im Web

BITKOM zu Schufa-Forschungsplänen im Web

Berlin, 7. Juni 2012 – BITKOM hat sich zu einem Forschungsvorhaben der Schufa geäußert, bei dem es um die Gewinnung von Daten aus dem Internet und sozialen Netzwerken geht. BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf sagte dazu: „Nicht alles, was technisch möglich ist, sollte in die Praxis umgesetzt werden. Das Durchforsten von sozialen Netzwerken nach Informationen, die Rückschlüsse auf die finanzielle Leistungsfähigkeit erlauben, würde viele Internetnutzer zu Recht verunsichern. Wir sollten alles unterlassen, was das Vertrauen in das Internet beschädigt. Es wäre klug, auf manche Gedankenspiele zu verzichten. Die Menschen wollen sich frei und ungezwungen im Web bewegen. Diese Freiheit müssen wir erhalten und gleichzeitig immer wieder darauf hinweisen, dass man mit persönlichen Informationen im Internet sehr bewusst umgehen sollte.“

BITKOM unterstützt Vorgehen gegen überzogene Abmahnungen im Web

  • Aktuelle Initiative des Bundesjustizministeriums
  • Mustertext hilft bei Widerrufsbelehrung

Berlin, 2. Januar 2012 – Der Hightech-Verband BITKOM fordert, das geltende Abmahn-Recht im Internet zu überprüfen. „Abmahnungen können ein legitimes Instrument im Wettbewerb sein, werden im Internet aber vielfach missbraucht. Dem massenhaften Abmahn-Missbrauch muss Einhalt geboten werden“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf in Berlin. „Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen sind Abmahnungen eine der größten Wachstumshürden.“ Oft würden Online-Angebote gezielt von Konkurrenten und Anwälten nach formalen Fehlern durchsucht, um Anbieter in Bedrängnis zu bringen. Der BITKOM unterstützt daher eine aktuelle Initiative des Bundesjustizministeriums, um Firmen vor überzogenen Abmahnungen zu schützen.

Der jährliche Schaden pro Online-Händler durch Abmahnungen beträgt laut einer Studie des Garantie-Dienstleisters „Trusted Shops“ im Durch-schnitt 5.300 Euro. Jeder zweite Händler sehe sich durch Abmahnungen in seiner Existenz bedroht. „Leider entsteht der Eindruck, dass Abmahnungen von manchen Anwälten und deren Auftraggebern als Einnahmequelle missbraucht werden“, erklärt Prof. Kempf. So würden Abmahnungen gezielt an viele Adressaten versendet und die Streitwerte bewusst hoch angesetzt. Dabei werde die Unsicherheit vieler vornehmlich kleiner Online-Händler ausgenutzt. „Gerade im Online-Handel ist eine Vielzahl an Detailvorschriften zu beachten. Entsprechend hoch ist die Gefahr unbeabsichtigter Verstöße“, erklärt Kempf. Neben einer gesetzlichen Einschränkung der Abmahnungen hält BITKOM daher auch eine umfassende Aufklärung der Händler für nötig.

Ein häufiger Grund für Abmahnungen sind Fehler bei der Widerrufs-belehrung. Diese besagt, innerhalb welcher Zeit Online-Kunden die Ware zurückgeben dürfen. Der BITKOM empfiehlt Händlern, ein vom Bundes-justizministerium herausgegebenes Muster für die Widerrufserklärung zu nutzen. Es ist im Internet kostenfrei verfügbar unter www.gesetze-im-internet.de/bgbeg/art_248anlage_1_388.html.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mehreren Studien zufolge rund 800 Milliarden Euro im Online-Handel umgesetzt.

Einigung von BITKOM und GEMA zu Online-Musik

  • In Download-Shops künftig Hörproben von 90 Sekunden möglich
  • Lizenzierung von Streaming-Angeboten ermöglicht neue Dienste
  • BITKOM wird Verhandlungen in anderen Bereichen fortsetzen

Berlin, 8. Dezember 2011 – Der Hightech-Verband BITKOM und die Verwertungsgesellschaft GEMA haben nach intensiven Verhandlungen eine Vereinbarung für Online-Musikanbieter erzielt. Der Vertrag regelt die Höhe der Urhebervergütungen, die von den Betreibern von Internet-Musikportalen abgeführt werden müssen. Die Lizenzgebühren betragen pro Musikstück nun in der Regel zwischen 6 und 9 Cent netto, BITKOM-Mitgliedsunternehmen erhalten einen Rabatt. „Die Einigung schafft Planungssicherheit für die Anbieter“, erklärte BITKOM-Vizepräsident Volker Smid. Der GEMA-Vorstandsvorsitzende Dr. Harald Heker sagte: „Der Vertragsabschluss ist für die GEMA-Mitglieder sehr erfreulich. Die in der Vergangenheit auf Hinterlegungskonten geleisteten Zahlungen können nun entsprechend der erzielten Einigung abgerechnet und sukzessive ausgeschüttet werden.“Auch für die Kunden von Online-Musikanbietern ergeben sich Vorteile. Sie können die Songs künftig länger im Internet vorhören. „In Download-Shops sind künftig Hörproben von 90 statt bisher 30 Sekunden möglich“, so Smid. „Die Verbraucher bekommen so einen besseren Eindruck von den Liedern vor dem Kauf.“ Dr. Heker betont: „Für die seit Jahren andauernde Diskussion um die angemessene Vergütung für Online-Musiknutzungen konnte nun endlich eine einvernehmliche Lösung gefunden werden.“

