(pressebox) Düsseldorf, 28.08.2009,
Als die Wirtschaft boomte, gingen sie zu Tausenden nach Irland, Dubai oder Argentinien. Jetzt erwischt die Krise Deutsche im Ausland. Der Trend kehrt sich um – etliche müssen nun nach Hause kommen, berichtet das Magazin Handelsblatt Junge Karriere in seiner September-Ausgabe. Besonders arg von der Krise gebeutelte Staaten wie Spanien, Großbritannien und Irland haben an Attraktivität verloren.Doch nicht immer gelingt die Rückkehr problemlos. "Ein Auslandsaufenthalt ist längst keine Garantie mehr für einen Karriereschub zu Hause", sagt Tanja Kewes, Geschäftsführende Redakteurin bei Handelsblatt Junge Karriere. Auch deswegen wird der Schritt ins Ausland zunehmend unattraktiv. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie von Pricewaterhouse- Coopers über den Führungsnachwuchs deutscher Unternehmen. Während vor zwei Jahren noch ein Viertel der befragten Jungmanager angab, sie werden ins Ausland gehen, sind es heute nur noch sieben Prozent.
Um Eingliederungsprobleme bei der Rückkehr zu vermeiden, sollten Berufseinsteiger nicht länger als drei Jahre im Ausland bleiben, rät das Magazin weiter. Außerdem raten Experten, auch während der Zeit im Ausland, den Kontakt in die Heimat nicht abbrechen zu lassen und besonders den Kontakt zur heimischen Personalabteilung intensiv zu pflegen. "Die Wirtschaft predigt zwar Auslandserfahrung als Karrierevoraussetzung, aber ihre Entsandten verlieren sie oft aus dem Auge", beobachtet Albrecht von Bonin, Geschäftsführer der gleichnamigen Personalberatung, die seit 15 Jahren Auslandsrückkehrer berät.
Schriftliche Rückkehrgarantien geben die Unternehmen heute kaum noch. "Das höchste der Gefühle ist die Zusage, eine vergleichbare Alternative im Konzern zu bekommen", sagt von Bonin. Wichtig ist es, in so einer Vertragsklausel auf dem Zusatz "in Deutschland" zu beharren. Sonst kann die vergleichbare Stelle überall auf der Welt und der erste Auslandseinsatz der Einstieg in eine Nomadenkarriere sein. Andere Fehler werden häufig schon vor dem Beginn des Auslandsaufenthalts gemacht. "Viele Expatriates lassen sich überreden, lokale Verträge zu unterschreiben", so Experte von Bonin. In Krisenzeiten wird das in mehrerer Hinsicht zum Bumerang. In Ländern wie Dubai kann man von einem Tag auf den anderen seinen Job verlieren. Findet man keine Anschlussbeschäftigung, muss man innerhalb von 30 Tagen das Land verlassen. Hinzu kommt, dass den Rückkehrern die Zeit im Ausland nicht auf die Rentenversicherung angerechnet wird. Es sei denn, sie haben ihre Sozialversicherungsbeiträge in diesem Zeitraum freiwillig weiterbezahlt.
Die September-Ausgabe von Handelsblatt Junge Karriere erscheint am 28. August 2009.
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