Hagen (ots) – FDP und CSU streiten – Merkel schaut zu
Von Jörg Fleischer
So ganz haben sich FDP und CSU eben doch noch nicht an die
Regierungsverantwortung im Bund gewöhnt. Jedenfalls machen die beiden
Koalitionäre ganz den Eindruck. Ihr politischer Aufgalopp ins neue
Jahr stand ganz im Zeichen gegenseitiger Vorhaltungen. Wenn die
Treffen von Liberalen und Christsozialen in Stuttgart und Kreuth eine
Botschaft haben, dann diese: so recht gefestigt ist diese
schwarz-gelbe Koalition noch nicht. Sie bietet ihren Gegnern jede
Menge Angriffsfläche.
Steinbach, Steuern und Afghanistan, so lauten die zentralen
Streitthemen der Koalition. Und die Kanzlerin lässt die Zügel
schleifen. Zu Merkels Führungsschwäche passt das übertriebene
Selbstbewusstsein, das ihre beiden Juniorpartner gestern zur Schau
stellten. Mit freundlichen Grüßen an die Kanzlerin.
Seehofer ruft das “Jahrzehnt der Erneuerung” aus – doch der CSU-Chef
weiß nur zu gut, dass es vor allem seine Partei ist, die sich
modernisieren muss. Westerwelle proklamiert die “geistige, politische
Wende” – geht es nicht eine Nummer kleiner? In diesen Spuren Kohls
sollte der Vorsitzende der Liberalen nicht wandeln. Die Gefahr, dass
er an Halt verlieren könnte, ist groß.
So waren viel Bellen, viel Grollen, viel Theaterdonner aus dem Süden
der Republik zu hören. Doch die Probleme der schwarz-gelben Koalition
in Berlin werden bleiben.
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