Der neue Gesamtvertrag von BITKOM und GEMA, der rückwirkend zum 1. Januar 2002 gilt, enthält zudem eine Lizenzierung von Urheberrechten für Streaming-Angebote, also die Direktübertragung von Musikstücken über das Internet. „Einzelne Dienste, die bisher im Ausland erfolgreich sind, finden jetzt auch in Deutschland ähnliche Lizenzierungsbedingungen vor. Wir gehen deshalb davon aus, dass es künftig noch mehr Musikdienste in Deutschland geben wird, bei denen Nutzer für eine monatliche Pauschalgebühr alle Titel vollständig online hören können“, so BITKOM-Vizepräsident Smid. „Dadurch werden Online-Geschäftsmodelle im Musikbereich für Anbieter und Nutzer sehr viel attraktiver als bisher.“

Rein werbefinanzierte Musikdienste und Musikvideos werden von dem Vertrag bisher noch nicht abgedeckt. Dazu werden BITKOM und GEMA ihre Verhandlungen weiter fortsetzen. Ebenso laufen Verhandlungen für Online-Videoangebote.

BITKOM fordert bessere Bedingungen für Firmengründer

BITKOM fordert bessere Bedingungen für Firmengründer

  • Hightech-Verband unterstützt „Gründerwoche Deutschland“
  • Bewerbungen für Wettbewerb „Innovators’ Pitch“ ab sofort möglich

Berlin, 14. November 2011 - Der Hightech-Verband BITKOM hat bessere Rahmenbedingungen für Unternehmensgründer in Deutschland gefordert. „Ein Ingenieurland wie Deutschland lebt von Innovationen, und Innovationen entstehen eben oft in sehr jungen Unternehmen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf anlässlich der heute beginnenden „Gründerwoche Deutschland“ des Bundeswirtschaftsministeriums. BITKOM ist Förderer und Partner der Initiative. „Politik, Verbände und Banken müssen an einem Strang ziehen und gemeinsam gute Ideen für Start-ups unterstützen“, so Kempf. „Eine moderne Volkswirtschaft kann es sich nicht leisten, wertvolle Geschäftsideen in großem Maßstab zu verlieren.“ Von der Politik fordert BITKOM eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung sowie niedrigere bürokratische Hürden bei der Unternehmensgründung. Zudem bräuchten Gründer bessere Finanzierungsmöglichkeiten. „Gerade in der Hightech-Branche, die von neuartigen und oft außergewöhnlichen Geschäftsideen lebt, fehlt es zu oft an der Risikobereitschaft der Kapitalgeber“, erklärte Kempf.

Ziel der Gründerwoche (http://www.gruenderwoche.de/) ist, vor allem junge Erwachsene mit Beratungsangeboten, Ideenworkshops und anderen Events über Perspektiven für Start-ups zu informieren. Die Initiative findet im Rahmen der Global Entrepreneurship Week 2011 statt. Allein im vergangenen Jahr haben sich bei diesem weltweiten Event rund 10 Millionen Menschen aus 100 Ländern an 40.000 Veranstaltungen beteiligt. Der diesjährige Beitrag des BITKOM besteht in Schüler-Workshops zum Thema Unternehmensgründung an Berliner Schulen, die der Verband gemeinsam mit seiner Nachwuchsinitiative „erlebe it“ durchführt. Bei diesen „IT-Gründer-Werkstätten“ berichten Jungunternehmer aus ihrem beruflichen Alltag. Die Schüler-Workshops werden von zwei Preisträgern eines Gründerwettbewerbs des Wirtschaftsministeriums, den Firmen UPcload und Trifense, unterstützt.

Zeitgleich startet BITKOM zum siebten Mal seinen Wettbewerb „Innovators’ Pitch“. Damit werden junge Unternehmen und Gründer für innovative Geschäftsideen im Bereich „Digitales Leben“ ausgezeichnet. Ab sofort können sich Interessenten bewerben. Die Auswahl der Preisträger findet im März 2012 auf der weltweit bedeutendsten Hightech-Messe CeBIT in Hannover statt. Dort stellen die Finalisten ihre Geschäftsidee in genau drei Minuten dem Publikum und einer Experten-Jury vor und versuchen diese zu überzeugen. Der Innovators’ Pitch wird unterstützt durch: b-to-v Partners, Deutsche Messe, High-Tech Gründerfonds, Huawei, KPMG, Nokia Siemens Networks sowie t3n und WirtschaftsWoche. Alle Informationen unter: http://www.innovatorspitch.de/.

Nach Angaben des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) wurden 2010 in Deutschland zwei Prozent weniger Hightech-Unternehmen gegründet als im Jahr zuvor. Mit rund 14.100 liege die Zahl der Neugründungen zudem deutlich unter dem Niveau der zweiten Hälfte der 90er Jahre. In dieser Zeit gab es jährlich rund 18.500 Gründungen.

BITKOM und LKA NRW schließen Kooperationsvereinbarung

Berlin, 8. November 2011 – Der Hightech-Verband BITKOM und das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) schlossen gestern (07.11.) eine Kooperationsvereinbarung zur Förderung der Sicherheit bei der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie sowie zur präventiven und repressiven Bekämpfung der Computerkriminalität.

