Westfalenpost: Lex Mercedes



Hagen (ots) – Der EU-Kompromiss zum Klimaschutz
Von Stefan Pohl
Es hätte günstigere Zeitpunkte gegeben, um Umweltauflagen für Europas
Autoindustrie zu beschließen. So haben die sich täglich
verschlechternden Nachrichten aus der Branche den deutschen
Herstellern in die Karten gespielt.
Der Brüsseler Kompromiss ist im Vergleich zur ursprünglichen Planung
eine Lex Mercedes und Co. Er nützt zunächst der Industrie und nicht
dem Klima. Ihren Ruf als Klima-Kanzlerin dürfte Angela Merkel damit
verspielt haben. Auf der anderen Seite schafft die Regelung erstmals
einen verbindlichen Rahmen. Die bisherige Selbstverpflichtung der
Branche hatte nie jemand ernst genommen.
Die neue Stufenregelung stellt vor allem die Hersteller von
Oberklasse-Limousinen und PS-starken Sportwagen zufrieden. Sie
gewinnen damit Zeit, sich an die neuen Grenzwerte heranzutasten. Wer
weiß schon, was 2020 ist – dann soll der CO2-Grenzwert bei stolzen 95
Gramm liegen. Nur gut, dass die Strafen bei Nichteinhaltung fühlbar
sind.
Und: Pkw werden immer sauberer. Wann endlich gilt das auch für die
explodierende Zahl von Lkw auf Deutschlands Straßen?

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160  

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