Bielefeld (ots) – In Den Haag, der Welthauptstadt des Rechts,
steht ein Warlord aus dem Ostkongo vor Gericht. Das solte an sich
nichts Besonderes sein.
Verantwortlich für vielfachen Tod, Massenvergewaltigungen und den
skrupellosen Einsatz von Kindersoldaten sind weltweit bestimmt
Dutzende Kriegsfürsten vom Schlage eines Thomas Lubanga. Und doch ist
entscheidend, dass überhaupt ein Verfahren stattfindet. Das Recht
kommt nur zum Zuge, wenn es sich Respekt verschafft und Täter
weltweit davon erfahren.
Mit Chefankläger Luis Moreno-
Ocampo, der auch schon mal Diego Maradona vertrat, hat der
Internationale Strafgerichtshofes einen Starjuristen an der Spitze.
Der Verteidigung der Menschenrechte kann dieser Weltstaatsanwalt nur
gut tun. Der Argentinier hat in seinem eigenen Land gezeigt, wie er
mit Schlächtern und Massenmördern umgeht – fachlich korrekt, aber
auch mit Hang zur großen politischen Geste.
Ein schillernder Streiter für Gerechtigkeit kann der Sache auch
schaden, aber Moreno-Ocampos Bereitschaft zum Risiko, in dem er etwa
den sudanesischen Präsidenten zur Fahndung ausschreibt, verdient
uneingeschränkten Respekt.
Wer im Sudan sein eigenes Volk jagen lässt oder im Kongo Kinder zum
Töten drillt, der muss wissen, dass es schon auf Erden Richter gibt,
die auf ihn warten.
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Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
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