Die Kooperationsurkunde unterzeichneten das Mitglied des BITKOM-Präsidiums, Oliver Tuszik (Vorstandsvorsitzender der Computacenter AG & Co. oHG), und der Direktor des Landeskriminalamtes Düsseldorf, Wolfgang Gatzke, gestern in Düsseldorf.

Bereits im Juli 2011 tauschten Experten aus Sicherheitsbehörden und Wirtschaft in einem gemeinsam von BITKOM und LKA NRW veranstalteten Workshop Erfahrungen zu aktuellen Phänomenen der Computerkriminalität und mit neuen Technologien verbundenen Missbrauchsgefahren aus, erörterten Präventionsansätze und diskutierten Möglichkeiten einer strukturierten Zusammenarbeit. Deutlich wurde: Die zunehmende Professionalisierung und Internationalisierung der Computerkriminalität und die daraus entstehenden Gefahren für Bürger und Märkte stellen Wirtschaftsunternehmen und Ermittlungsbehörden gleichermaßen vor neue Herausforderungen.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit ist daher gefragt. Nach weiterer Abstimmung stellten Oliver Tuszik und Wolfgang Gatzke bei der Unterzeichnung Kooperationsvereinbarung fest: „Die Förderung der Sicherheit bei der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie sowie eine erfolgreiche Bekämpfung der Computerkriminalität sind gemeinsames Anliegen des BITKOM und des LKA NRW. Wir streben daher eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Sinne einer Sicherheitskooperation zwischen privaten und staatlichen Institutionen an. Dazu bietet die Kooperationsvereinbarung einen tragfähigen Rahmen.“

Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, in Wirtschaft und Sicherheitsbehörden den Informationsaustausch und Wissenstransfer über technologische Entwicklungen und aktuelle Kriminalitätsphänomene nachhaltig zu fördern, Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen sowie frühzeitig neuen Erscheinungsformen von Cybercrime zu begegnen. Dazu werden für Mitglieder des BITKOM und Polizeibehörden des Landes NRW neben gemeinsamen Veranstaltungen auch gegenseitige Hospitationen angeboten und in konkreten Einzelfällen Experten vermittelt.

„Die Zusammenarbeit mit dem BITKOM unterstreicht die Neuausrichtung der NRW- Polizei im Kampf gegen Internetkriminalität“, so LKA-Direktor Wolfgang Gatzke. Mit dem Cybercrime-Kompetenzzentrum im LKA NRW steht für Unternehmen und Behörden eine zentrale Ansprechstelle der Polizei zur Verfügung. Zum Cybercrime-Kompetenzzentrum gehören Ermittlungskommissionen für herausragende Verfahren, die Zentrale Internetrecherche, die Auswertestelle für Kinderpornografie sowie weitere Experten für Computerforensik, Telekommunikationsüberwachung, Auswertung, Analyse und Prävention.

Frauen nutzen die Möglichkeiten von Online-Banking besonders intensiv. 56 Prozent der weiblichen Internetnutzer haben bereits Finanzgeschäfte online durchgeführt, gegenüber 50 Prozent der männlichen. Lediglich die über 65-Jährigen sind zurückhaltend, wenn es um Finanztransaktionen im Web geht. Während bei den 50- bis 64-Jährigen fast jeder Zweite (44 Prozent) Erfahrungen mit Online-Finanztransaktionen hat, sind es bei den Älteren nur noch 21 Prozent.

Das Potenzial für weiteres Wachstum ist da. Zwar sagen 56 Prozent derjenigen, die noch keine derartigen Transaktionen vorgenommen haben, sie hätten schlichtweg keinen Bedarf. Jeder zweite aber wird durch Angst vor mangelndem Datenschutz (51 Prozent) und wegen Sicherheitsbedenken (46 Prozent) davon abgehalten. Nur jeder zehnte sagt dagegen, das Ganze sei ihm zu kompliziert.

Zur Methodik: Das Meinungsforschungsinstitut Aris hat im Auftrag des BITKOM 1.002 Personen ab 18 Jahren befragt, darunter 702 Internetnutzer. Die Umfrage ist repräsentativ.

BITKOM zu Datenschutz im Internet

BITKOM zu Datenschutz im Internet

  • Prof. Kempf: „Datenschutz braucht Differenzierung“

Berlin, 4. Oktober 2011 – Zu einer Kampagne des Verbraucherzentrale Bundesverbands e.V. für restriktive Voreinstellungen bei der Dateneingabe im Internet äußert sich der Präsident des Hightech-Verbandes BITKOM, Prof. Dieter Kempf:

„Meist braucht es einen Mindestumfang von Angaben, damit ein Online-Service überhaupt funktioniert und nutzerfreundlich zu handhaben ist. Das ist von Plattform zu Plattform verschieden. Die Verbraucherzentralen wählen mit ihrer heute gestarteten Kampagne einen radikalen Ansatz und verzichten auf die notwendige Differenzierung.

Die Voreinstellungen zum Datenschutz sollten sich am jeweiligen Schutzbedarf der Nutzergruppen und der Sensibilität der zu erfassenden Daten orientieren. Kinder haben nun einmal ein anderes Schutzbedürfnis als Erwachsene, Gesundheitsdaten sind anders zu bewerten als die Schuhgröße. Ein neues Gesetz, das alle Nutzer und Dienste über einen Kamm schert, wird dem nicht gerecht. Datenschutz braucht Differenzierung.

