Bielefeld (ots) – Während die Hamas – zumindest aus ägyptischer
Sicht – vorsichtige Signale in Richtung Waffenruhe gibt, meldet sich
El Kaida zu Wort.
Mit der 60. Erklärung Osama bin Ladens oder seines Stellvertreters
Aiman al-Sawahiri aus dem Untergrund seit 2001 greift der Herr des
Hasses zum wiederholten Male in den Gaza-Konflikt ein. Der gestern in
der üblichen Form verbreitete Aufruf zur moralischen Unterstützung
und auch zu Spenden für den Terror zeigt indirekt, wie es um das
einst so großmächtige Netzwerk steht: operativ harmlos, in seiner
rhetorischen Schlagkraft aber immer noch brandgefährlich. Bin Laden,
oder wer auch immer ihn inzwischen genial imitiert, versteht es,
Unfrieden zu säen und Feuer zu entfachen.
Kein Wunder, dass den geistigen Führern des globalen Dschihad die
Weltfinanzkrise zupass kommt. Als Kronzeugen zitieren sie genüsslich
europäische und amerikanische Politiker, darunter auch »den deutschen
Finanzminister«. Ein vielstimmiger Chor aus der arabischen Welt
besingt längst die Schwächen des verhassten Systems. Niedlich wird
die Argumentation allerdings immer dann, wenn sich die Islamisten zum
Urheber der Wirtschaftsprobleme der aufgeklärten Welt erklären.
Und was lernen die Häscher, die bin Laden im pakistanischen Bergland
wähnen, aus dieser jüngsten Botschaft? Der offenbar bestens
informierte Terrorchef muss in einer Höhle mit Internet-Anschluss
hocken.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
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