Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Amoklauf in Lörrach



Bielefeld (ots) – Wo eine Schusswaffe griffbereit liegt, dort ist die Gefahr, dass mit ihr Unheil angerichtet wird, um exakt 100 Prozent höher als dort, wo es keine gibt. Dafür steht nach Winnenden nun auch Lörrach. Ortsnamen als Synonyme dafür, dass dort, wo psychischer Notstand sich in den Mordwahn steigert, eine Pistole oder ein Gewehr verheerend wirken. Kein Schusswaffenregister der Welt hätte im Vorfeld den Opfern genutzt. Denn geschossen haben ja stets Leute, die bis eine Minute vor dem X-fach-Mord als ganz normale, vernünftige Menschen galten. Warum also sollten beispielsweise Waffen für Sportschützen nicht einfach dort gelagert werden, wo sie für den Sport gebraucht werden – in einem Sicherheitsraum mit drei Schlössern, deren Schlüssel in den Safes dreier Verantwortlicher aufbewahrt werden? Nein, auch dann ist nicht ausgeschlossen, dass Waffen in falsche Hände geraten. Aber ein Weniger an spontan verfügbaren Schusswaffen, das wäre schlicht ein wenig mehr Sicherheit für alle.

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