Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Fixierung am Krankenbett



Bielefeld (ots) – Diese Zahl schockiert: 400 hilfebedürftige Menschen, mindestens 400, sind seit 1997 in Deutschland an den Folgen der Fixierung am Pflegebett oder dem in der Psychiatrie ums Leben gekommen. Das ist skandalös und durch nichts zu rechtfertigen. Zumal es sich bei der Fixierung dieser Menschen juristisch ja zudem um freiheitsentziehende Maßnahmen handelt. Hart zugespitzt ließe sich also auch formulieren: an den Haftbedingungen gestorben. Andersherum: Erhebungen darüber, wie viele Menschen möglicherweise ums Leben gekommen wären, wenn das Heim oder Krankenhaus nicht zu dieser Maßnahme gegriffen hätte, gibt es nicht. Und für die Folgen von Stürzen, für Suizid oder Todesfälle nach verwirrter Heimflucht wird wiederum die Einrichtung zur Rechenschaft gezogen. Auch hier finden die Juristen Fachbegriffe, etwa Vernachlässigung der Aufsichtspflicht. Es ist wie immer: 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Die Fixierung aber kann niemals das Mittel der Wahl sein, nur weil kostenfrei. Gehen wir also den »Werdenfelser Weg«. Zumindest den!

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Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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