Weltfrauentag am 8. März 2010: HIV-infizierte Frauen besonders häufig auf Hilfe angewiesen



Bonn (ots) – HIV-positive Frauen in Deutschland befinden sich
offenbar häufiger als Männer in sozialen Notlagen. Im vergangenen
Jahr half die Deut-sche AIDS-Stiftung 684 von HIV und AIDS
betroffenen Frauen. Aufschlussreich ist dabei die Tatsache, dass die
Zahl der Antragstellerinnen überproportional hoch ist im Vergleich
zum Frauenanteil an der Zahl aller HIV-Positiven in Deutschland.
Während ihr Anteil bei 18 Prozent liegt, der der Männer bei 82
Prozent, beträgt das Verhältnis von weiblichen zu männlichen
Antragstel-ler/innen bei der Stiftung 39 Prozent zu 61 Prozent. Viele
der Frauen sind alleinerziehende Mütter und haben auch noch die Sorge
für ihre Kinder zu tragen. Der Anteil von Frauen an allen
alleinerziehenden Antragsteller/innen beträgt 94 Prozent.
HIV-positive Frauen leiden häufig neben medizinischen Nebenwirkungen
unter Schuldgefühlen, mangelndem Selbstwertgefühl, Depressionen,
Isolation und Diskriminierung.
In Deutschland lebten im Jahr 2009 nach Angaben des
Robert-Koch-Instituts 12.000 Frauen mit HIV, es infizierten sich 350
Frauen neu, 200 erkrankten an AIDS. Häufig reicht das geringe
Einkommen der Frauen, die meist auf staatliche Grundsicherung
angewiesen sind, nicht dafür aus, die elementarsten Dinge zu
bezahlen, etwa notwendige Anschaffungen wie Kinderkleidung, eine
Matratze oder eine Brille. Neben Hilfen im individuellen Notfall
fördert die Stiftung auch zahlreiche Projekte speziell für Frauen,
darunter Krankenreisen, Familienseminare oder Vernetzungstreffen, die
der Stabilisierung der Lebenssituation dienen.
Im südlichen Afrika unterhalb der Sahara, wo 60 Prozent der von HIV
betroffenen Menschen Frauen sind, unterstützt die Deutsche
AIDS-Stiftung modellhafte Hilfsprojekte, die sich vor allem an
schwangere Frauen und ihre Kinder richten. Das DREAM-Programm der
Gemeinschaft Sant` Egidio in Mosambik beispielsweise hat sich die
Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV zum Ziel gesetzt.
Über 98 Prozent der Babys werden dort HIV-negativ geboren.
HIV-positive Frauen werden in das Programm miteinbezogen: Sie werden
zu Activistas ausgebildet, die wiederum andere Frauen über HIV und
AIDS aufklären.
Weltweit sind mehr als die Hälfte aller infizierten Erwachsenen
Frauen. AIDS ist nach Angaben von UNAIDS die häufigste Todesursache
bei Frauen im Jugendalter.
Spendenkonto 400, BFS Köln, Bankleitzahl 370 205 00

Pressekontakt:
Informationen zur Deutschen AIDS-Stiftung
Ann-Kathrin Akalin, Pressereferentin – Markt 26 – 53111 Bonn
Telefon: 02 28-60 46 933 – Email: presse@aids-stiftung.de  

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