Bielefeld (ots) – Wilhelm Schänzer ist unwohl bei dem Urteil des
Internationalen Sportgerichtshofes, weil es nur auf der Beurteilung
eines Parameters beruht. Dem kann man zustimmen. Aber noch mehr
stimmt, was der Kölner Doping-Analytiker danach sagte: Durch die
Beibehaltung der Sperre von Claudia Pechstein wird der indirekte
Nachweis von Doping-Missbrauch aufgewertet. Die Entscheidung von
Lausanne wird deshalb eine positive Stimmung bei den Verbänden,
national und international, erzeugen.
Jedes andere Urteil hätte allerdings den Kampf gegen eines der
Grundübel des Sports auch ad absurdum geführt. Was für einen Sinn
hätten dann noch die Blutpässe und die Erstellung individueller
Blutprofile, wenn deren Aussagekraft gleich wieder negiert worden
wäre? Bestrafung auf Grund von Indizien: Endlich gilt das auch im
Sportrecht.
Schwer erträglich war und ist die Reaktion von Claudia Pechstein, die
sich mal zum Pechvogel, mal zum Opfer und zuletzt zur Hüterin von
Rechtsstaatsprinzipien hochstilisiert hat. Nach allem was man weiß,
hat die fünffache Olympiasiegerin betrogen und ist erwischt worden.
Letzteres macht Mut.
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