Westdeutsche Zeitung: Hells Angels und Bandidos gehen wieder aufeinander los – Brüchiger Frieden in der Halbwelt Ein Kommentar von Lothar Leuschen



Düsseldorf (ots) – Fast zwei Jahre hat der Friede zwischen den Rockergruppen Hells Angels und Bandidos bisher gehalten. Keine Schlägereien, keine Morde. Stattdessen widmeten sich die Gruppen offenbar ihren mehr oder weniger legalen Alltagsgeschäften. Doch in der Nacht zu Sonntag wurden mitten in Mönchengladbach und unter den Augen zahlloser Zeugen die Grenzen wieder überschritten. Noch ist nicht klar, ob damit das Ende des “Waffenstillstands” zwischen den teils kriminellen Rockergruppen besiegelt ist. Polizei und Staatsanwaltschaft sollten aber gespannter er sein, als die abwiegelnden Beschreibungen der Straßenschlacht es ausdrücken. So lange ist es nicht her, dass Vertreter der Banden ganze Regionen unsicher machten.

Die jüngsten Bilder aus Mönchengladbach rufen auch wieder die bizarre Situation vom Mai 2010 ins Gedächtnis. Damals trafen sich Abgesandte der Hells Angels und der Bandidos im Büro eines Rechtsanwalts in Hannover, um, finsteren Blickes, per Handschlag unter Männern einen Frieden zu begründen. Dessen Hintergedanken waren damals ebenso so offensichtlich wie heute. 2010 berieten die Innenminister der Bundesländer über ein Verbot der Rockergruppen. Sie sollten als kriminelle Vereinigungen eingestuft und aufgelöst werden. Nur das führte zum öffentlichkeitswirksamen Treffen in der Kanzlei. Seither war es ruhig geworden, keine Nachrichten von Jagdszenen und Blutsfehden. Bis zum vergangenen Wochenende.

Es mag sein, dass die Bezirksfürsten der Rockerbanden manche ihrer unteren Chargen nicht unter Kontrolle haben. Es kann aber auch sein, dass die blutige Schlacht vom Wochenende ein Auftakt zu neuen Kämpfen um Einfluss auf Drogengeschäfte und Rotlichtbezirke war.

Der Traum von Abenteuer und Freiheit, von Motorrädern und Männerfreundschaft ist je nach Geschmack die schöne, zumindest tolerable Seite der Hells Angels und der Bandidos. Die andere Seite ist organisierte Kriminalität, von der ein Kern dieser Gruppen auskömmlich sein Dasein fristet.

Sehr wahrscheinlich werden die Herren der Unterwelt ihre Schläger schon allein deshalb zur Ordnung rufen. Denn zu viel Polizei und womöglich ein Verbot stören die Geschäfte – zumindest vorübergehend.

Pressekontakt:

Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de

Trackback URL

, , , , , , , ,

Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Quelle Firmenname) verantwortlich. Dieser ist auch grundsätzlich Urheber, sowie auch für jegliche Bilder und weiteren Materialien in dieser Pressemitteilung.

Blogspan.net (Alexander Baumgärtner) übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.

No Comments on "Westdeutsche Zeitung: Hells Angels und Bandidos gehen wieder aufeinander los – Brüchiger Frieden in der Halbwelt Ein Kommentar von Lothar Leuschen"

Hi Stranger, leave a comment:

ALLOWED XHTML TAGS:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Subscribe to Comments