Viele Dienste wären nur noch kostenpflichtig und einige überhaupt nicht mehr möglich, wenn die Vorschläge der Verbraucherzentralen umgesetzt würden. Dies sollte man bei ihrer Bewertung berücksichtigen.

Übergeordnetes Ziel aller entsprechenden Vorhaben muss sein, die schützenswerte Freiheit des Internet mit der schützenswerten Privatsphäre der Nutzer in Einklang zu bringen.

BITKOM-Welten auf der CeBIT 2012

  • Sonderschauen zu Cloud Computing, Breitband und Gesundheit
  • Gemeinschaftsstände zu Enterprise Content Management und Thin Clients
  • Innovationswettbewerbe und CeBIT Global Conferences

Der Bundesverband BITKOM wird sein Engagement auf der weltweit führenden Hightech-Messe CeBIT weiter ausbauen. Neben den Themen Cloud Computing, Breitband, Gesundheit und Thin Clients wird BITKOM im Jahr 2012 erstmals auch zu Enterprise Content Management (ECM) einen Gemeinschaftsstand organisieren. „Wir werden die Top-Themen der ITK-Branche in speziellen Ausstellungsbereichen bündeln und anschaulich machen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. So stehen etwa in der Gesundheitsschau „FutureCare“ nicht einzelne Technologien im Mittelpunkt, sondern man wird erleben können, wie die vernetzte Gesundheitsversorgung der Zukunft funktioniert. Der neue Gemeinschaftsstand zu Enterprise Content Management zeigt, wie Unternehmen mit der Fülle an Dokumenten und Informationen effizient umgehen können, die täglich anfallen. Insgesamt wird BITKOM auf rund 4.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsent sein.

Interessierte Unternehmen können sich den BITKOM-Welten und Gemeinschaftsständen im Rahmen der CeBIT 2012 noch bis Jahresende anschließen. Hier eine Auswahl der wichtigsten Projekte des BITKOM auf der CeBIT 2012:

Cloud Computing World
Viele Anwender haben bereits erste Erfahrungen mit Cloud-Services gesammelt. Für sie zeichnen sich vollkommen neue Geschäftsmodelle ab. Sie stehen im Mittelpunkt der BITKOM Cloud Computing World 2012 (1.300 Quadratmeter in Halle 4). Ansprechpartner: Dr. Mathias Weber, Tel. 030 27576-121, m.weber@bitkom.org.

Broadband World
Superschnelle Breitband-Anschlüsse für die Kommunikation von morgen sind das Thema auf der „BITKOM Broadband World“. Auf 1.400 Quadrat-metern zeigen führende Unternehmen und Organisationen ihre Lösungen in den neuen Mobilfunk- und Festnetzen (Halle 13). Ansprechpartner: Bernd Klusmann, Tel. 030 27576-457, b.klusmann@bitkom.org.

FutureCare
Ohne IT geht im Gesundheitswesen nichts mehr. Anwendungen speziell für Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken und Kassen zeigt der BITKOM mit dem Gesundheits-Parcours „FutureCare“. Er veranschaulicht die IT-unterstützte Patientenversorgung und erlaubt einen Blick in die Hightech-Medizin der Zukunft (Halle 8). Ansprechpartner: Dr. Pablo Mentzinis, Tel. 030 27576-130, p.mentzinis@bitkom.org.

Enterprise Content Management (ECM)
In Halle 3 zeigen Aussteller aus dem ECM-Umfeld ein umfangreiches Lösungsangebot für alle Prozessschritte der Verarbeitung digitaler Inhalte im Unternehmen – von Data Capture bis Output Management. Mit seinem erstmals durchgeführten Gemeinschaftsstand trägt BITKOM der rasant wachsenden Bedeutung von ECM für alle Branchen Rechnung. An-sprechpartner: Thomas Mosch, Tel. 030 27576-105, t.mosch@bitkom.org.

Thin Clients und Server Based Computing
Die gesamte Palette an Lösungen im Umfeld von Thin Clients und Server Based Computing wird auf einem weiteren BITKOM-Gemeinschaftsstand gezeigt. Im Fokus stehen Desktop-Virtualisierung und Kosteneffizienz. Ansprechpartner: Holger Skurk, Tel. 030 27576-250, h.skurk@bitkom.org.

Innovations-Wettbewerbe
Bereits zum siebten Mal schreibt BITKOM den Wettbewerb „Innovators’ Pitch“ aus. Ausgezeichnet werden innovative Geschäftsideen junger Unternehmen und Gründer im Bereich „Digitales Leben“. Preisverleihung ist am 7. März 2012 auf der CeBIT. Ansprechpartner: Markus Altvater, Tel. 030 27576-123, m.altvater@bitkom.org.

BITKOM fördert zudem junge Unternehmen im Bereich Telematik mit dem Wettbewerb „Telematics Pitch“: Ebenfalls am 7. März 2012 werden auf der CeBIT in Halle 20 die innovativsten Mobilitätsideen prämiert. Ansprechpartner: Bernd Klusmann, Tel. 030 27576-457, b.klusmann@bitkom.org.

