Zurückhaltung bei CO2-Speicherung verschenkt energie- und industriepolitische Chancen, EU-Vergleich zeigt sehr unterschiedliche CCS-Politik – Großbritannien eindeutig vorn



Berlin (ots) – Die Entscheidung über die Umsetzung der EU-CCS-Richtlinie in deutsches Recht geht in die entscheidende Phase. Nach dem Bundesrat befasst sich nunmehr der Deutsche Bundestag mit dem Gesetzentwurf. Die Bundesregierung hat einen Vorschlag unterbreitet, wonach die Bundesländer entscheiden können, dass CCS auf ihrem Gebiet nicht angewandt werden darf. Diese Opt-Out-Regelung ist umstritten und gilt als nicht richtlinienkonform.

Das Beratungsunternehmen Schultz Projekt Consult (SPC) beobachtet in Zusammenarbeit mit der Inagendo GmbH seit Monaten die Entscheidungsprozesse in den wichtigsten EU-Mitgliedsstaaten. Die dritte Fortschreibung des CCS-Ländermonitorings liegt jetzt vor. Diese möchten wir Ihnen für die Vorbereitung Ihrer Entscheidungen gerne zur Verfügung stellen.

Im Ergebnis droht Deutschland seine ursprüngliche Technologieführerschaft ebenso zu verlieren wie die mit Clean Coal verbundenen energiepolitischen Handlungsoptionen, wenn nicht schnell ein EU-rechtskonformes CCS-Gesetz auf den Weg gebracht wird. Gerade auch für die energie- und rohstoffintensiven Industrien wären mittelfristig Standorte in Deutschland gefährdet. Ganze Industrieregionen könnten in eine Schieflage geraten.

Wie andere es machen, zeigt die SPC-Studie

Aus isoliert deutscher Perspektive ist die CCS-Politik in den untersuchten EU-Ländern teilweise überraschend: Am ehesten scheint Dänemark vergleichbar, das in seiner Energiestrategie ebenfalls auf eine vollständige Dekarbonisierung bis 2050 setzt. Das andere Extrem setzt das Nachbarland Polen, das auf kohlenwasserstoffbasierte Energieerzeugung im wirtschaftlichen Aufholprozess setzt und “Clean Coal” als Chance für seine Wirtschaftbegreift. Damit scheint der Klimadialog zwischen Deutschland und Polen bereits im Ansatz um Scheitern verurteilt. Großbritanniens Klimaziele sind ähnlich ambitioniert wie die deutschen, setzen aber CCS voraus. Ähnlich wie Polen begreift Großbritannien CCS als Instrument, Weltmarktanteile im – wachsenden – Markt für saubere Kohletechnologien zu besetzen, ohne – dank ausreichender Speicherkapazitäten offshore – durch Akzeptanzprobleme einer Onshore- Speicherung geplagt zu werden. Diese hatten die Niederlande bewogen, die Debatte über eine Onshore-Speicherung auf 2050 zu vertagen. Daher ist die britische Debatte auch stärker von den Anforderungen der Industrie – Papier, Zement, Stahl, Chemie – geprägt, die – ebenso wie in Deutschland – von der kombinierten Entwicklung der CCS-Infrastruktur zwischen Industrie und Energiewirtschaft abhängt. Großbritannien hat sich wegen seiner hochgesteckten klimapolitischen Ziele an die Spitze der Entwicklung gestellt und definiert CCS als die zentrale Zukunftstechnologie, sowohl im Hinblick auf die Verlängerung der Reichweite seiner Kohleförderung und die Existenzsicherung der energieintensiven Industrien, als auch im Hinblick auf seine Weltmarktfähigkeit.

Die Studie “Umsetzung der CCS-Richtlinie” kann in ihrer dritten Fortschreibung und insgesamt bei Schultz Projekt Consult, Dorotheenstraße 35, 10117 Berlin, Tel: 030 – 200 595 45, E-Mail: anke.knoll@schultz-projekt-consult.de kostenlos angefordert werden. Für weitere Informationen steht das Beratungsunternehmen gern zur Verfügung.

Schultz Projekt Consult ist eine Unternehmensberatungsgesellschaft, die sich seit 15 Jahren auf alle Fragen der Energiewirtschaft spezialisiert hat. Sie berät Unternehmen und Verbände bei deren strategischer Ausrichtung, entwickelt Projekte, beteiligt sich am Genehmigungsmanagement, organisiert den Marktauftritt und hilft bei der Verbesserung der energiepolitischen Rahmenbedingungen. Die Gesellschaft befasst sich mit allen Energieträgern und allen Formen des Energietransports und der Energieumwandlung. Schultz Projekt Consult ist unabhängig.

Pressekontakt:

Janet Hochi
Dorotheenstr. 35
10117 Berlin
Tel. 030 – 200 595 45
E-Mail: janet.hochi@schultz-projekt-consult.de

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