Bielefeld (ots) – Sportschützen sind bestimmt keine schlechten
Menschen. Aber: Nicht alle Sportschützen sind zwangsläufig gut! Genau
diesem Trugschluss erliegt aber Innenminister Wolfgang Schäuble, der
Waffen mit Fingerabdruck-Scannern ausrüsten will. Damit nur noch
Sportschützen Zugriff darauf haben.
1998 erschoss ein Sportschütze in Rostock zwei Kollegen, 2002 lief
Sportschütze Robert Steinhäuser im Erfurter Gutenberg-Gymnasium Amok,
2003 erschoss ein Sportschütze in Berlin seine Freundin und einen
Zeugen, und erst am Dienstag streckte in Landshut ein Sportschütze
seine Schwägerin mit einer 357er Magnum nieder.
Keinen der Morde hätte Schäuble mit seiner Idee verhindert, denn
gelegentlich töten eben auch Sportschützen. Sie sind nicht schlechter
oder besser als andere Menschen, aber sie besitzen tödliche Waffen.
Und das ist das eigentliche Problem.
Man gewinnt den Eindruck, Schäuble wolle mit seinem Aktionismus die
Sportschützen vor dem Schlimmsten bewahren: dem Verlust ihrer
großkalibrigen Waffen. Dabei kann das Hobby auch mit Kleinkaliber-
und Luftdruckwaffen betrieben werden, die nicht tödlich sind.
Was muss eigentlich noch passieren, bis Privatleuten der Besitz
großkalibriger Waffen verboten wird? Es graut einem vor Politikern,
die jetzt nicht durchgreifen, aber bei der nächsten
Amoklauf-Trauerfeier wieder in der ersten Kirchenbank sitzen.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261
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