CeBIT Global Conferences
In Kooperation mit der Deutschen Messe AG bereitet BITKOM das Kongressprogramm CeBIT Global Conferences vor. Vom 6. bis 9. März 2012 sprechen internationale Top-Redner aus Politik, Wirtschaft, Wissen-schaft und Medien über die wichtigsten Innovationen der digitalen Welt. Die Themen reichen von intelligenten Netzen, Cloud Computing und digitalem Lifestyle bis zu Social Media im Unternehmenseinsatz. Bei der letzten CeBIT sprachen auf den Global Conferences unter anderem EU-Kommissarin Neelie Kroos, der CEO von Ford, Alan Mulally und Mozilla-Chef Gary Kovacs. Den Vorträgen und Diskussionen folgten mehr als 3.200 Teilnehmer vor Ort, 21.000 Menschen sahen das Programm live im Internet. Ansprechpartnerin: Nicole Nehaus-Laug, Tel. 030 944002-47, n.nehaus-laug@bitkom-service.de.

Fem@le Leadership Summit
Als „CeBIT Global Conferences Satellite“ – also Zusatzveranstaltung im Rahmen der Global Conferences – organisiert BITKOM außerdem erstmals einen „Fem@le Leadership Summit“. Die Veranstaltung findet am Internationalen Weltfrauentag statt, der 2012 auf den CeBIT-Donnerstag fällt. Das Thema „Managerinnen in der ITK-Wirtschaft“ wird dabei international mit hochrangigen – weiblichen und männlichen – Vertretern aus Politik und Wirtschaft diskutiert. Ansprechpartner: Dr. Stephan Pfisterer, Tel. 030 27576 135, s.pfisterer@bitkom.org.

BITKOM startet ECM-Initiative

  • Unterstützung für Anbieter von Enterprise Content Management
  • Kickoff-Veranstaltung am 21. September in Stuttgart

Der Hightech-Verband BITKOM startet eine Initiative zum Thema Enterprise Content Management (ECM). Damit soll die Bedeutung von ECM im Markt und bei Anwendern gefördert werden. „Die ECM-Branche wird künftig im BITKOM eine leistungsfähige Plattform und ein hoch interessantes Netzwerk finden“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Führende Firmen des ECM-Sektors unterstützen die Initiative, darunter u.a. Callas, Ceyoniq, COI, Compart, Conet, d.evelop, Docuware, Easy Software, ELO, Frankenraster, Henrichsen, H&S, Infoflex, Intarsys, Ityx, Luratec, NSi, Optimal Systems, Pentadoc, Trovarit und Zöller & Partner. Am 21. September 2011 wird BITKOM die Initiative im Rahmen einer großen Kickoff-Veranstaltung in Stuttgart starten.

Mit Enterprise Content Management bezeichnet man Technologien und Lösungen zur Erfassung, Verwaltung, Bearbeitung, Speicherung und Bereitstellung von Inhalten und Dokumenten. In diesem mittelständisch geprägten Markt sind derzeit etwa 800 spezialisierte Anbieter tätig. Das effiziente Management von Dokumenten bis hin zu ihrem Versand und ihrer gesetzeskonformen langfristigen Aufbewahrung wird bislang von vielen Unternehmen vernachlässigt. Oft organisieren sich die einzelnen Mitarbeiter selbst, legen ihre Dateien unsystematisch ab und werden z.B. beim Management von E-Mails allein gelassen. „Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, den Umgang mit physischen und elektronischen Dokumenten sicher und effizient zu gestalten“, so Kempf. „Dabei helfen ECM-Anbieter und -Berater.“

Im Rahmen seiner ECM-Initiative richtet der BITKOM für die Firmen einen neuen Kompetenzbereich mit 13 Arbeitskreisen ein. Darin werden einerseits Querschnittsthemen behandelt, u.a. zu Markt und Strategie, Messen und Events oder Rechtsfragen. Für Fachthemen gibt es ebenfalls spezialisierte Arbeitskreise, darunter Capture, E-Mail-Management, Output Solutions, Business Collaboration, CRM, Compliance, Normen & Standards, Signaturen, Outsourcing und Cloud Computing. In einem ECM-Forum können sich die Mitglieder regelmäßig über neueste Entwicklungen und Aktivitäten im ECM-Umfeld informieren und austauschen.

Derzeit baut BITKOM zudem gemeinsam mit den Unternehmen ein ECM-Portal auf, das zur zentralen Informationsplattform rund um die Angebote der Mitglieder sowie Trends in Technologie und Markt weiterentwickelt werden soll. Kempf: „Das Thema ECM soll zukünftig jene hohe Aufmerksamkeit bekommen, die es verdient.“

Die Kickoff-Veranstaltung findet statt am 21.9.2011, 9-13 Uhr, Raum C 5.1, ICS der Messe Stuttgart. Die Teilnahme ist für ECM-Anbieter auf Einladung kostenlos möglich.

BITKOM begrüßt Gespräche zwischen Innenministerium und Facebook

Der Hightech-Verband BITKOM hat die heutigen Gespräche zwischen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Vertretern von Facebook sehr begrüßt. BITKOM-Präsident Prof. Kempf: „Es ist höchste Zeit, dass Bundesinnenministerium und Facebook ins Gespräch kommen. Wir danken Bundesinnenminister Friedrich für seine Initiative. In Deutschland sind die Erwartungen an Datenschutz und Sicherheit besonders hoch. Einvernehmliche Standards zwischen Politik und Wirtschaft zu Gunsten des Verbrauchers können helfen, brüchiges Vertrauen wieder herzustellen und den Datenschutz zu stärken.“

Kempf verwies auf den Verhaltenskodex Web 2.0 der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimediadienste-Anbieter e.V. (FSM). Diese Selbstverpflichtung deutscher Community-Anbieter schütze insbesondere Jugendliche. Unternehmen wie die VZ-Gruppe, Lokalisten.de und Wer-kennt-wen.de sorgen u.a. dafür, dass persönliche Daten von Kindern und Jugendlichen nur für deren Freunde sichtbar sind. Sie bieten auch Beschwerde-Möglichkeiten, falls jemand belästigt wird. „Wir ermutigen weitere Anbieter, diesem Kodex beizutreten“, so Kempf.

