Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Dispozins



Bielefeld (ots) – Dass der Mensch zuweilen mehr Geld braucht, als sich gerade auf dem Konto befindet, ist normal. Dass sich die Bank die Bereitstellung des Geldes bezahlen lässt, ist logisch. Selbst die Tatsache, dass Sparkassen, Volks- und die großen Privatbanken wegen ihrer grundsätzlich besseren Beratungsleistung auch höhere Zinsen nehmen müssen als die Direktbanken, ist noch einsichtig. Allein wie viel der Kunde für die Überziehung seines Kontos bezahlen muss, ist unerträglich. Ganz klar: Bei der Spanne zwischen Habenzinsen und Dispokredit überziehen die Banken und Sparkassen. Abgesehen von der Banc of Scotland, der holländischen ABN Amro, der Audi-, Volkswagen- und einigen anderen Banken zahlt kaum ein Institut mehr als zwei Prozent. Dagegen kassieren sie durch die Bank beim Dispokredit zu viel und oft sogar zweistellig – ungeachtet dessen, dass sie sich selbst bei der Europäischen Zentralbank heute fast zum Nullzins refinanzieren. Bankkunden leiden leise. Niemand spricht gern über seine Schulden. Dennoch werden vermutlich irgendwann Gerichte darüber urteilen, ob diese Spannen nicht Wucher sind.

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