Bonn (ots) – Viren und Bakterien hinterlassen im Körper oft auffällige Spuren. So kann bei einer Infektion Erreger-DNA freiwerden, die dann die körpereigenen Abwehrtruppen auf den Plan ruft. Dazu verfügt jede Körperzelle im Zellplasma über eine Art DNA-Sensor, der bei fremdem Erbgut Alarm schlägt. Wie dieser Sensor genau aussieht, war bislang unbekannt. Forscher der Universitäten Bonn und Massachusetts liefern nun auf diese Frage eine Antwort. Ihre Ergebnisse lassen unter anderem auf ein besseres Verständnis von Autoimmunkrankheiten hoffen. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature erschienen.
Jeder Krimi-Leser kennt das: Manchmal hat man die Lösung genau vor der Nase, ohne es zu wissen. In diesem Fall war es genauso: Das Molekül, das sich schließlich als DNA-Sensor entpuppte, kennt man nämlich bereits seit gut zehn Jahren. Es fristete bislang aber ein weitgehend unbeachtetes Dasein – vor allem deshalb, weil niemand seine Funktion kannte.
Die Rede ist von einem Protein mit der kryptischen Bezeichnung AIM2. Wenn AIM2 auf im Plasma der Zelle auf einen DNA-Faden stößt, dockt es daran an und setzt dann eine komplizierte Signalkette in Gang. An ihrem Ende steht die Freisetzung so genannter Zytokine. Diese alarmieren die körpereigenen Abwehrtruppen. Folge ist eine Entzündungsreaktion, die den Erregern das Leben schwer machen soll. Diesen Effekt nutzte unbewusst übrigens bereits Edward Jenner, der Urvater der Impfung, um das Immunsystem zu Höchstleistungen anzuspornen.
Erstautor der Studie ist Professor Dr. Veit Hornung. Er hat vor kurzem den Ruf auf eine Professur im Institut für Klinische Biochemie und Pharmakologie der Universität Bonn angenommen. Zuvor hat er zwei Jahre an der Universität von Massachusetts gearbeitet. Dort ist auch ein großer Teil der Arbeiten zur Rolle von AIM2 gelaufen.
Pressekontakt:
Prof. Dr. Veit Hornung
Institut für Klinische Chemie und Pharmakologie, Universität Bonn
Telefon: 0228/287-12170
E-Mail: veit.hornung@uni-bonn.de
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