Köln (ots) – Bei der Erdöl- und Erdgasförderung fallen jedes Jahr
mehrere Millionen Tonnen radioaktiv verseuchter Rückstände an –
allein in Deutschland tausend bis zweitausend Tonnen pro Jahr. Für
einen Großteil fehlt der Nachweis der sicheren Entsorgung. Das
ergaben exklusive Recherchen des WDR. Die Öl- und Gasindustrie hat
das Problem bis heute vor der Öffentlichkeit verheimlicht.
Seit Jahrzehnten werden mit jedem Barrel Öl und jedem Kubikmeter
Gas zugleich große Mengen radioaktiver Substanzen an die
Erdoberfläche gebracht, die ordnungsgemäß entsorgt werden müssten.
Diese Abfälle enthalten häufig Radium226, das ein großes
Gesundheitsrisiko darstellt. Es zerfällt zu Radon, das neben Rauchen
als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Außerdem ist Radium 226
sehr langlebig (Halbwertzeit: 1600 Jahre) und extrem giftig: Schon
kleinste, im Körper aufgenommene Mengen können Knochenkrebs auslösen.
Experten in Kanada vergleichen die Risiken der radioaktiven
Rückstände aus der Öl- und Gasindustrie mit der Asbest-Problematik
vor 20 Jahren. Das Bundesumweltministerium war zu einem mehrfach
angefragten Interview nicht bereit.
Der WDR berichtet am Montag, 7. Dezember exklusiv über seine
Recherchen im ARD-Morgenmagazin (ca. 7.05 Uhr) und im Wortprogramm
WDR 5 in “Neugier genügt” (ca 10.05 Uhr).
Pressekontakt:
Maja Lendzian
WDR Pressestelle
Tel. 0172 2537961
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