Darüber hinaus erklärte BITKOM seine Bereitschaft zu weiterführenden Gesprächen mit der Bundesregierung und Community-Anbietern. „Selbstverpflichtungen können in der Regel besser auf die unterschiedlichen Geschäftsmodelle und das rasche Innovationstempo in der Branche eingehen als Gesetze“, so Kempf. „Anders als nationale Gesetze können Selbstverpflichtungen außerdem internationale Wirkung entfalten.“ Mit dem Datenschutz-Kodex für Geodatendienste haben der BITKOM und führende Anbieter erst kürzlich eine Selbstverpflichtung eingerichtet.

Jedem siebten Internetnutzer ist egal, was mit seinen Daten geschieht

  • BITKOM veröffentlicht Studie zum Datenschutz im Internet
  • Jedem Zweiten fehlen Informationen zum Schutz seiner Daten
  • Kempf: Datenschutz im Web Kernaufgabe von Politik, Wirtschaft und Verbraucherschutz

Die einen sind fahrlässig und leichtsinnig, die anderen übervorsichtig im Internet. Viele deutsche Web-Nutzer haben eine extreme Einstellung zur Datensicherheit. So ist jedem siebten User egal, was mit seinen Daten im Web geschieht. Auf der anderen Seite verzichtet jeder Sechste aus Sicherheitsgründen komplett auf Online-Transaktionen. Das zeigt die Studie „Datenschutz im Internet“, die der Hightech-Verband BITKOM veröffentlicht hat. „Zahlreiche Internet-Nutzer haben eine Schwarz-Weiß-Sicht auf die Datensicherheit im Internet. Eine vernünftige Balance zwischen Chancen und Risiken müssen viele erst noch finden. Dabei sollten Politik, Wirtschaft und Verbraucherschützer helfen“, sagte Prof. Dieter Kempf, BITKOM-Präsident und Vorstandsvorsitzender des Vereins „Deutschland sicher im Netz“. Der hohe Anteil extremer Nutzertypen zeige, wie wichtig Bewusstseinsbildung und Aufklärung bei Internet- und Datensicherheit ist. Offenbar kann und muss die Aufklärung der User noch verbessert werden: Laut Studie fehlen fast der Hälfte (47 Prozent) der Internet-Nutzer Informationen, was sie selbst für den Schutz ihrer Daten im Internet tun können.

Nur 40 Prozent aller User glauben, ihre persönlichen Daten seien im Web grundsätzlich sicher. 55 Prozent sind hingegen skeptisch. Dazu gehören insbesondere die jugendlichen Surfer sowie User mit hohem formalem Bildungsabschluss. Fast 40 Prozent aller Internet-Nutzer senden deshalb vertrauliche Informationen und Dokumente per Post statt per Mail. Gut jeder Vierte (28 Prozent) verzichtet aus Sicherheitsgründen auf Online-Banking, jeder achte (13 Prozent) auf Mitgliedschaften in sozialen Netzwerken.

Die meisten Internet-Nutzer sprechen sich für eine stärkere Vorbeugung und Verfolg von Straftaten im Web aus. Vier von fünf wünschen sich im Internet mehr Schutz vom Staat, insbesondere gegen Terror und Straftaten. Kempf: „Die Studie zeigt: Der Schutz der persönlichen Daten im Internet ist eine Kernaufgabe von Politik und Wirtschaft geworden. Sie kann nur gemeistert werden, wenn die Verbraucher sensibilisiert sind und mitziehen.“

Die Studie kann kostenlos herunterladen werden unter http://www.bitkom.org/de/publikationen/38338_68303.aspx.

Zur Methodik: Basis ist eine repräsentative Erhebung des Instituts Aris für BITKOM. Befragt wurden im Frühjahr 1.003 Personen ab 14 Jahren in Deutschland, darunter mehr als 700 Internetnutzer.

Prof. Dieter Kempf ist neuer BITKOM-Präsident

Prof. Dieter Kempf ist neuer BITKOM-Präsident

  • Amtszeit von Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer endet turnusgemäß
  • Volker Smid neuer Vizepräsident neben René Obermann und Heinz Bonn, Michael Kleinemeier ebenfalls im engsten Führungskreis
  • Sechs neue Mitglieder rücken in das BITKOM-Präsidium auf
  • Datenschutz, Netzpolitik und der Aufbau intelligenter Netze wichtigste Herausforderungen der nächsten Jahre

