(pressebox) Neuwied, 20.04.2009, Im Geschäftsjahr 2008 erwirtschaftete die Winkler+Dünnebier AG (W+D) ein EBIT von 3,5 Millionen Euro. Das gab das Unternehmen auf seiner heutigen Bilanzpressekonferenz bekannt. Der Umsatz stieg akquisitionsbedingt von 90,6 Millionen Euro auf 108,0 Millionen Euro. Der Auslandumsatz stieg dabei um 9 Millionen Euro, ging anteilsmäßig aber auf 78 Prozent zurück. Der Auftragseingang erhöhte sich im Berichtsjahr auf 112,8 Millionen Euro (2007: 84,2 Millionen Euro). W+D wurde im Verlauf der zweiten Jahreshälfte 2008 in seinen Kernmärkten mit den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise konfrontiert und musste gegenüber dem ersten Halbjahr einen deutlichen Auftragsrückgang hinnehmen.
"Wir blicken auf ein sehr turbulentes Jahr 2008 zurück", eröffnete Vorstandsvorsitzender Jochen Engelke die Bilanzpressekonferenz. Dabei hatte das Jahr 2008 vielversprechend begonnen: Die Kunden des Briefumschlagmarktes waren zu Beginn des Jahres gut ausgelastet, W+D hatte mit der Übernahme des Automatisierungsspezialisten Langhammer einen wichtigen Schritt zur Diversifizierung vollzogen und auch die Leitmesse drupa war ein Highlight des Jahres.
Für den sehr erfolgreichen Auftritt auf der wichtigsten Fachmesse für die Druck- und Medienbranche wurden alle wichtigen Baureihen mit Blick auf eine Steigerung des Kundennutzens überarbeitet. Darüber hinaus wurde auch das neue Servicekonzept von W+D vorgestellt, das sich über die gesamte Lebensdauer der Maschinen erstreckt und erstmals auch ein internetbasiertes Ferndiagnose- und -wartungssystem umfasst.
Ein wichtiger Schritt zur strategischen Ausrichtung und Diversifizierung von W+D wurde mit der Akquisition der Anteile an der Langhammer Maschinenbau GmbH vollzogen, mit der das W+D- Automatisierungsgeschäft nachhaltig und zukunftsorientiert aufgestellt ist. "Wir sind damit in der Lage, neben unseren eigenen Lösungen für den unteren Leistungsbereich auch individuelle Transport- und Palettiersysteme im oberen Leistungsbereich anzubieten", sagte Engelke.
Die zweite Jahreshälfte stand im Zeichen der unerwartet heftigen Finanz- und Wirtschaftskrise. "Unsere Kunden in der Briefumschlagindustrie wurden schon früh von der wirtschaftlichen Abschwungphase erfasst, da Werbeaktivitäten in größerem Umfang reduziert wurden", erklärte Engelke. Der Wirtschaftseinbruch belastete den ohnehin an Strukturproblemen leidenden Briefumschlagmarkt zusätzlich. "Unsere Kunden halten sich wegen der unsicheren Wirtschaftslage mit Investitionen zurück oder finden in der momentanen Situation keine finanzierende Bank", so der W+D-Chef. Vor diesem Hintergrund sei nicht mit einer schnellen Erholung von der Krise zu rechnen.
Demgegenüber entwickelt sich das Segment der Automatisierung durchweg positiv. Gleichwohl wird in 2009 wegen des rückläufigen Kerngeschäfts insgesamt mit einem deutlichen Umsatzrückgang gerechnet. W+D hat deshalb ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Kostenreduzierung und zur Generierung von zusätzlichen Umsatzpotenzialen eingeleitet. Dazu wurde insbesondere eine Service-Offensive gestartet. Trotz der bereits im Januar eingeführten Kurzarbeit werden die nicht ausgelasteten Kapazitäten des Kerngeschäfts zu einem merklichen Verlust des W+D-Konzerns im Jahr 2009 führen.
