Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Terror von Rechts



Bielefeld (ots) – Der Reflex funktioniert wie immer. Nach der Tat fordern Politiker eine lückenlose Aufklärung und härtere Strafen. Im Fall der mutmaßlichen Rechtsterroristen kommt einmal mehr das Parteiverbot der NPD auf den Tisch. Die Frage nach dem Sinn dieses Vorhaben lenkt ab von den ungeheuerlichen Mordvorwürfen, die im Raum stehen. Terroristen, weder von rechts noch links, lassen sich in ihrer Verblendung von Verboten aufhalten. Nicht eines der Verbrechen, das jetzt an die Oberfläche gespült wird, wäre bei einem NPD-Verbot verhindert worden. Im Fall der Koffer-Bomber und Sauerlandgruppe haben deutsche Sicherheitsbehörden Schlimmeres verhindert. Radikale Islamisten sitzen ein oder stehen vor Gericht. Der organisierte Links-Terrorismus gehört zur deutschen Geschichte. Dass der äußerste rechte Rand zu einer solch beispiellosen Mordserie fähig sein könnte, war bis zur vergangenen Woche unvorstellbar. Täglich kommen ungeklärte Mordfälle hinzu, die unter dem Aspekt des Rechtsterrorismus geprüft werden. Auf einmal ist alles möglich. Sicher ist nur: Es wird noch weitere Überraschungen geben.

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Westfalen-Blatt
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Andreas Kolesch
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