Berlin/München, 17. Juni 2011
Prof. Dieter Kempf ist neuer Präsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). Kempf wurde heute bei der BITKOM-Jahrestagung in München einstimmig gewählt. Er wird die Hightech- und Netz-Industrie in Deutschland in den kommenden zwei Jahren vertreten. „Ich bedanke mich für das Vertrauen und übernehme gerne die Verantwortung, künftig für die zweitgrößte deutsche Industrie zu sprechen“, sagte Kempf nach seiner Wahl. Die Hightech-Branche stehe vor wichtigen Herausforderungen: Der flächendeckende Aufbau von Super-Breitband, die Linderung des Fachkräftemangels oder der Aufbau intelligenter Infrastrukturen in den Bereichen Energie, Gesundheit oder Verkehr erforderten gemeinsame Anstrengungen von Wirtschaft und Politik. Inhaltliche Schwerpunkte wird Kempf im Datenschutz, der IT-Sicherheit und in der Netzpolitik setzen. „Das Vertrauen der Menschen in die Sicherheit des Internet und in den Schutz ihrer Privatsphäre muss wiederhergestellt werden“, sagte Kempf. „Dafür müssen die technischen Bedingungen geschaffen, das regulatorische Umfeld angepasst und Aufklärungsarbeit bei den Anwendern geleistet werden. Und: Wir müssen konsequent gegen Schwarze Schafe vorgehen.“

Dieter Kempf (58) engagiert sich bereits seit Jahren in der ITK-Branche, unter anderem als Vorsitzender des Vereins „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN). Seit der Gründung des BITKOM ist er im Präsidium vertreten. Kempf ist seit 1996 Vorstandsvorsitzender des IT-Dienstleisters und Softwareanbieters Datev eG. Das als Genossenschaft organisierte Unternehmen gehört mit einem Umsatz von 700 Millionen Euro und etwa 5.800 Mitarbeitern im Jahr 2010 zu den bedeutendsten Anbietern von Software und IT-Dienstleistungen in Deutschland.

Der scheidende Präsident Prof. Scheer ist nach zwei Amtszeiten turnusgemäß ausgeschieden. „Mit Dieter Kempf hat die BITKOM-Branche einen exzellenten Sprecher, der in Wirtschaft und Politik gleichermaßen geschätzt wird“, sagte Scheer. Das BITKOM-Präsidium dankte Scheer für seinen gleichermaßen engagierten wie erfolgreichen Einsatz in den vergangenen vier Jahren. Während seiner Amtszeit konnte die Mitgliederzahl des BITKOM auf inzwischen mehr als tausend gesteigert werden. Die BITKOM-Themen wurden im Mittelpunkt der politischen Agenda positioniert, der Nationale IT-Gipfel wurde zu einer jährlichen Top-Veranstaltung weiterentwickelt. Im Breitbandausbau ist Deutschland inzwischen europaweiter Vorreiter und im Datenschutz geht die Branche mit einer Selbstverpflichtung neue Wege.

Bei den Wahlen zum BITKOM-Präsidium wurden die Vizepräsidenten René Obermann (Deutsche Telekom) und Heinz-Paul Bonn (GUS Group) in ihren Ämtern bestätigt. Als dritter Vizepräsident ist Volker Smid (Hewlett-Packard) neu gewählt worden. Er folgt auf Achim Berg, der in der Firmenzentrale in den USA inzwischen die weltweite Mobil-Strategie des Microsoft-Konzerns verantwortet und nicht erneut antrat. Als neuer Schatzmeister gehört Michael Kleinemeier (SAP) künftig ebenfalls dem engsten Führungskreis an. Neu ins Präsidium aufgenommen wurden Prof. Hermann Eul (Intel), Ralph Haupter (Microsoft), Martina Koederitz (IBM), Herbert Merz (Nokia Siemens Networks), Frank Riemensperger (Accenture) und Oliver Tuszik (Computacenter). Fünf weitere Führungspersönlichkeiten der ITK-Branche wurden in ihren Mandaten bestätigt. Kempf: „Das BITKOM-Präsidium ist bestens aufgestellt, um die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre zu bewältigen.“

Die Mitglieder des BITKOM-Präsidiums in der Übersicht:

  • Präsident Prof. Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender Datev eG
  • Vizepräsident Heinz-Paul Bonn, Vorstandsvorsitzender GUS Group AG & Co. KG
  • Vizepräsident René Obermann, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG
  • Vizepräsident Volker Smid, Vorsitzender der Geschäftsführung Hewlett-Packard GmbH
  • Schatzmeister Michael Kleinemeier, Geschäftsführer SAP Deutschland AG & Co. KG
  • Rolf Buch, Vorstand Bertelsmann AG, Vorstandsvorsitzender Arvato AG
  • Ulrich Dietz, Vorstandsvorsitzender GFT Technologies AG
  • Prof. Hermann Eul, Präsident / Geschäftsführer Intel Mobile Communications GmbH
  • Ralph Haupter, Vorsitzender der Geschäftsführung Microsoft Deutschland GmbH
  • Friedrich Joussen, Vorsitzender der Geschäftsführung Vodafone D2 GmbH
  • Martina Koederitz, Vorsitzende der Geschäftsführung IBM Deutschland GmbH
  • Herbert Merz, Vorstand und COO Nokia Siemens Networks Corporation GmbH & Co. KG
  • Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung Accenture GmbH
  • René Schuster, CEO Telefónica o2 (Germany) GmbH & Co. OHG
  • Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender Software AG
  • Oliver Tuszik, Vorstandsvorsitzender Computacenter AG & Co. oHG

