Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Arzneikosten



Bielefeld (ots) – Es ist eine schöne Vorstellung: Die deutschen Ärzte sind so sehr um ihre Patienten bemüht, dass sie den größten Ärger nicht scheuen. Wenn die ihnen Anvertrauten etwas brauchen, dann verschreiben sie es eben – koste es, was es wolle. Und weil alle deutschen Ärzte so sind, überzieht ganz Deutschland notgedrungen seine Arzneimittelbudgets. Ist das wirklich so? Kann man mit den vereinbarten Ausgabenobergrenzen nirgends zurechtkommen? Oder wird da womöglich doch das eine oder andere Rezept unterschrieben, dessen medizinische Notwendigkeit fragwürdig ist? Natürlich weist der Verband Forschender Arzneimittelhersteller, der den gestern vorgestellten Arzneimittel-Atlas in Auftrag gibt, eine solche Sichtweise von sich. Stattdessen wird der »Wirtschaftlichkeitsdruck« kritisiert. Ohne den aber geht es auch im Gesundheitssystem nicht. Dieser Druck sollte nicht bei den Patienten ankommen, das ist richtig. Doch die Pharmaindustrie könnte ruhig mehr Druck vertragen. So lange die Arzneimittelentwickler die Preise selbst in die Höhe treiben können, wird das mit dem Einhalten der Budgets nämlich bestimmt nichts.

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Westfalen-Blatt
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Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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