Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Hartz IV



Bielefeld (ots) – Weniger Menschen als jemals zuvor beziehen Hartz IV – eine gute Nachricht. Erfolgreiche Wirtschaftspolitik ist stets auch gute Sozialpolitik. Der Boom am Arbeitsmarkt verringert die Armut. Auf den zweiten Blick gibt es aber nur mit Einschränkungen Grund zum Jubeln. Die Bundesagentur offenbart in ihren Zahlen eben auch, dass sie an einigen Stellen keine Triumphe zu verkünden hat. Diese Information lässt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei ihrem Schulterklopfen natürlich weg. Bei der Vermittlung von Alleinerziehenden in den ersten Arbeitsmarkt kommt sie nicht voran. Licht und Schatten gibt es auch bei der Kinderarmut. Wenn 257 000 Kinder und junge Menschen unter 15 Jahren und mit ihnen ihre Familien nicht mehr auf Hartz IV angewiesen sind, ist das schon ein Wort, auch wenn ein Teil dieses Rückgangs der demografischen Entwicklung geschuldet ist. Doch 1,64 Millionen Kinder im Hartz-IV-Bezug sind immer noch zu viele. Angesichts der sich abschwächenden Konjuktur wächst die Herausforderung, auch diesen jungen Leuten eine dauerhafte Perspektive zu verschaffen.

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