Stabübergabe im BITKOM

  • Prof. Dieter Kempf soll Mitte Juni neuer Präsident werden

Berlin, 14. Mai 2011 – Im Juni 2007 trat Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer die Präsidentschaft des BITKOM an. Am 17. Juni 2011 endet im Rahmen der BITKOM-Jahrestagung satzungsgemäß seine Amtszeit. Eine erneute Wiederwahl ist laut Satzung nicht möglich. Am gestrigen Freitag hat Scheer die BITKOM-Mitglieder über seinen Vorschlag hinsichtlich der Nachfolgeregelung wie folgt informiert:„Den BITKOM zeichnet unter anderem aus, dass sich im Präsidium herausragende Persönlichkeiten engagieren, die durchgängig in der Lage sind, den BITKOM als Präsident zu vertreten. Nach zahlreichen Gesprächen mit den Vizepräsidenten und den Präsidiumsmitgliedern habe ich mich entschieden, den Vorstandsvorsitzenden der Datev eG Prof. Dieter Kempf als künftigen Präsidenten vorzuschlagen. Dieser Vorschlag hat unter den Vizepräsidenten und im Präsidium einhellige Zustimmung gefunden.“

„Herr Kempf ist seit langen Jahren in führender Position im ITK-Sektor tätig und kennt die unterschiedlichen Facetten unserer Branche bestens – von der Software über Sicherheit und Datenschutz bis zur Telekommunikation. Er hat einen ganz ausgezeichneten Zugang zu unseren Partnern in Politik und Wirtschaft, engagiert sich seit der BITKOM-Gründung im Präsidium und erzielt bei unseren internen Wahlen immer beste Ergebnisse. Ich bin überzeugt, dass Herr Kempf im Kreis der BITKOM-Mitglieder wie auch auf dem Berliner und Brüsseler Parkett breite Zustimmung findet.“

Kempf (58) engagiert sich bislang u.a. als Vorsitzender des Vereins „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN) für die Themen IT-Sicherheit und Datenschutz. Kempf ist im Hauptberuf Vorstandsvorsitzender des IT-Dienstleisters und Softwareanbieters Datev eG. Das als Genossenschaft organisierte Unternehmen gehört mit einem Umsatz von rund 699 Millionen Euro und etwa 5.800 Mitarbeitern im Jahr 2010 zu den bedeutendsten Anbietern von Software und IT-Dienstleistungen in Deutschland.

Weitere Informationen zu den aktuellen Mitgliedern des BITKOM-Präsidiums finden Sie hier: http://www.bitkom.org/de/wir_ueber_uns/24622.aspx

BITKOM lehnt Universaldienstverpflichtung ab

BITKOM lehnt Universaldienstverpflichtung ab

  • Universaldienstpflicht wäre ein unverhältnismäßiger Markteingriff
  • Breitband-Ausbau kommt schnell voran
  • 93 Milliarden Euro haben Netzbetreiber bislang investiert

Berlin, 19. April 2011 – Der Hightech-Verband BITKOM lehnt eine gesetzliche Festlegung auf flächendeckende Mindestgeschwindigkeiten bei der Breitbandversorgung ab. Einige Parteien diskutieren derzeit über eine solche Verpflichtung, „Universaldienst“ genannt. „Der Breitbandausbau in Deutschland ist ein Erfolgsmodell und funktioniert aus dem Markt heraus. Es besteht keine Notwendigkeit für einen so schweren Eingriff in die marktwirtschaftliche Organisation der deutschen Wirtschaft“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer.Nach Angaben der Bundesnetzagentur haben die deutschen Netzbetreiber zwischen 1998 und 2010 über 93 Milliarden Euro in moderne Infrastrukturen investiert, fast 6 Milliarden allein im vergangenen Jahr. Davon hat insbesondere der ländliche Raum profitiert. Dies belegen Zahlen aus dem Breitband-Atlas des Bundeswirtschaftsministeriums. Breitbandanschlüsse mit mindestens einem Megabit pro Sekunde sind in Deutschland heute für knapp 99 Prozent der Haushalte verfügbar. Die restlichen weißen Flecken werden noch in diesem Jahr über Funk mit schnellem Internet versorgt.

Die Bundesregierung strebt an, dass bis spätestens 2014 für 75 Prozent der Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Außerdem sollen solche hochleistungsfähigen Breitbandanschlüsse baldmöglichst flächendeckend verfügbar sein. „Wir begrüßen und unterstützen die ambitionierten Breitband-Ziele der Bundesregierung ausdrücklich“, sagte Scheer. Moderne Telekommunikations-Infrastrukturen seien die Grundlage für innovative Produkte und Anwendungen in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft. Eine zeitnahe Versorgung aller Endkunden mit Glasfaser-Anschlüssen sei aber derzeit wirtschaftlich und tatsächlich nicht machbar  Scheer: „Für schnell umzusetzende, tragfähige Lösungen braucht Deutschland einen Mix aus allen verfügbaren Technologien: Glasfaser, die TV-Netze der Kabelnetzbetreiber, DSL, VDSL und Mobilfunk-Technologien wie LTE.“

Eine hohe, gesetzlich festgelegte Datenübertragungs-Geschwindigkeit verstoße zudem gegen geltendes EU-Recht. Danach können nur solche Bandbreiten als Universaldienst festgelegt werden, die von den meisten Nutzern zum Zeitpunkt der Verpflichtung auch tatsächlich eingesetzt werden. Derzeit sind für etwa 40 Prozent der deutschen Haushalte hohe Bandbreiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde verfügbar. Doch nur weniger als ein Prozent der Haushalte nutzt diese Anschlüsse, obwohl die Preise hierfür auch nach Einschätzung der Bundesnetzagentur attraktiv sind.