Um nachhaltig profitabel arbeiten zu können, ist für W+D eine Anpassung an die Marktgegebenheiten notwendig. Unter dem Programm "Fokussierung und Flexibilisierung" hat sich der Vorstand das Ziel gesetzt, die technologischen Stärken des Unternehmens auf neue Anwendungen zu übertragen und gleichzeitig die Strukturen und das Kostengerüst des Unternehmens so weit zu flexibilisieren, dass Schwankungen in der Nachfrage leichter aufgefangen werden können. W+D-Technologie gelangt zum Beispiel in Anwendungen der Wertpapierherstellung zum Einsatz. Aktuell wird an einem Teilprojekt für eine neue Generation von Euro-Banknoten gearbeitet. Spitzentechnologie findet sich auch in den W+D-Hygienemaschinen: Zwei Großaufträge konnten in 2008 gewonnen werden. Dieser Markt zeigt durch die steigende Lebenserwartung einerseits ein gutes Wachstumspotenzial, unterliegt andererseits aber einer hohen Projektvolatilität.
Im Zeichen der Wirtschaftskrise erweisen sich aber auch vormals stabile Kernmärkte zusehends als unbeständig. "Gerade deshalb halten wir es für unabdingbar, dass wir flexible Strukturen schaffen, um angemessen auf diese Unsicherheiten reagieren zu können", unterstrich Engelke. W+D sei heute in seinen Strukturen noch sehr auf die Fertigung von Kleinserien ausgerichtet. Ein volatiles Projektgeschäft erfordere aber hoch flexible Strukturen. Der dafür erforderliche Umbau des Unternehmens sei damit auch eine Antwort auf die Bewältigung der akuten Wirtschaftskrise. Die konkreten Schritte der zu dieser Neuausrichtung erforderlichen umfangreichen Maßnahmen werden gerade in intensiven Gesprächen mit dem Betriebsrat festgelegt, um ein gemeinsames tragfähiges Restrukturierungskonzept umsetzen zu können. Das Ziel muss dabei sein, eine nachhaltige Profitabilität zu gewährleisten und die Möglichkeiten für sinnvolle Investitionen in neue Technologien und zukunftssichere Märkte zu schaffen.
Wesentliche Kennzahlen der W+D-Gruppe im Vergleich:
(Rechnungslegungsmethode IFRS)
Mitarbeiter (Durchschnitt) 2008: 919 2007: 767 +19,8%
Umsatz (Mio. ?) 2008: 108,0 2007: 90,6 +19,2%
Auftragseingang (Mio. ?) 2008: 112,8 2007: 84,2 +34,0%
Auftragsbestand (Mio. ?) 2008: 38,8 2007: 19,0 +104,2%
EBIT (Mio. ?) 2008: 3,5 2007: 4,3 -18,6%
Jahresüberschuss (Mio. ?) 2008: 1,3 2007: 0,1 n.a.
Ergebnis je Aktie (?)** 2008: 0,21 2007 0,01 n.a.
Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeit (Mio. ?) 2008: 6,1 2007: 2,1 +190,5 %
Nettoverschuldung (Mio. ?)*** 2008: 21,4 2007: 10,4 +105,8 %
Eigenkapitalquote (%) 2008: 46,9 2007: 58,6 n.a.
* einschließlich Erstkonsolidierung der W+D-Langhammer GmbH
** nach IAS 33
*** Summe der Bankverbindlichkeiten und der Pensionsrückstellungen abzüglich der liquiden MittelÜber Winkler + Dünnebier AG
Winkler+Dünnebier ist ein Unternehmen von Körber PaperLink, einem internationalen Anbieter von Systemlösungen für die Papier- und Tissueindustrie. Die Winkler+Dünnebier AG produziert in ihrem Kerngeschäft Briefumschlag- und Taschentuchmaschinen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Herstellung von Transport- und Palettieranlagen für die Papier-, Tissue- und Lebensmittelbranche. An den Produktions- und Vertriebsstandorten in Deutschland, USA, China und Malaysia arbeiten rund 930 Mitarbeiter, die mit ihrer Erfahrung und ihrem Engagement wesentlich zu dem ausgezeichneten Ruf der Maschinen und dem hervorragenden Service beitragen.
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