Bielefeld (ots) – Es war ein Auf und Ab mit Chrysler. Der
Achterbahn, wie sie Branchenkenner nennen, ist nun der Strom
ausgegangen, die Insolvenz ist da.
Ist das eine gute Nachricht? Ja, denn erstens bereinigt sie den
amerikanischen Automarkt. Die Insolvenz bietet der Autoindustrie die
Chance, sich neu aufzustellen und auszurichten – zum Beispiel nach
ökologischen Maßgaben.
Zweitens hört die US-Regierung damit endlich auf, Steuergelder zu
verbrennen. Es kann nicht sein, dass in jedem Quartal neue
Milliardenhilfen überwiesen werden, das Unternehmen im Kern aber
unbeweglich bleibt. Auf einem herkömmlichen Weg hat es keine
Möglichkeit mehr gegeben, Chrysler zu sanieren.
Im Konkursverfahren dürfte Chrysler jetzt von erdrückenden Altlasten
befreit werden. Die Insolvenz ist drittens gut, weil sie dem neuen
Partner Fiat eine frische »Braut« präsentiert. Eine, die nichts mehr
aufarbeiten muss. Zusammen können sie eine Partnerschaft schmieden,
die hoffentlich länger hält und erfolgreicher ist als die mit
Daimler.
Doch ein Knackpunkt bleibt: die Befürchtung, dass sich das
Insolvenzverfahren angesichts der Vielzahl der Gläubiger hinzieht.
Eine Gruppe von mehr als 40 Banken will Geld sehen. Chrysler braucht
aber eine schnelle und gründliche Sanierung. Das ist die einzige
Chance.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261
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